Einleitung
Sehnenverkalkung (Tendinosis calcarea)

Eine Tendinosis calcarea (Synonyme: Kalkablagerungen; kalzifizierende Tendinitis; kalzifizierende Tendopathie; Periarthropathia calcificans; Peritendinitis calcarea; Sehnenverkalkung; Tendinose calcarea; ICD-10 M65.29: Tendinitis calcarea, nicht näher bezeichnete Lokalisation) beschreibt kalkartige Ablagerungen in verschiedenen Sehnen und Sehnenansätzen im menschlichen Körper.

Am häufigsten treten diese Ablagerungen an der Rotatorenmanschette des Schultergelenkes auf. In diesem Zusammenhang spricht man von einer Kalkschulter (Synonyme: kalzifizierende Tendinitis der Schulter; Schulterkalk; Schulterverkalkung; ICD-10 M75.3: Tendinitis calcarea im Schulterbereich).

Meist ist hier die Supraspinatussehne (Ansatzsehne des Musculus supraspinatus (Obergrätenmuskel)) und zwar in 75 % der Fälle, aber auch die Infraspinatussehne (der Musculus infraspinatus ist ein Außenrotator des Oberarmknochens) betroffen. Weitere häufig von Verkalkung betroffene Sehnen sind die Patellarsehne (Knie) und die Achillessehne (Fuß). Auch der Oberschenkelknochen (Trochanter major) sowie der Ellenbogen können betroffen sein. Oft geht die Erkrankung mit Entzündungsprozessen einher. Dann wird von einer Tendinitis calcarea gesprochen.

Nachfolgend wird schwerpunktmäßig die Tendinitis calcarea im Schulterbereich beschrieben.

Geschlechterverhältnis: Frauen sind von der Tendinitis calcarea im Schulterbereich (Kalkschulter) häufiger betroffen als Männer (3 : 1).

Häufigkeitsgipfel: Die Tendinitis calcarea im Schulterbereich (Kalkschulter) tritt vorwiegend zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) einer Tendinitis calcarea im Schulterbereich (Kalkschulter) liegt bei 2-3 % (in Deutschland).

Verlauf und Prognose: Das Beschwerdebild ist abhängig von der Größe des Kalkherdes und vom Stadium der Erkrankung. Die Tendinosis calcarea kann von starken Schmerzen begleitet sein, aber auch symptomlos verlaufen. Die Symptomatik verschlechtert sich signifikant, wenn die Kalkherde in das nahe gelegene Gelenk oder in einen Schleimbeutel (Bursitis calcarea) eintreten. Der Verlauf einer Tendinitis calcarea ist sehr unterschiedlich und eine Prognose ist schwer zu treffen.
Im Vordergrund der nicht-operativen Maßnahmen steht die Analgesie (Schmerzlinderung), möglichst in Verbindung mit einer dauerhaften Beseitigung des Kalkdepots. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, wird häufig eine operative Therapie erforderlich. Die Tendinosis calcarea kann spontan ausheilen, d. h. das Kalkdepot wird natürlich resorbiert (vollständiger Abbau des Kalks). Allerdings kann sich die Spontanheilung über einen Zeitraum von bis zu mehreren Jahren hinziehen.

Leitlinien

  1. S2e-Leitlinie: Rotatorenmanschette. (AWMF-Registernummer: 033 - 041), Januar 2017 Langfassung

     
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