Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Medizingerätediagnostik
Gicht (Hyperurikämie)

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Röntgenuntersuchung des betroffenen Gelenkes (sollte immer beidseits gemacht werden) – dient nicht nur der aktuellen Diagnose, sondern ist vor allem Bestandteil der Verlaufsbeobachtung eines Gichtpatienten.
    Die Zeichen der Gicht entwickeln sich langsam und oftmals schmerzlos, sodass die Röntgenuntersuchung beim ersten Anfall vollkommen normal sein kann. Andererseits kann es auch schon beim ersten Gichtanfall bereits deutliche gichttypische Veränderungen am betroffenen Gelenk und an der Gegenseite oder anderen Gelenken ersichtlich sein. Beim ersten Gichtanfall empfiehlt sich die röntgenologische Darstellung von Füßen, Händen und Kniegelenken.
    Hinweis!
    Da Harnsäurekristalle radiologisch nicht sichtbar sind, kann man im Röntgenbild nur indirekte Hinweise auf Gichttophi
    (reaktive Veränderung im Rahmen einer Gicht; es handelt sich dabei um knotige Verdickungen des Knorpelgewebes innnerhalb oder in der Nähe betroffener Gelenke) erkennen – wie beispielsweise Usuren (Abnutzung; Schwund von Knochen), Zysten, Verkalkungen und osteoplastische Reaktionen des Periost (dünne Gewebeschicht, welche die Außenfläche aller Knochen überzieht).
  • Nierensonographie (Ultraschalluntersuchung der Nieren) inkl. der ableitenden Harnwege –  zum Nachweis von Nierensteinen oder Nierenparchenchymschäden 

Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, körperlichen Untersuchung, Labordiagnostik und obligaten Medizingerätediagnostik – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Weichteilsonographie – ermöglicht die Erfassung der Ausdehnung eines Gichttophus und seine Abgrenzung gegenüber zystischen Prozessen oder Rheumaknoten. Natriumurattophi stellen sich als solide, gemischt echoarme bis echoreiche Knoten teilweise mit Schallschatten dar, Rheumaknoten hingegen sind generell echoarm und ohne Schallschatten.
  • Arthrosonographie (Ultraschalluntersuchung von Gelenken) – kann Informationen über den Gelenkerguss und mögliche Bandrupturen geben [hyperechogene Synovialflüssigkeit mit „Schneesturm“-Aspekt; Doppelkontur-Zeichen am Gelenkknorpel, Ablagerungen von Tophi, knöcherne Erosionen und Zeichen der Synovitis/Gelenkinnenhautentzündung ]
  • Abdomensonographie (Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane) – Leberparenchymschäden und/oder eine chronische Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) geben einen Hinweis auf ein bestehendes Alkoholproblem; bei Verdacht auf eine Malignität (Bösartigkeit) als mögliche Ursache der Hyperurikämie dient die sonographische Untersuchung des Abdomens (Bauchorgane) der Tumorsuche.
  • Urographie – Darstellung der ableitenden Harnwege zum Ausschluss von Harnsäuresteinen
  • Polarisationsmikroskopische Untersuchung des Gelenkpunktates
  • Dual-energy-Computertomographie (DECT); radiologisches Verfahren, welches durch zwei energetisch unterschiedliche Röntgenröhren und eine spezielle Bildverarbeitung charakteristische bildgebende Eigenschaften von Harnsäuredepots darstellen kann – zum Nachweis von Harnsäureablagerungen [Sensitivität (Prozentsatz erkrankter Patienten, bei denen die Krankheit durch die Anwendung des Verfahrens erkannt wird, d. h. ein positiver Befund auftritt) 87 %; Spezifität (Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich Gesunde, die nicht an der betreffenden Erkrankung leiden, im Test auch als gesund erkannt werden)  84 %] [1]

Literatur

  1. Ogdie A et al.: Imaging modalities for the classification of gout: systematic literature review and meta-analysis. Ann Rheum 2015 Oct;74(10):1868-74. doi: 10.1136/annrheumdis-2014-205431.
     
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