Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Intratubarer Gametentransfer (GIFT)
Gamete Infrafallopian Transfer (GIFT)

Unter dem Intratubaren Gametentransfer (Gamete Infrafallopian Transfer – GIFT) versteht man den Transfer (Übertragung) der männlichen und weiblichen Gameten/Geschlechtszellen (Spermatozoen/Samenzellen, Oocyte/Eizelle) in die Eileiter (Tuben).

Dieses Fortpflanzungsverfahren setzt eine Follikelreifungstherapie (Eireifungstherapie; Hormontherapie: s .u. "Primäre Sterilität der Frau/medikamentöse Therapie") und Follikelpunktion (Eizellpunktion) unter Vaginalsonographie voraus.

Zur Vaginalsonographie s. u. "Vaginalultraschall (Vaginalsonographie) in der Sterilitätstherapie".

Voraussetzung für den Intratubaren Gametentransfer ist, dass mindestens ein Eileiter (Tube) durchgängig ist.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Einige Formen männlicher – mit anderen Therapien einschließlich der intrauterinen Insemination (IUI) nicht behandelbarer – Fertilitätsstörungen 
  • Idiopathische Infertilität (Patienten mit Beeinträchtigungen der Fruchtbarkeit unbekannter Ursache)
  • Ethische Gründe: Patienten ziehen Gift der IVF vor, da die Befruchtung natürlicherweise im Körper stattfindet.

Vor der Behandlung

Einem Intratubaren Gametentransfer muss eine Untersuchung des Mannes durch Ärzte mit der Zusatzbezeichnung "Andrologie" vorausgehen. Diese umfasst eine Eigen‑, Familien- und Paaranamnese inkl. einer Sexualanamnese, eine körperliche Untersuchung sowie eine Ejakulatanalyse (u. a. Spermiogramm). Des Weiteren wird dieses bei sich ergebener Indikation ergänzt durch eine Skrotalsonographie (Hodenultraschall) sowie ggf. eine Hormondiagnostik und zyto- bzw. molekulargenetische Diagnostik.
Soweit sexuell übertragbare Erkrankungen (engl: sexually transmitted disease, STD) und andere urogenitale Infektion vorliegen, die die Frau bzw. das Kind gefährden können, müssen diese therapiert werden [Leitlinien: Diagnostik und Therapie vor einer assistierten reproduktionsmedizinischen Behandlung (ART)].

Das Verfahren

Nach Follikelreifungstherapie und Follikelpunktion unter Vaginalsonographie werden anschließend die Oozyten (Eizellen) und die zuvor aufbereiteten Spermien (Spermapräparation) in die Eileiter (Tuben) eingebracht.

Zur Spermapräparation werden heutzutage gebrauchsfertige Medien zum Waschen von Spermien und zur Spermientrennung mittels Swim-up-Methode eingesetzt. Dabei wird das Ejakulat mit dem Spermapräparat und Medium überschichtet, sodass die frei beweglichen Spermatozoen über Zellbruchstücken und avitalen Spermien (Tote Samenzellen) aufschwimmen können. Die Swim-up-Methode erfordert ca. 30 bis 60 Minuten Inkubation ("Bebrütung").

Der intratubare Gametentransfer ist ein semi-invasives Verfahren, da dieser eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) erforderlich macht.

Beachte: In jeden Eileiter werden maximal 3 Eizellen transferiert.

Mit den Fortschritten bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) wird das GIFT-Verfahren weniger angewendet, da die Schwangerschaftsraten bei der IVF tendenziell gleich oder besser sind und keine Laparoskopie erforderlich ist, wenn die Oocyte transferiert (Eizelle übertragen) wird.

Bitte beachten Sie!

Die körperliche und psychische Gesundheit von Mann und Frau sowie eine gesunde Lebensweise sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kinderwunschbehandlung.

Vor dem Beginn therapeutischer Maßnahmen sollten Sie in jedem Fall soweit möglich Ihre individuellen Risikofaktoren reduzieren!

Lassen Sie deshalb vor Beginn einer fortpflanzungsmedizinischen Maßnahme (z. B. IUI, IVF etc.) einen Gesundheitscheck und eine Ernährungsanalyse zur Optimierung Ihrer persönlichen Fertilität (Fruchtbarkeit) durchführen.

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Diagnostik und Therapie vor einer assistierten reproduktionsmedizinischen Behandlung (ART). (AWMF-Registernummer: 015-085), Februar 2019 Kurzfassung

     
Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
DocMedicus Suche

 
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
ArztOnline.jpg
 
DocMedicus                          
Gesundheitsportal

Unsere Partner DocMedicus Verlag