Einleitung
Hyperprolaktinämie – Prolaktinom

Nachfolgend werden die Hyperprolaktinämie und das Prolaktinom gemeinsam dargestellt, da das Prolaktinom stets mit einer Hyperprolaktinämie einhergeht.

Die Hyperprolaktinämie (Synonyme: pathologische Prolaktinerhöhung; Prolaktinüberschuss; ICD-10 E22.1: Hyperprolaktinämie) ist eine pathologische (krankhafte) Erhöhung des Prolaktinspiegels. Ursächlich sind häufig Medikamente (die eine funktionelle Enthemmung durch verminderten Dopaminspiegel in der Hypophyse bewirken; siehe dazu unter Ursachen) und eher selten Prolaktinome.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) der Hyperprolaktinämie liegt unter 1 %; bei Frauen mit einer Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) ca. 65-70 %, bei Frauen mit einer Amenorrhoe (keine Menstruationsblutung seit mehr als drei Monaten bei bereits etabliertem Zyklus) und Galaktorrhoe (Brustmilchausfluss) 75%. 30 % der Patientinnen mit einer Galaktorrhoe haben ein Prolaktinom.

Physiologische Ursachen einer Hyperprolaktinämie sind: 

  • taktile Stimulation der weiblichen Mamille (massieren der weiblichen Brustwarze)
  • Schwangerschaft
  • Stress (physisch und/oder psychisch)

Beim Prolaktinom (Synonyme bzw. Theasaurusbegriffe: Azido-basophiles Adenom; Azidophiles Adenom; Basophiles Adenom; Benigner Hypophysentumor; Chiasmakompression durch Hypophysenadenom; Chromophobes Adenom; Chromophobes Hypophysenadenom; Eosinophiles Adenom; Eosinophiles Hypophysenadenom; Forbes-Albright-Syndrom; Galaktorrhoe-Amenorrhoe-Syndrom; Gutartige Neubildung der Fossa pituitaria; Gutartige Neubildung der Hypophyse; Gutartige Neubildung der Rathke-Tasche; Gutartige Neubildung des Hirnanhanges; Hypophysenadenom; Intraselläre gutartige Neubildung; Makroprolaktinomsyndrom; Mukoidzelladenom;prolaktinproduzierendes Adenom; ICD-10 D35.2: gutartige Neubildung der Hypophyse) handelt es sich um eine gutartige Neubildung des Hypophysenvorderlappens (Hirnanhangsdrüse). Diese Tumoren gehen von den laktotropen Zellen der Hypophyse aus.

Das Prolaktinom ist der häufigste endokrin aktive Tumor der Hypophyse (40 % aller Hypophysentumoren). In der Regel sind diese Tumoren benigne (gutartig). Aufgrund der Größe werden Prolaktinome wie folgt eingeteilt:

  • Mikroprolaktinom < 1 cm (→ Prolaktin im Serum: < 200 ng/ml)
  • Makroprolaktinom ≥ 1 cm (→ Prolaktin im Serum: > 200 ng/ml)

Weitere Ursachen einer Hyperprolaktinämie sind:

  • funktionelle Enthemmung durch verminderten Dopaminspiegel in der Hypophyse durch Medikamente (siehe unter Ätiologie/Ursachen)
  • Veränderungen des Hypothalamus oder Unterbrüche des Hypophysenstiels
  • Krankheiten (z. B. Hypothyreose/Schilddrüsenunterfunktion, chronische Niereninsuffizienz/Nierenschwäche etc.)

Geschlechterverhältnis für das Prolaktinom: Männer zu Frauen beträgt 1 : 5.

Häufigkeitsgipfel für das Prolaktinom: Die Erkrankung tritt vorwiegend im 3. und 4. Lebensjahrzehnt auf.

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) für das Prolaktinom beträgt ca. 3 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr (in Deutschland).

Verlauf und Prognose: Die Prognose ist abhängig von der Ursache.
Bei Frauen tritt in 30 % der Fälle eine Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss) sowie eine Zyklusstörung (Oligomenorrhoe (das Intervall zwischen den Blutungen ist > 35 Tage und < 90 Tage) mit Anovulation (Ausbleiben des Eisprungs), ggf auch eine Amenorrhoe/
keine Menstruationsblutung seit mehr als drei Monaten bei bereits etabliertem Zyklus) auf.
Bei Männern stehen Störungen der sexuellen Aktivität mit Libido- und Potenzverlust im Vordergrund, woraus sich partnerschaftliche Konflikte entwickeln können. Bei Männern kann es zudem zu einer Gynäkomastie (Vergrößerung der Brustdrüse) kommen.
In der Mehrheit der Fälle ist der Verlauf der Erkrankung gut.


     
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