Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Medikamentöse Therapie
Windpocken (Varizellen)

Therapieziele

  • Verbesserung der Symptomatik
  • Vermeidung von Komplikationen

Therapieempfehlungen

  • Symptomatische Therapie (ggf. Antipyretikum/fiebersenkende Arzneimittel)
  • Virostase (Virostatika/Arzneimittel, die die Vermehrung von Viren hemmen; Indikationen: Jugendliche, Erwachsene, 3. Schwangerschaftstrimenon (bei gesicherter Exposition/Aussetzung), Immunsuppression)
  • Bei Schwangeren mit gesicherter Exposition zusätzliche Gabe von Varizella-Zoster-Immunglobulin erforderlich
  • Ggf. Antibiotika zur Vermeidung einer bakteriellen Superinfektion (Zweitinfektion durch Bakterien)
  • Postexpositionsprophylaxe (PEP) [s.u.]
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

Antivirale Therapie
Antivirale Medikamente sind Präparate, die gegen Viren wirken. Zu ihnen zählen die Präparate Aciclovir und Famciclovir. Diese Therapie wird jedoch nur bei Immunsupprimierten oder bei Verläufen mit Komplikationen durchgeführt.

Postexpositionsprophylaxe (PEP)

Unter einer Postexpositionsprophylaxe versteht man die Versorgung mit Medikamenten zur Vermeidung einer Erkrankung bei Personen, die gegen eine bestimmte Krankheit nicht durch Impfung geschützt sind, dieser aber ausgesetzt waren.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Ungeimpfte Personen mit negativer Varizellen-Anamnese und Kontakt zu Risikopersonen
  • Personen mit erhöhtem Risiko für Varizellen-Komplikationen, d. h.:
    • ungeimpfte Schwangere ohne Varizellen-Anamnese
    • immundefiziente/-supprimierte (immunschwache) Patienten mit unbekannter oder fehlender Varizellen-Immunität
    • Frühgeborene mit Erreger-Kontakt
    • Neugeborene, deren Mutter 5 Tage vor bis 2 Tage nach der Entbindung an Varizellen erkrankte

Durchführung

  • Bei ungeimpften Personen mit negativer Varizellen-Anamnese und Kontakt zu Risikopersonen:
    • Postexpositionelle Impfung innerhalb von 5 Tagen nach Exposition ("Aussetzung") oder innerhalb von 3 Tagen nach Beginn des Exanthems (Hautausschlag) beim Indexfall (erster dokumentierter Fall von einer Krankheit). Unabhängig davon sollte der Kontakt zu Risikopersonen (siehe oben) unbedingt vermieden werden.
    • Schwangerschaft: Alle ungeimpften Schwangeren ohne Varizellenanamnese innerhalb von 3 Tagen und maximal bis zu 10 Tagen nach Exposition Gabe von Varizella-Zoster-Immunglobulin (VZIG) bei negativem bzw. grenzwertigem Anti-VZV-IgG.
      Alternativ zur VZIG: Aciclovir im Sinne einer Expositionsprophylaxe nach Ende der 14. SSW [2].
  • Bei Personen mit erhöhtem Risiko für Varizellen-Komplikationen:
    • Postexpositionelle Gabe von Varizella-Zoster-Immunglobulin (VZIG/Antikörper) innerhalb von 96 Stunden nach Exposition. Sie kann den Ausbruch einer Erkrankung verhindern oder deutlich abschwächen.
  • Bei Frühgeborenen: Postexpositionelle Gabe von Varizella-Zoster-Immunglobulin (VZIG/Antikörper) innerhalb von 96 Stunden nach Exposition; Anwendung bis 10 Tage nach Erregerkontakt 

Wenn der Kontakt länger als vier Tage zurückliegt und die Person nicht geimpft werden kann, gibt es noch die Möglichkeit der Therapie mit Virostatika (Medikamente, die die Vermehrung von Viren stoppen) wie beispielsweise Aciclovir für sieben Tage.

Exposition heißt:

  • 1 Stunde oder länger mit infektiöser Person in einem Raum
  • face-to-face-Kontakt
  • Haushaltskontake

Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für das Immunsystem sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:

  • Vitamine (A, C, E, D3, B1, B2, Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), B6, B12, Folsäure, Biotin)
  • Spurenelemente (Chrom, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Zink)
  • Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA))
  • Sekundäre Pflanzenstoffe (Beta-Carotin, Flavonoide (Citrusfrüchte), Lycopin (Tomaten), Proanthocyanidine (Cranberrys), Polyphenole)
  • Weitere Vitalstoffe (Probiotische Kulturen: Laktobazillen, Bifidobakterien)

Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.

Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.

Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.

Literatur

  1. Robert Koch Institut (RKI): Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin. 22. August 
  2. Sauerbrei A: Windpocken (Varizellen). In: S2k-Leitlin. – Labordiagnostik Schwangerschaftsrelevanter Virusinfekt. Springer, Berlin, 2014, S 95-110

     
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