Mumps (Parotitis epidemica) – Differentialdiagnosen

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Sarkoidose (entzündliche Knötchenerkrankung) – granulomatöse Systemerkrankung (Erkrankung des ganzen Körpers) mit möglicher Parotisbeteiligung (Beteiligung der Ohrspeicheldrüse); im Rahmen des Heerfordt-Syndroms typischerweise mit Parotisschwellung (Schwellung der Ohrspeicheldrüse), Uveitis (Entzündung der mittleren Augenhaut), Fieber und gegebenenfalls Fazialisparese (Gesichtsnervenlähmung)

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) – prädisponierender Faktor für akute bakterielle Sialadenitis (Speicheldrüsenentzündung)/Parotitis (Ohrspeicheldrüsenentzündung), insbesondere bei Dehydratation (Austrocknung) und reduziertem Speichelfluss
  • Sialadenose (nichtentzündliche Speicheldrüsenvergrößerung) bei metabolischen Erkrankungen (Stoffwechselerkrankungen) – nichtentzündliche, meist bilaterale (beidseitige), schmerzlose Speicheldrüsenvergrößerung (Vergrößerung der Speicheldrüsen), unter anderem bei Diabetes mellitus, Lebererkrankungen oder Mangelernährung

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Akute bakterielle Parotitis – meist einseitige, schmerzhafte Parotisschwellung mit Fieber, Druckschmerz, Rötung und gegebenenfalls eitrigem Sekret aus dem Ductus parotideus (Ausführungsgang der Ohrspeicheldrüse); häufig durch Staphylococcus aureus
  • Akute HIV-Infektion/HIV-assoziierte Parotiserkrankung – kann mit Speicheldrüsenvergrößerung, Lymphadenopathie (Lymphknotenschwellung) und mumpsähnlicher Klinik einhergehen
  • Cytomegalievirus-Infektion – seltene Ursache einer viralen Parotitis, insbesondere bei Immunsuppression (Unterdrückung des Immunsystems) oder systemischer Mononukleose-ähnlicher Symptomatik (Beschwerdebild)
  • Epstein-Barr-Virus-Infektion (infektiöse Mononukleose) – kann mit zervikaler Lymphadenopathie (Lymphknotenschwellung am Hals) und selten mit Speicheldrüsenbeteiligung (Beteiligung der Speicheldrüsen) eine Parotitis epidemica (Mumps) imitieren
  • Influenza-Virus-Infektion (Grippevirus-Infektion) – dokumentierte nicht-mumpsbedingte Ursache einer akuten Parotitis, meist mit respiratorischer Begleitsymptomatik (Begleitbeschwerden der Atemwege)
  • Lymphadenitis colli (Lymphknotenentzündung am Hals) – zervikale Lymphknotenschwellung bei Infektionen im Mund-, Zahn-, Rachen- oder Hautbereich; kann als Parotisschwellung fehlgedeutet werden
  • Parainfluenza-, Adenovirus- oder Enterovirus-Infektion – virale Sialadenitis mit mumpsähnlicher Parotisschwellung möglich

Mund, Ösophagus (Speiseröhre), Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Chronisch rezidivierende juvenile Parotitis – rezidivierende (wiederkehrende), meist ein- oder beidseitige, nicht-eitrige Parotisschwellung im Kindesalter
  • Dentale Infektionen (Zahninfektionen) – odontogene Entzündungen (von den Zähnen ausgehende Entzündungen) mit lokaler Schwellung, Lymphadenitis oder Ausbreitung in die Parotisregion (Ohrspeicheldrüsenregion)
  • Parotisabszess (Eiteransammlung in der Ohrspeicheldrüse) – lokalisierte eitrige Komplikation einer bakteriellen Parotitis mit schmerzhafter, fluktuierender Schwellung
  • Parotisgangstenose (Verengung des Ausführungsgangs der Ohrspeicheldrüse) – obstruktive Ursache rezidivierender Parotisschwellungen, häufig nahrungsabhängig
  • Parotiszyste (Zyste der Ohrspeicheldrüse) – zystische Raumforderung (flüssigkeitsgefüllte Gewebeneubildung) der Glandula parotis (Ohrspeicheldrüse); typischerweise persistierende (anhaltende), nicht fieberhafte Schwellung
  • Sialadenitis anderer Speicheldrüsen – Entzündung der Submandibular- oder Sublingualdrüse (Unterkiefer- oder Unterzungenspeicheldrüse); kann klinisch mit Parotitis verwechselt werden
  • Sialolithiasis (Speichelsteinleiden) – Speichelsteinleiden mit obstruktiver, häufig mahlzeitenabhängiger Speicheldrüsenschwellung und Schmerz
  • Sialostase (Speichelstau) – Speichelstau durch Dehydratation, reduzierte Speichelproduktion, Gangobstruktion (Gangverschluss) oder Medikamente; prädisponiert für bakterielle Parotitis

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • IgG4-assoziierte Erkrankung der Speicheldrüsen – chronisch-entzündliche (lang anhaltende entzündliche), meist schmerzlose Speicheldrüsenschwellung; kann Sjögren-Syndrom oder chronische Parotitis imitieren
  • Sjögren-Syndrom (Autoimmunerkrankung mit Trockenheit von Augen und Mund) – Autoimmunerkrankung mit chronischer Sialadenitis, Xerostomie (Mundtrockenheit), Keratokonjunktivitis sicca (trockenes Auge) und rezidivierender Parotisschwellung

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) der Parotisregion – insbesondere bei chronischer Speicheldrüsenvergrößerung oder Sjögren-Syndrom differenzialdiagnostisch relevant
  • Parotistumor (Tumor der Ohrspeicheldrüse) – benigne (gutartige) oder maligne (bösartige) Raumforderung der Glandula parotis; typischerweise persistierende, meist einseitige Schwellung ohne akuten Infektverlauf
  • Rhabdomyosarkom (bösartiger Weichteiltumor) der Parotisregion/Masseterregion (Kaumuskelregion) – seltene, rasch progrediente (rasch fortschreitende) Weichteilraumforderung (Gewebevermehrung der Weichteile), vor allem im Kindesalter; kann eine einseitige Parotisschwellung imitieren

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) – rezidivierendes Erbrechen kann eine bilaterale, meist schmerzlose Parotishypertrophie (Vergrößerung der Ohrspeicheldrüse)/Sialadenose verursachen

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Dehydratation – reduziert den Speichelfluss und begünstigt Sialostase sowie akute bakterielle Parotitis

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Urämie (Harnvergiftung) bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz (Nierenschwäche) – metabolische Ursache einer Speicheldrüsenvergrößerung beziehungsweise prädisponierender Faktor für Sialadenitis

Medikamente

  • Anticholinerge Medikamente – Mundtrockenheit und Sialostase mit erhöhtem Risiko für bakterielle Parotitis
  • Diuretika (harntreibende Medikamente) – Dehydratation und reduzierte Speichelsekretion (Speichelabsonderung) als prädisponierende Faktoren für Sialostase und bakterielle Parotitis
  • Jodhaltige Kontrastmittel – seltene Ursache einer akuten Sialadenitis/Sialadenose
  • Radiojodtherapie (Behandlung mit radioaktivem Jod) – mögliche Ursache einer akuten oder chronischen Sialadenitis

Umweltbelastungen – Intoxikationen (Vergiftungen)

  • Chronischer Alkoholkonsum – kann eine bilaterale, nichtentzündliche Parotisvergrößerung (Vergrößerung der Ohrspeicheldrüse)/Sialadenose verursachen