Einleitung
Mumps (Parotitis epidemica)

Bei der Parotitis epidemica, Mumps oder Ziegenpeter im Volksmund genannt (Synonyme: Mumps; Parotitis epidemica (Mumps); Parotitis epidemika; Salivitis epidemica; ICD-10 B26.-: Mumps), handelt es sich um eine akute (plötzlich auftretende) und generalisierte Virusinfektion. Das verantwortliche Paramyxovirus (RNA-Virus) gehört zur Gattung des Rubulavirus, aus der Familie der Paramyxoviren.

Der Mensch stellt zurzeit das einzige relevante Erregerreservoir dar.

Vorkommen: Die Infektion tritt weltweit auf.

Um die Kontagiosität mathematisch zu quantifizieren, wurde der sogenannte Kontagiositätsindex (Synonyme: Kontagionsindex; Infektionsindex) eingeführt. Er gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der eine nicht-immune Person nach dem Kontakt mit einem Krankheitserreger infiziert wird.
Der Kontagiositätsindex für Parotitis epidemica liegt bei 0,40, das heißt, dass 40 von 100 ungeimpften Personen nach dem Kontakt mit einem Mumps-Infizierten infiziert werden.
Manifestationsindex: Ca. 50 % der Mumps-Infizierten erkranken erkennbar an Mumps.

Mumps tritt in Epidemien auf, das heißt örtlich und zeitlich stark gehäuft.

Die Erkrankung tritt gehäuft in der kalten Jahreszeit auf.

Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) erfolgt aerogen (Tröpfcheninfektion in der Luft) sowie über Schmierinfektion (z. B. direkter Speichelkontakt).

Mensch-zu-Mensch-Übertragung: Ja.

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) beträgt in der Regel 16-18 Tage (12-25 Tage sind möglich).

Geschlechterverhältnis: Jungen sind doppelt so häufig betroffen wie Mädchen.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend im Alter zwischen 4 und 15 Jahren auf, aber auch im Erwachsenenalter – dann mit häufigeren Komplikationen.

Seroprävalenz (Anzahl (in Prozent) des positiv getesteten serologischen Parameters): Bei Frauen im gebärfähigen Alter beträgt die Mumpsvirus-IgG(Immunglobulin G)-Antikörper-Prävalenz 60-70 % [1]

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) beträgt ca. 0,7 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr.

Die Dauer der Infektiosität besteht ab dem 7. Tag vor Parotisschwellung (Schwellung der Speicheldrüse) bis zur vollständigen Abschwellung (ca. 9 Tage danach); sie ist am größten 2 Tage vor bis 4 Tage nach Erkrankungsbeginn. Auch klinisch inapparente ("nicht in Erscheinung tretende") Infektionen sind ansteckend.

Die Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität. Allerdings sind Reinfektionen möglich (wg. unvollständiger Kreuzneutralisation der verschiedenen Mumpsvirus-Genotypenabnehmender Schutz) möglich.

Verlauf und Prognose: Bei rund einem Drittel der Erkrankten verläuft die Infektion leicht bzw. asymptomatisch (ohne erkennbare Symptome). In der Regel ist die Prognose gut. Selten kommt es zu Komplikationen wie Myokarditis (Herzmuskelentzündung) oder Enzephalitis (Gehirnentzündung).
Von einer erhöhten Abort (Fehlbeburten)- und Frühgeburtenrate nach Mumpsinfektion ist nicht auszugehen [2].

Letalität (Sterblichkeit bezogen auf die Gesamtzahl der an der Krankheit Erkrankten): 1 ‰ der Erkrankten

Impfung: Eine Schutzimpfung gegen Mumps ist verfügbar.

In Deutschland ist der direkte oder indirekte Nachweis des Erregers nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig, soweit die Nachweise auf eine akute Infektion hinweisen.

Literatur

  1. Enders M, Biber M, Exler S (2007) Masern, Mumps und Röteln. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 50:1393-1398
  2. Enders M, Rist B, Enders G (2005) Abort- und Frühgeburtenrate nach akuter Mumpsinfektion in der Schwangerschaft. Gynakol Geburtshilfliche Rundsch 45:39-43

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Virusinfektionen. (AWMF-Registernummer: 093-001), März 2014 Langfassung

     
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