Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Anamnese
Atemnot (Dyspnoe)

Die Anamnese (Krankengeschichte) stellt einen wichtigen Baustein in der Diagnostik der Dyspnoe (Atemnot) dar.

Familienanamnese

  • Wie ist der allgemeine Gesundheitszustand Ihrer Angehörigen?
  • Gibt es in Ihrer Familie Erkrankungen des Herzkreislaufsystems oder der Atemwege, die häufig vorkommen?

Soziale Anamnese

  • Welchen Beruf üben Sie aus?
  • Sind Sie in Ihrem Beruf schädigenden Arbeitsstoffen ausgesetzt?

Aktuelle Anamnese/Systemanamnese (somatische und psychische Beschwerden)

  • Seit wann besteht die Luftnot?
  • Graduierung pulmonaler Dyspnoe (lungenbedingter Atemnot) nach den modifizierten Vorschlägen des Medical Research Council (MRC):
    • Grad 0: „Ich habe nie Atemnot außer bei starker Anstrengung“
    • Grad 1: „Ich habe Atemnot beim schnellen Gehen oder beim Bergaufgehen mit leichter Steigung“
    • Grad 2: „Ich gehe beim Gehen in der Ebene langsamer als Gleichaltrige oder benötige bei selbst gewählter Geschwindigkeit Pausen“
    • Grad 3: „Ich benötige ein Pause wegen Atemnot beim Gehen in der Ebene nach 100 m oder wenigen Minuten“
    • Grad 4: „Ich bin zu kurzatmig, um das Haus zu verlassen oder mich an- oder auszuziehen“
  • Ist die Atemnot
    • plötzlich aufgetreten?
    • episodisch (vorübergehend)?
    • langsam progredient (fortschreitend)?
    • rasch progredient (fortschreitend)?
  • Wobei besteht die Atemnot?
    • beim Einatmen?
    • Ausatmen?
    • in Ruhe?
    • bei Belastung?
    • hustenabhängig?
  • Gab es einen direkten Auslöser?
  • Ist die Atemnot anfallsweise oder lageabhängig?
  • Wie viele Kissen benutzen Sie zum Schlafen? 
  • Können Sie flach liegen, ohne zu wenig Luft zu bekommen? 
  • Ist die Atemnot von einem Atemzug auf den anderen aufgetreten?*
  • Wie stark ist die Atemnot?
  • Haben Sie weitere Symptome wie Fieber, Husten etc.?*
  • Kommt es dabei zu zähem Auswurf? Hustenanfällen?*
  • Tritt dann auch ein Engegefühl in der Brust auf?*
  • Wann treten diese Symptome auf? Abhängig von der Jahreszeit? Abhängig von sonstigen Faktoren?
  • Hatten Sie in der letzten Zeit einen Infekt der Atemwege?
  • Haben Sie Wadenschmerzen?
  • Haben Sie viel Stress?

Vegetative Anamnese inkl. Ernährungsanamnese

  • Rauchen Sie? Wenn ja, wie viele Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen pro Tag?
  • Wird in Ihrer Umgebung geraucht?
  • Leben Sie in der Stadt oder auf dem Land (bezüglich Luftverschmutzung)?
  • Trinken Sie Alkohol? Wenn ja, welches Getränk bzw. welche Getränke und wie viele Gläser pro Tag?
  • Nehmen Sie Drogen? Wenn ja, welche Drogen und wie häufig pro Tag bzw. pro Woche?
  • Hat sich Ihr Appetit verändert?
  • Ist Ihnen eine ungewollte Veränderung des Gewichts aufgefallen?
  • Sind Ihnen Veränderungen in der Verdauung und/oder der Wasserausscheidung aufgefallen?
  • Leiden Sie unter Schlafstörungen?

Eigenanamnese

  • Vorerkrankungen (Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Herzerkrankungen)
  • Operationen
  • Strahlentherapie
  • Allergien
  • Umweltanamnese (Sind Sie Metallsalzen, Holz- oder Pflanzenstäuben oder anderen Chemikalien (beruflich oder privat) ausgesetzt?)

Medikamentenanamnese

  • Antineoplastische Mittel (andere antineoplastische Mittel [z. B. Proteinkinase-Inhibitoren], Antimetabolite)
  • Amiodaron (Antiarrhythmikum) → Interstitielle Pneumonitis (Sammelbegriff für jede Form der Lungenentzündung (Pneumonie), welche nicht die Alveolen (Lungenbläschen), sondern das Interstitium bzw. den Zellzwischenraum betrifft)
  • Betablocker, nichtselektive (Propranolol, Pindolol, Carvedilol)
  • Cox-Hemmer (z. B. Acetylsalicylsäure, Indometacin) – durch die Hemmung von Cyclooxygenasen (COX) wird Arachidonsäure verstärkt von der Lipoxygenase in Leukotriene umgewandelt, die einen Asthmaanfall auslösen können
  • Monoklonale Antikörper – Pertuzumab
  • mTOR-Inhibitoren (Everolimus, Temsirolimus)
  • Nitrofurantoin (Antibiotikum)
  • Opioide (Schmerzmittel, die eine schmerzdämpfende Wirkung an den sogenannten Opioidrezeptoren besitzen; z. B. Morphin)
  • Röntgenkontrastmittel (als Sofortreaktion)
  • Thrombozytenaggretationshemmer (z. B. Acetylsalicylsäure, Ticagrelor)

* Falls diese Frage mit "Ja" beantwortet worden ist, ist ein sofortiger Arztbesuch erforderlich! (Angaben ohne Gewähr)

     
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