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Ursachen
Krätze (Scabies)

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Bei der Scabies kommt es durch häufig engen und längeren Hautkontakt zu einer Übertragung der Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei variatio hominis). Diese bevorzugt Körperteile, an denen eine dünne Hornschicht und eine relativ hohe Temperatur vorliegen.

Alle Milbenstadien benötigen für das Eindringen in die Haut des Wirts ca. unter 30 Minuten.

Nachdem die weiblichen Milben an der Hautoberfläche begattet wurden, sterben die Männchen und die Weibchen graben Gänge in der Stratum corneum (Hornschicht) der Epidermis, wo sie täglich wenige Eier ablegen. Sie scheiden viele Kotballen aus, die ebenfalls in den Gängen lagern. Aus den Eiern schlüpfen nach wenigen Tagen Larven, die wieder an die Oberfläche kriechen. 

Die Scabies-Gänge imponieren als kommaförmige Rötungen, die leicht erhaben sind und über dem Hautniveau liegen.

Die Krätzemilbe ist auf den Menschen angewiesen und kann außerhalb der menschlichen Haut bei normaler Raumtemperatur (21 °C) und relativer Luftfeuchtigkeit (40-80 %) 24 bis 36 Stunden lang überleben und ihre Ansteckungsfähigkeit behalten.

Ätiologie (Ursachen)

Biographische Ursachen

  • Sozioökonomische Faktoren – niedriger sozioökonomischer Status
  • Schlechte hygienische Bedingungen
  • Hohe Bevölkerungsdichte
  • Schlechte medizinische Versorgung

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Schlechte hygienische Bedingungen
  • Häufige (intensive) Körperkontakte (z. B. Kuscheln mit Kindern; Geschlechtsverkehr)
  • Eine Übertragung durch gemeinsam benutzte Bettwäsche, Unterwäsche, Handtücher etc. ist theoretisch möglich

Krankheitsbedingte Ursachen

  • Immundefizienz (Abwehrschwäche)

Risikofaktoren für Scabies crustosa (modifiziert nach [1])

  • Chronische Erkrankungen: Autoimmunerkrankungen, Diabetes mellitus, Lebererkrankungen, Alkohol- und Drogenabhängigkeit, Fehl- und Mangelernährung, Dialyse
  • Immunsuppression:
    • Erkrankungen: Down-Syndrom, HIV-, HTLV-1-Infektion, Graft-versus-Host-Krankheit, Leukämien, Lymphome, kongenitale Immundefekte
    • Medikamente: Corticosteroide (systemische und topische), Biologika, Immunsuppressiva, Zytostatika
  • Sensibilitätsstörungen der Haut: sensorische Neuropathie, Lepra, Rückenmarksverletzungen, senile Demenz, Syringomyelie, Tabes dorsale,
  • Körperliche Behinderung: Paresen, Paraplegie, Epidermolysis bullosa, schwere Arthropathie

Hinweis: Bei der Scabies crustosa lassen sich Tausende bis Millionen Milben in und auf der Haut nachweisen.

Literatur

  1. Hamm H: Skabies. In: Von Stebut E (ed.): Reisedermatosen: Berlin, Heidelberg, New York: Springer 2015; 151-7
     
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