Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Medikamentöse Therapie
Krätze (Scabies)

Therapieziele

  • Eliminierung der Krätzmilben (Sarcoptes scabiei variatio hominis; Parasit)
  • Partnermanagement, d. h. ggf. infizierte Partner müssen ausfindig gemacht und behandelt werden (Kontakte müssen über 2 Monate rückverfolgt werden) [European Guidelines].
    Beachte: Kontaktpersonen sollten simultan antiskabiös behandelt werden, auch bei fehlenden Hautveränderungen (wg. langer Sensibilisierungsphase).

Therapieempfehlungen

  • Skabizide/Anti-Milben-Mittel (Mittel der ersten Wahl: Permethrin [European Guidelines]; beachte Hinweise zum Alter; Schwangerschaft/Stillphase; Scabies norvegica sive crustosa):
    • Säuglinge, einschließlich Neugeborene: stationäre Therapie Crotamitonsalbe; (5%iges Permethrin)
  • Stark entzündliche Haut: vor oder mit Beginn der antiskabiösen Therapie für 2 bis 3 Tage ein topisches Kortikosteroid 
  • Nach der topischen Ganzkörperbehandlung (aller Hautregionen einschließlich Kopfhaut, Leistengegend, Nabel, äußeren Genitalien, Finger- und Zehenzwischenräumen sowie der Haut unter den Nagelenden) in der Nacht (8-12 h) muss morgens ein Vollbad mit einem Detergens und Antiseptikum genommen werden, um die Reste abzuwaschen. 
  • Systemische Behandlung: Ivermectin (oral) oder Benzylbenzoat (Mittel der zweiten Wahl): vor allem bei Nichtansprechen auf Permethrin [European Guidelines]
  • Therapierefraktärer Verlauf: Kombination von Permethrin und Ivermectin
  • Scabies crustosa: Kombination von Permethrin und Ivermectin
  • Postskabiöse Granulome (nicht mehr kontagiös/infektiös; Auftreten von Papeln und Knoten noch für Wochen und Monate nach einer erfolgreichen Therapie mit Skabiziden): antiinflammatorische Therapie (z. B. topische Corticosteroide)
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

Aus Sicherheitsgründen Wiederholung der Lokaltherapie nach 8-10 Tagen bei:

  • immunsupprimierten Patienten
  • Scabies crustosa
  • ausgedehnter Skabies (viele gangartige Papeln oder Knoten)
  • Skabies-Ausbrüchen in Heimen und falls mehrere Personen betroffen sind (Unterbrechung von Infektionsketten
  • Zweifel an Behandlungscompliance 

Beachte:

  • Erforderlich ist ein lückenloses Eincremen!
  • Kapillitium (Gesamtheit der Kopfhaare) und das Gesicht sind mit zu behandeln im frühen Kindesalter, bei immunsupprimierten oder älteren Patienten sowie Patienten mit Scabies crustosa.
  • Das topische (örtliche) Medikament sollte auch um die Nägel und unter die Nägel appliziert werden.
  • Die behandelnden Personen sollten Handschuhe tragen. Ein Schutzkittel ist erforderlich bei der Behandlung von Kindern, pflegebedürftigen Person und vor allem bei Patienten mit Scabies crustosa.
  • Indikationen für eine stationäre Behandlung:  schwere bakterielle Sekundärinfektionen, Versagen der Therapie im ambulanten Bereich und Scabies crustosa. 

Verdacht eines Befalls einer Gemeinschaftseinrichtung [European Guidelines]

  • Personen, die im näheren Kontakt mit dem Erkrankten standen, sollen behandelt werden, auch wenn sie keine Symptome zeigen: einmalige Gabe von 200 µg Ivermectin pro Kilogramm Körpergewicht und nach zwei Wochen eine zweite Dosis.

Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für das Immunsystem sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:

  • Vitamine (A, C, E, D3, B1, B2, Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), B6, B12, Folsäure, Biotin)
  • Spurenelemente (Chrom, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Zink)
  • Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA))
  • Sekundäre Pflanzenstoffe (Beta-Carotin, Flavonoide (Citrusfrüchte), Lycopin (Tomaten), Proanthocyanidine (Cranberrys), Polyphenole)
  • Weitere Vitalstoffe (Probiotische Kulturen: Laktobazillen, Bifidobakterien)

Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.

Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.

Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.

Leitlinien

  1. Tiplica GS et al.: 2015 European guidelines for the management of partners of persons with sexually transmitted infections. JEADV 2015; online 7. Mai 2015
  2. S1-Leitlinie: Skabies, Diagnostik und Therapie. (AWMF-Registernummer: 013-052), Januar 2016 Kurzfassung
  3. Salvastru CM et al.: European guideline for the management of scabies. JEADV 2017 First published: 22 June 2017 doi: 10.1111/jdv.14351

     
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