Strahlentherapie
Malignes Melanom

Als Primärbehandlung wird die Strahlentherapie (Radiotherapie; Radiatio) beim malignen Melanom nur durchgeführt, wenn die Operation nicht durchgeführt werden kann.

Die Strahlentherapie des Primärtumors ist indiziert bei [S3-Leitlinie]:

  • Lentigo-maligna-Melanomen, die aufgrund von Ausdehnung, Lage und/oder Alter des Patienten für eine operative Therapie nicht geeignet sind.
  • inoperablen R1- oder R2-resezierten Primärtumoren  (mikroskopisch bzw. makroskopisch nachgewiesener Residualtumor/Resttumor) mit dem Ziel der lokalen Kontrolle.
  • desmoplastischen malignen Melanomen (DMM), die nicht mit ausreichendem Sicherheitsabstand reseziert wurden (< 1 cm bzw. R1/R2), sollte eine postoperative Radiotherapie durchgeführt werden, um die lokale Tumorkontrolle zu sichern.
    Beachte: DMM haben eine hohe Rezidivrate (Wiederauftreten des Tumors)

Des Weiteren ist eine Strahlentherapie indiziert bei:

  • regionalen Lymphknotenmetastasen oder In-Transit-Metastasen, wenn eine operative Therapie nicht möglich ist (lokale Radiotherapie)
  • multiplen Knochen- und Hirnmetastasen (Kombinationstherapie aus Radiotherapie und CTLA-4-Blocker Ipilimumab).

Adjuvante Strahlentherapie (Radiotherapie) nach Lymphadenektomie (Lymphknotenentfernung) [S3-Leitlinie]:

  • Zur Verbesserung der Tumorkontrolle der Lymphknotenstation sollte eine postoperative (nach einer Operation) adjuvante Radiotherapie bei Vorliegen mindestens eines der folgenden Kriterien durchgeführt werden:
    • 3 befallene Lymphknoten,
    • Kapseldurchbruch,
    • Lymphknotenmetastase (Tochtergeschwülste in einem Lymphknoten) > 3 cm,
    • Lymphogenes Rezidiv (Wiederauftreten des Tumors im Lymphsystem)

Radiotherapie von Fernmetastasen [S3-Leitlinie]

  • Konventionelle Fraktionierungsschemata zeigen im Vergleich zu höheren Einzeldosen (> 3 Gy) die gleiche Effektivität bezüglich der lokalen Tumorkontrolle.
  • Bei Knochenmetastasen (ossäre Metastasierung) sollte zur Verbesserung der klinischen Beschwerdesymptomatik eine Bestrahlungstherapie durchgeführt werden.
  • Bei multiplen symptomatischen Hirnmetastasen (Tochtergeschwülste im Gehirn) sollte eine palliative Bestrahlung ("Bestrahlung zur Linderung der Beschwerden") des ganzen Gehirns angeboten werden, wenn die erwartete Lebenszeit länger als 3 Monate beträgt.

Derzeit wird die Kombination von Strahlentherapie und Hyperthermie untersucht. 

Weitere Hinweise

  • Die mediane Gesamtüberlebenszeit von Melanompatienten mit Hirnmetastasen (Tochtergeschwülste im Gehirn) und einer modernen medikamentösen Therapie (BRAF-, CTLA-4- und PD-1-Hemmer) und zusätzlicher stereotaktischer Radiatio (Strahlentherapie mittels eines computerassistierten Zielführungssystems, das eine genaue Lokalisationskontrolle und sehr exakte Bestrahlung ermöglicht) oder Operation lag bei einem Median mit knapp 15 Monate [1].

Literatur

  1. Tio M. et al.: Survival and prognostic factors for patients with melanoma brain metastases in the era of modern systemic therapy. Pigment Cell & Melanoma Research 2018; online 10 Jan. 2018 | doi: 10.1111/pcmr.12682

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms. (AWMF-Registernummer: 032-024OL), Oktober 2019 Kurzfassung Langfassung
     
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