Medizingerätediagnostik
Malignes Melanom

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Dermatoskopie (erhöht die diagnostische Treffsicherheit)
  • Lymphknotensonographie (Ultraschalluntersuchung der Lymphknoten) (z. B. zervikale, axilläre, inguinale; abdominelle Lymphknoten)
    • Bei Erstdiagnose – Patienten mit Primärdiagnose eines malignen Melanoms ab Tumorstadium IB bzw. ≥ 0,8 mm Tumordicke, keine Ulzeration < 4 mm, mit Ulzeration oder ≥ 4 mm, mit Ulzeration
    • Zur Nachsorge:
      • Stadium IB-IIB:
        • Tumordicke ≤ 1 mm mit Ulzeration oder erhöhter Mitoserate oder
        • Tumordicke > 1 mm mit und ohne Ulzeration des Tumors
        • Tumordicke > 4 mm ohne Ulzeration, keine Metastasen)
        • Lymphknotensonographie: 1.-3. Jahr alle sechs Monate; wenn keine SLND (Sentinel-Lymphknotenbiopsie) durchgeführt wurde häufiger.
      • Stadium IIC (Tumoren über 4 mm mit Ulzeration) und Stadium III (mit Lymphknotenmetastasen) Lymphknotensonographie: 1.-3. Jahr alle drei Monate, 4. und 5. Jahr alle sechs Monate
  • Abdomensonographie (Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane) – zur Basisdiagnostik
  • Röntgenaufnahme des Thorax (Röntgen-Thorax/Brustkorb), in zwei Ebenen – zum Ausschluss von Lungenmetastasen (Tochtergeschwülste in der Lunge)

Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, körperlichen Untersuchung, Labordiagnostik und obligaten Medizingerätediagnostik – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Konfokale Lasescanrmikroskopie (KLSM; engl. Confocal laser scanning microscopy (CLSM); nichtinvasive Methode zur hochauflösenden Diagnostik von Gewebe mittels Auflichtechnik (= ex vivo); dieses erlaubt eine hochauflösende Darstellung oberflächennaher Veränderungen mit mikroskopischer Auflösung von 1-3 µm in horizontaler Schnittführung; somit eine mögliche Alternative zur konventionellen Histologie/feingewebliche Untersuchung) – zur Differentialdiagnostik melanozytärer Läsionen, d. h. zwischen malignen Melanomen, dysplastischen Nävi und anderen pigmentierten Läsionen
  • Elektrische Impedanzspektroskopie (EIS; misst den Gesamtwiderstand im Gewebe bei Wechselströmen unterschiedlicher Frequenzen) – kann Veränderungen wie atypisches Gewebe durch Aussendung und Messung von elektrischen Signalen analysieren und so beispielsweise auf ein malignes Melanom hinweisen.
    Indikationen: kutane melanozytäre Läsionen mit einem oder mehreren klinischen oder anamnestischen Merkmalen eines Melanoms 
    Interpretation mittels eine Score-Systems [2]:
    • negativer Score (EIS 0-3): belassen
    • leicht positiver Score (EIS 4-6): Recall nach drei Monaten
    • hoher positiver Score (EIS 7-10): Exzision (chirurgische Entfernung des Gewebes)
  • Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels (Synonyme: craniale MRT; cMRT; Hirn-MRT) – initial bei ≥ 4 mm Tumordicke, mit Ulzeration
  • Computertomographie (CT; schnittbildgebendes Verfahren (Röntgenaufnahmen aus verschiedenen Richtungen mit rechnerbasierter Auswertung)) – zum Staging bei Verdacht auf Metastasierung (Bildung von Tochtergeschwülsten); oder
  • Magnetresonanztomographie (MRT; computergestütztes Schnittbildverfahren (mittels magnetischer Felder, das heißt ohne Röntgenstrahlung)) – zum Staging bei Verdacht auf Metastasierung; oder
  • Positronenemissionstomographie (PET; Verfahren der Nuklearmedizin, mit dem die Erstellung von Schnittbildern lebender Organismen durch die Visualisierung der Verteilungsmuster schwach radioaktiver Substanzen ermöglicht wird) – zum Staging bei Verdacht auf Metastasierung

Dermatoskopie: Fünf Kriterien zur Diagnose von Melanoma in situ (MIS) [1]

  • 1. Unregelmäßig hyperpigmentierte Bereiche: 
    • dunkelbraune oder schwarze kleine Bereiche in zentralen Teilen der Läsion mit einer unregelmäßigen Form, die bekannten Merkmalen (Punkte, Globuli, Blotches) nicht zugeordnet werden kann
  • 2. Regressionszonen
  • 3. Prominent Skin Markings (PSM)
    • durchlaufende Furchen, die heller pigmentiert sind als die Umgebung
    • finden sich typischerweise an den Extremitäten
  • 4. Atypisches Pigmentnetzwerk
  • 5. Abgewinkelte Linien

Interpretation

  • 1 + 2 waren in mehr als 50 % der Läsionsoberfläche → Wahrscheinlichkeit für ein MIS war um das 5,4- bzw. 4,7-Fache erhöht
  • 1 + 3 →  Wahrscheinlichkeit für ein MIS war um das 4,3- bzw. 2,7-Fache erhöht
  • DD MIS versus invasives Melanom:
    • eine ausgedehnte Regression war der einzige Indikator für ein MIS.
    • ein blauweißlicher Schleier deutet eher auf ein invasives Melanom hin

Hinweis: Die Kriterien müssen noch validiert werden.

Literatur

  1. Lallas A et al. Accuracy of Dermoscopic Criteria for the Diagnosis of Melanoma In Situ. JAMA Dermatol. Published online February 21, 2018. doi:10.1001/jamadermatol.2017.6447
  2. Rocha L et al.: Analysis of an electrical impedance spectroscopy system in short-term digital dermoscopy imaging of melanocytic lesions. Br J Dermatol. 2017 Nov;177(5):1432-1438. doi: 10.1111/bjd.15595. Epub 2017 Oct 11.

Leitlinien

  1. S1-Leitlinie: Konfokale Lasermikroskopie der Haut. (AWMF-Registernummer: 013 - 076), Juli 2017 Langfassung
  2. S3-Leitlinie: Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms. (AWMF-Registernummer: 032-024OL), April 2018 Kurzfassung Langfassung
     
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