Einleitung
Akne (Acne vulgaris)

Bei der Acne vulgaris (Synonyme: Akne; Akne vulgaris; Kontaktakne; Kosmetikakne; Mallorca-Akne; ICD-10-GM L70.0: Acne vulgaris) handelt es sich um eine Hauterkrankung, die meist in der Pubertät auftritt. Es bilden sich vermehrt Komedonen (Mitesser), aus denen sich dann Papeln, Pusteln und Knoten bilden. Insbesondere der Gesichts- und der obere Stammbereich sind betroffen.

Die Akne ist die häufigste dermatologische Erkrankung.

Bei der Akne treten verschiedene Effloreszenzen (Hauterscheinungen) auf. Zu diesen zählt man:

  • Primäre, nicht entzündliche Effloreszenzen wie Komedonen
  • Sekundäre, entzündliche Effloreszenzen wie Papeln (knötchenartige Verdickung der Haut), Pusteln (Eiterbläschen), Abszesse (abgekapselte Eiteransammlungen)
  • Tertiäre, nicht mehr entzündliche Effloreszenzen wie Narben oder Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Geschwulst im Körpergewebe)

Es werden je nach Schwere der Erkrankung drei Formen der Akne unterschieden:

  • Acne comedonica – es finden sich vermehrt geschlossene und offene Komedonen im Gesicht, vor allem in der Nasenregion
  • Acne papulopustulosa – es treten vermehrt Papeln und Pusteln im Gesicht, seltener auch am Hals, Rücken oder Armen auf
  • Acne conglobata – schwerste Form der Akne; es befinden sich alle Effloreszenzen, zum Teil auch Fistelkomedonen, vor allem am Rücken und im Nackenbereich

Daneben gibt es verschiedene weitere Sonderformen der Akne:

  • Acne fulminans – bei bestehender Acne conglobata kann es zu einem fieberhaften Infekt kommen, der sich mit Polyarthralgien (Gelenkschmerzen) und Nekrosen (abgestorbene Areale) der durch die Akne veränderten Hautbezirke zeigt
  • Acne inversa (auch Akne inversa geschrieben; Synonyme: Aknetetrade; Hidradenitis suppurativa (irreführender Begriff, da die Erkrankung nicht von den Schweißdrüsen, sondern von den Talgdrüsen und den Terminalhaarfollikeln ausgeht; chronische, entzündliche Erkrankung an Terminalfollikeln von Hautumschlagfalten, die zu ausgeprägten Vernarbungen und Behinderung führen kann), Pyodermia fistulans sinifica, Schweißdrüsenabszess) – chronisch entzündliche und schubweise verlaufende Hauterkrankung; bevorzugte Manifestationsorte sind submammär ("unterhalb der weiblichen Brust (Mamma)"), genital und perianal (in Umgebung des Afters"); Perifollikulitis (Entzündung des Gewebes, das einen Haarbalg umgibt, meistens von einer Follikulitis (Haarbalgentzündung) durch Bakterien (meistens Staphylococcus aureus) ausgehend) vor allem in den Achseln und den Leisten und ein Pilonidalsinus (Steißbeinfistel) führen insgesamt zu ausgeprägter Narbenbildung.
  • Acne excoriée des jeunes filles – leichte Akne durch ständiges Manipulieren an den Effloreszenzen, vor allem bei Mädchen und jungen Frauen auftretend
  • Acne medikamentosa – vor allem durch Glucocorticoide (Medikamente gegen Entzündungen und allergische Reaktionen) ausgelöste Akne
  • Acne neonatorum – leichte Akne mit Papeln und Pusteln, die sich innerhalb weniger Monate wieder zurückbildet
  • Acne venenata (Kontaktakne) – durch Kontakt mit verschiedenen Stoffen wie Öl, Pech oder Dioxin auftretende Akne; vor allem bei Personen, die eine Veranlagung zur Acne vulgaris haben
  • Acne mechanica – Auftreten einer Acne vulgaris durch eine Entzündung an Druckstellen
  • Kosmetikakne – kann bei falscher Hautpflege auftreten
  • Acne aestivalis (Mallorca-Akne) – Bildung von Papeln an lichtexponierten (dem Sonnenlicht ausgesetzt) Körperstellen; wahrscheinlich sind Sonnenschutzmittel an der Bildung beteiligt

Geschlechterverhältnis: Jungen sind etwas häufiger betroffen als Mädchen.

Das Erstmanifestationsalter liegt bei ungefähr dem 10. Lebensjahr.

Häufigkeitsgipfel: Das Maximum des Auftretens der Akne liegt zwischen dem 15. und 18. Lebensjahr. Jedoch können auch 10-20 % der Erwachsenen betroffen sein.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) liegt bei 60-80 % (in der Pubertät). Bei Männern liegt die Prävalenz bei ca. 30 % und bei Frauen bei ca. 24 %.

Verlauf und Prognose: Bei 70 % der Betroffenen verläuft die Akne sehr leicht, bei 30 % wird eine medikamentöse Therapie durchgeführt. Die Krankheit zeigt Verläufe von mehr als drei Monaten bis zu 10-30 Jahren.
In der Mehrheit der Fälle kommt es nach der Pubertät zu einer spontanen Rückbildung. Bei ca. 2-7 % bleiben erhebliche Narben zurück. In etwa 10 % der Fälle hält die Erkrankung über das 25. Lebensjahr hinaus an (überwiegend bei Frauen).

Komorbiditäten (Begleiterkrankungen): Die Akne ist vermehrt mit psychosomatischen Erkrankungen wie Depressionen, sozialen Ängsten, körperdysmorphen Störungen („Angst vor der Hässlichkeit“) und Zwangsstörungen vergesellschaftet.

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Behandlung der Akne. (AWMF-Registernummer: 013-017), Februar 2010 Langfassung
  2. S1-Leitlinie: Acne inversa / Hidradenitis suppurativa. (AWMF-Registernummer: 013-012), Dezember 2012 Langfassung

     
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