Einleitung
Halsschmerzen

Halsschmerzen (ICD-10 R07.0: Halsschmerzen) sind Schmerzen, die im Bereich des Hals-, Mund- und Rachenraums auftreten.

Halsschmerzen sind ein häufiges Symptom einer Pharyngitis (Rachenentzündung). In den meisten Fällen sind Halsschmerzen Anzeichen eines leichten Infekts der oberen Atemwege, der überwiegend viral bedingt ist (Virenquote von bis zu 80 %). Die Definition „Pharyngitis“ umfasst Pharyngitis, Rhinopharyngitis (kombinierte Entzündung von Nasenschleimhaut (Rhinitis) und Rachenschleimhaut (Pharyngitis)), akute Tonsillitis (Mandelentzündung) bzw. Tonsillopharyngitis – siehe dazu unter der gleichnamigen Erkrankung.

Gemäß akutellen S2k-Leitlinie soll bei Patienten mit Halsschmerzen mit oder ohne Schluckbeschwerden nur noch eine der drei folgenden Diagnosen angegeben werden:

  • "akute Tonsillitis" (Gaumenmandelentzündung)
  • "akute Pharyngitis" (Rachenschleimhautentzündung)
  • "akute Tonsillopharyngitis" (Rachen- und/oder Gaumenmandelentzündung)

Halsschmerzen können Symptom vieler Erkrankungen sein (siehe unter "Differentialdiagnosen").

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend in der Gruppe der unter 45-Jährigen auf.

Bei knapp 2 % der Patientenkontakte in Hausarztpraxen sind Halsschmerzen das Hauptanliegen (in Deutschland und den USA). Ein Sechstel der Fälle wird von den Ärzten als gravierend eingestuft.

Verlauf und Prognose: Bei Vorliegen von Halsschmerzen muss – soweit möglich – eine Festlegung auf eine der folgenden Diagnosen erfolgen: akute Tonsillitis (Mandelentzündung), akute Tonsillopharyngitis (Rachen- und/oder Gaumenmandelentzündung) oder akute Pharyngitis (Rachenentzündung). Diese genannten Diagnosen stellen die häufigsten Ursachen von Halsschmerzen dar

Nur selten wird ein Arztbesuch erforderlich (z. B. bei gleichzeitig auftretendem hohen Fieber). Halsschmerzen sollten sich nach ein bis zwei Tagen spontan (von selbst) bessern und nach ungefähr einer Woche verschwunden sein. 

Der weitere Verlauf bzw. die Prognose orientiert sich an der vorliegenden Erkrankung. Siehe dazu unter der jeweiligen Diagnose.

Leitlinien

  1. Leitlinie der DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V.): Halsschmerzen. HNO 2011. doi10.1007/s00106-011-2263-6
  2. S2k-Leitlinie: Therapie entzündlicher Erkrankungen der Gaumenmandeln – Tonsillitis, Therapie. (AWMF-Registernummer: 017-024), August 2015 Langfassung

     
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