Transitorische ischämische Attacke (TIA) – Medikamentöse Therapie

Therapieziel

  • Verhinderung eines frühen ischämischen Schlaganfalls (durch einen Gefäßverschluss verursachten Schlaganfalls) und weiterer transitorischer ischämischer Attacken (vorübergehender Durchblutungsstörungen des Gehirns): unverzügliche Akutdiagnostik und Einleitung einer ätiologiespezifischen Sekundärprävention.
  • Reduktion des langfristigen vaskulären Risikos: konsequente Behandlung von Vorhofflimmern (unregelmäßigem Herzrhythmus), arterieller Hypertonie (Bluthochdruck), Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und weiteren modifizierbaren Risikofaktoren.

Therapieempfehlungen

  • Notfallmanagement: Jede klinisch wahrscheinliche transitorische ischämische Attacke (TIA) ist ein medizinischer Notfall. Die neurologische Beurteilung und Ursachenabklärung sollen unverzüglich, möglichst innerhalb von 24 Stunden, erfolgen. Patienten mit TIA-Symptomatik innerhalb der vergangenen 48 Stunden sollten umgehend auf einer Stroke Unit behandelt werden. Bei Symptombeginn vor 2-14 Tagen ist dies insbesondere bei rezidivierenden Ereignissen, hohem ABCD2-Score, Vorhofflimmern, symptomatischer extra- oder intrakranieller Stenose (Gefäßverengung außerhalb oder innerhalb des Schädels) oder relevanten Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) angezeigt. Eine gesicherte, sofort verfügbare TIA-Spezialambulanz kann bei ausgewählten klinisch stabilen Patienten eine Alternative sein [LL1-LL3].
    • Der ABCD2-Score darf nicht allein über Dringlichkeit, stationäre Aufnahme oder Therapie entscheiden. Auch Patienten mit niedrigem Score können eine behandlungsbedürftige Ursache aufweisen [LL3].
    • Bestehen die fokal-neurologischen Defizite (umschriebene Ausfälle des Nervensystems) bei Vorstellung fort, ist bis zum Beweis des Gegenteils von einem akuten Schlaganfall auszugehen; die Eignung für intravenöse Thrombolyse und/oder mechanische Thrombektomie ist sofort zu prüfen [LL2].
  • Voraussetzung der antithrombotischen Therapie: Vor Beginn einer dualen Plättchenhemmung (DAPT) muss eine zerebrale Bildgebung eine intrakranielle Blutung (Blutung innerhalb des Schädels) ausschließen; gleichzeitig sind TIA-Mimics (Erkrankungen mit TIA-ähnlichen Beschwerden), Blutungsrisiko, Vorbehandlung, geplante Eingriffe und eine mögliche kardioembolische Genese (Ursache durch ein aus dem Herzen stammendes Blutgerinnsel) zu berücksichtigen [LL3, LL4].
  • Nichtkardioembolische Hochrisiko-TIA: Bei gesicherter Hochrisiko-TIA mit ABCD2-Score ≥ 4 oder anderen Hochrisikomerkmalen und Ereignis innerhalb der vergangenen 24 Stunden soll nach Blutungsausschluss möglichst früh eine duale Plättchenhemmung mit Acetylsalicylsäure (ASS) und Clopidogrel begonnen und für 21 Tage fortgeführt werden; anschließend erfolgt eine dauerhafte Monotherapie [2-4, 6, LL1, LL3, LL4].
    • ASS: initial 150-300 mg einmalig, danach 75-100 mg/d.
    • Clopidogrel: initial 300 mg einmalig, danach 75 mg/d.
    • Die kurzfristige duale Plättchenhemmung ist besonders bei motorischen oder sprachlichen Symptomen, rezidivierenden Ereignissen oder symptomatischer atherosklerotischer Stenose (durch Gefäßablagerungen bedingte Gefäßverengung) relevant.
    • Bei unklarer Diagnose, Niedrigrisiko-TIA oder erhöhtem Blutungsrisiko soll keine routinemäßige duale Plättchenhemmung erfolgen.
  • Alternative duale Plättchenhemmung: ASS plus Ticagrelor kann bei ausgewählten Patienten mit nichtkardioembolischer Hochrisiko-TIA innerhalb von 24 Stunden für 30 Tage erwogen werden, insbesondere bei ABCD2-Score ≥ 6 oder symptomatischer extra- beziehungsweise intrakranieller Stenose ≥ 50 %. Wegen schwächerer Empfehlung und höherem Risiko schwerer Blutungen ist dies nicht die routinemäßige Erstwahl; die Anwendung nach TIA ist ein Off-Label-Use [5, 8, LL4].
    • ASS: initial 300-325 mg einmalig, danach 75-100 mg/d.
    • Ticagrelor: initial 180 mg einmalig, danach 90 mg 2-mal täglich bis Tag 30.
  • Langfristige Plättchenhemmung: Bei nichtkardioembolischer TIA ist nach Abschluss einer gegebenenfalls erforderlichen Kurzzeit-DAPT eine dauerhafte Monotherapie indiziert. Geeignete Optionen sind ASS 75-100 mg/d, Clopidogrel 75 mg/d oder ASS 25 mg plus retardiertes Dipyridamol 200 mg jeweils 2-mal täglich. Eine langfristige Kombination von ASS und Clopidogrel ist wegen des kumulativen Blutungsrisikos nicht indiziert [LL1, LL5].
  • Vorhofflimmern oder andere kardioembolische Ursache: Bei TIA infolge Vorhofflimmerns ist eine orale Antikoagulation indiziert; eine TIA zählt im CHA2DS2-VA-Score mit 2 Punkten. Nach Ausschluss einer intrakraniellen Blutung und bei fehlendem Hirninfarkt (Absterben von Hirngewebe durch Mangeldurchblutung) kann die orale Antikoagulation im Regelfall sofort begonnen beziehungsweise wiederaufgenommen werden [LL1, LL6].
    • Direkte orale Antikoagulanzien sind bei geeignetem Patienten den Vitamin-K-Antagonisten vorzuziehen.
    • Vitamin-K-Antagonisten bleiben bei mechanischer Herzklappe und bei mittelgradiger bis schwerer rheumatischer Mitralstenose (durch eine rheumatische Erkrankung verursachte Verengung der Mitralklappe) Standard.
    • Eine zusätzliche Plättchenhemmung ist unter oraler Antikoagulation ohne eigenständige vaskuläre Indikation nicht angezeigt.
    • Zeigt die Bildgebung entgegen der klinischen TIA-Diagnose einen akuten Hirninfarkt, richtet sich der Beginn der Antikoagulation nach Infarktgröße, Blutungsrisiko und neurologischem Verlauf.
  • Kryptogene TIA (TIA unklarer Ursache): Ohne nachgewiesenes Vorhofflimmern oder eine andere gesicherte kardioembolische Indikation soll keine empirische orale Antikoagulation erfolgen. Bis zur Ursachenklärung ist eine Plättchenhemmung angezeigt; zugleich ist eine ausreichend lange Rhythmusdiagnostik zum Nachweis eines intermittierenden Vorhofflimmerns erforderlich [LL1, LL5].
  • Symptomatische intrakranielle Atherosklerose (Gefäßverkalkung innerhalb des Schädels): Bei kürzlich aufgetretener TIA und schwerer symptomatischer intrakranieller Stenose von 70-99 % kann unter spezialärztlicher Führung ASS plus Clopidogrel für bis zu 90 Tage eingesetzt werden; danach ist auf eine Monotherapie umzustellen. Diese Sonderindikation darf nicht auf die allgemeine TIA-Population übertragen werden [LL1, LL5].
  • Symptomatische Karotisstenose (Verengung der Halsschlagader): Plättchenhemmung und hochintensive Statintherapie sind sofort einzuleiten. Sie dürfen die dringliche gefäßchirurgische beziehungsweise interventionelle Beurteilung nicht verzögern; das perioperative antithrombotische Regime ist mit dem behandelnden Zentrum abzustimmen [LL1, LL3].
  • Lipidsenkung: Bei atherosklerotischer Genese oder Dyslipidämie soll eine hochintensive Statintherapie begonnen beziehungsweise intensiviert werden. Ziel ist ein Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin (LDL-Cholesterin) < 70 mg/dl (< 1,8 mmol/l) und eine Senkung um mindestens 50 % gegenüber dem Ausgangswert. Wird das Ziel mit der maximal verträglichen Statindosis nicht erreicht, ist Ezetimib zu ergänzen; bei weiterhin unzureichender Senkung kommt ein Hemmer der Proproteinkonvertase Subtilisin/Kexin Typ 9 (PCSK9-Hemmer) infrage [7, LL1, LL5].
  • Antihypertensive Therapie: Nach Stabilisierung soll eine bestehende antihypertensive Therapie fortgeführt beziehungsweise eine Hypertonie behandelt werden. Als langfristiger Zielwert gilt im Regelfall < 130/80 mmHg, sofern verträglich; Wirkstoffwahl und Zielwert sind bei hochgradigen Gefäßstenosen, Orthostase (Blutdruckabfall beim Aufstehen), Gebrechlichkeit und relevanten Komorbiditäten zu individualisieren [LL1, LL5].
  • Diabetes mellitus: Die antihyperglykämische Therapie und das HbA1c-Ziel sind individuell festzulegen. Bei geeigneten Patienten sind Wirkstoffe mit nachgewiesenem kardiovaskulärem Nutzen entsprechend der diabetologischen und kardiologischen Indikation zu bevorzugen.

Sekundärprävention

  • Frühe ASS-Therapie: Die Re-Analyse randomisierter Studien zeigte, dass ASS nach TIA oder ischämischem Schlaganfall das Risiko eines frühen, insbesondere behindernden oder tödlichen Rezidivschlaganfalls (erneuten Schlaganfalls) deutlich reduziert; der Nutzen ist in den ersten Tagen und Wochen am größten [1].
  • ASS plus Clopidogrel: CHANCE und POINT belegen bei nichtkardioembolischer Hochrisiko-TIA beziehungsweise leichtem ischämischem Schlaganfall einen frühen Nutzen der DAPT. Die gepoolte Analyse zeigt, dass der klinische Nettonutzen im Wesentlichen auf die ersten 21 Tage begrenzt ist; eine längere Kombination erhöht das Blutungsrisiko [2, 3, 6].
  • ASS plus Ticagrelor: In THALES senkte die Kombination gegenüber ASS allein die 30-Tage-Rate von Schlaganfall oder Tod, erhöhte aber schwere Blutungen. In der Analyse behindernder Ereignisse betrug die Rate für behindernden Schlaganfall oder Tod 4,0 % unter Ticagrelor plus ASS gegenüber 4,7 % unter ASS allein [5, 8].
  • Ätiologiespezifische Langzeittherapie: Plättchenhemmung bei nichtkardioembolischer TIA und orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern sind nicht austauschbar. Die definitive Strategie muss nach abgeschlossener Gefäß-, Herz- und Rhythmusdiagnostik überprüft werden [LL1, LL5, LL6].

Wirkstoffe (Hauptindikation) zur Sekundärprophylaxe

Thrombozytenaggregationshemmer

Wirkstoff Besonderheiten
Acetylsalicylsäure Beginn nach Ausschluss einer intrakraniellen Blutung; dauerhaft als Monotherapie oder kurzfristig als Bestandteil der DAPT.
Clopidogrel Bei Hochrisiko-TIA zusammen mit ASS für 21 Tage, danach Monotherapie; CYP2C19-abhängige Aktivierung. Die konkrete DAPT-Indikation kann abhängig vom verwendeten Präparat ein Off-Label-Use sein.
Ticagrelor Nur als ausgewählte Alternative zusammen mit ASS; Off-Label-Use nach TIA; keine routinemäßige Erstwahl.
Acetylsalicylsäure plus retardiertes Dipyridamol Option für die langfristige Sekundärprävention; Kopfschmerzen können die Verträglichkeit begrenzen.
  • Wirkweise: Acetylsalicylsäure hemmt die Cyclooxygenase-1 irreversibel; Clopidogrel hemmt den P2Y12-Rezeptor irreversibel, Ticagrelor reversibel; Dipyridamol hemmt die Phosphodiesterase und die Adenosinaufnahme.
  • Indikationen: Frühzeitige und langfristige Sekundärprävention nach nichtkardioembolischer TIA; DAPT nur zeitlich begrenzt und risikoselektiert.
  • Kontraindikationen: Aktive pathologische Blutung, hämorrhagischer Schlaganfall (durch eine Hirnblutung verursachter Schlaganfall), relevante Blutungsdiathese (erhöhte Blutungsneigung) und substanzspezifische Überempfindlichkeit; zusätzlich sind die jeweiligen Fachinformationen zu beachten.
  • Nebenwirkungen: Blutungen, Hämatome (Blutergüsse) und gastrointestinale Beschwerden (Magen-Darm-Beschwerden); bei ASS zusätzlich Überempfindlichkeitsreaktionen und Tinnitus, bei Clopidogrel selten thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (seltene Erkrankung mit Blutgerinnseln und Mangel an Blutplättchen), bei Ticagrelor Dyspnoe (Atemnot) und Bradyarrhythmien (langsame Herzrhythmusstörungen), bei Dipyridamol Kopfschmerzen und Schwindel.

Orale Antikoagulanzien bei Vorhofflimmern

Wirkstoff Besonderheiten
Apixaban Dosisreduktion ausschließlich nach Fachinformation; Nierenfunktion, Leberfunktion und Interaktionen prüfen.
Dabigatran Bei Kreatinin-Clearance < 30 ml/min kontraindiziert; Nierenfunktion und P-Glykoprotein-Interaktionen beachten.
Edoxaban Dosisreduktion bei Vorliegen mindestens eines Reduktionskriteriums.
Rivaroxaban Mit Nahrung einnehmen; Nierenfunktion, Leberfunktion und Interaktionen prüfen.
Phenprocoumon Standard bei mittelgradiger bis schwerer rheumatischer Mitralstenose; bei mechanischer Herzklappe klappenspezifischen INR-Zielbereich beachten.
  • Wirkweise: Apixaban, Edoxaban und Rivaroxaban hemmen Faktor Xa direkt; Dabigatran hemmt Thrombin direkt; Phenprocoumon vermindert die Synthese Vitamin-K-abhängiger Gerinnungsfaktoren.
  • Indikationen: Sekundärprävention nach kardioembolischer TIA bei Vorhofflimmern; bei weiteren kardialen Emboliequellen indikationsspezifische Therapie.
  • Kontraindikationen: Aktive klinisch relevante Blutung, Läsion (Gewebeschädigung) mit hohem Blutungsrisiko, schwere gerinnungsrelevante Lebererkrankung und gleichzeitige therapeutische Antikoagulation; substanzspezifische Nierenfunktionsgrenzen beachten.
  • Nebenwirkungen: Blutungen, Anämie (Blutarmut), Hämatome und substanzspezifische gastrointestinale Beschwerden; bei Phenprocoumon zahlreiche Arzneimittel- und Nahrungsinteraktionen.

Lipidsenker bei atherosklerotischer Genese oder Dyslipidämie

Wirkstoff Besonderheiten
Atorvastatin Hochintensive Statintherapie; Dosis nach LDL-Ausgangswert, Zielwert, Verträglichkeit und Interaktionen.
Rosuvastatin Hochintensive Statintherapie; Nierenfunktion, Abstammung und Interaktionen bei der Dosiswahl berücksichtigen.
Ezetimib Zusatztherapie, wenn das LDL-Ziel unter maximal verträglicher Statindosis nicht erreicht wird oder eine Statinintoleranz besteht.
Evolocumab Bei weiterhin nicht erreichtem LDL-Ziel und sehr hohem vaskulärem Risiko.
Alirocumab Dosisanpassung nach LDL-Ansprechen und Therapieziel.
  • Wirkweise: Statine hemmen die HMG-CoA-Reduktase; Ezetimib hemmt die intestinale Cholesterinaufnahme; PCSK9-Hemmer steigern die hepatische LDL-Rezeptorverfügbarkeit.
  • Indikationen: LDL-Senkung bei atherosklerotischer TIA oder Dyslipidämie mit dem Ziel LDL-Cholesterin < 70 mg/dl und Absenkung um mindestens 50 %.
  • Kontraindikationen: Bei Statinen aktive Lebererkrankung, Schwangerschaft und Stillzeit; bei den übrigen Wirkstoffen substanzspezifische Gegenanzeigen beachten.
  • Nebenwirkungen: Statine können Myalgien (Muskelschmerzen), Transaminasenanstieg und selten Myopathie (Muskelerkrankung) verursachen; Ezetimib kann gastrointestinale Beschwerden hervorrufen; PCSK9-Hemmer können Reaktionen an der Injektionsstelle auslösen.

Beachte

  • Keine Verzögerung: Der größte Nutzen der antithrombotischen Sekundärprävention liegt in den ersten Stunden und Tagen nach einer TIA.
  • Keine unselektierte DAPT: ASS plus Clopidogrel ist keine Standardtherapie jeder vermuteten TIA und keine langfristige Therapie.
  • Keine Kombination mit Antikoagulation ohne Zusatzindikation: DAPT beziehungsweise Plättchenhemmung plus orale Antikoagulation erhöht das Blutungsrisiko und ist nur bei eigenständiger Indikation zeitlich begrenzt vertretbar.
  • Gastroprotektion: Bei erhöhtem gastrointestinalem Blutungsrisiko ist ein Protonenpumpenhemmer zu erwägen. Unter Clopidogrel sollten Omeprazol und Esomeprazol wegen der CYP2C19-Interaktion möglichst vermieden werden; Pantoprazol ist in der Regel zu bevorzugen.
  • Keine empirische Dosissteigerung: Ein Ereignis unter Plättchenhemmung oder Antikoagulation erfordert zunächst die Prüfung von Adhärenz, Dosierung, Interaktionen und Ätiologie; eine ungeprüfte Intensivierung ist nicht angezeigt.
  • Rekanalisationstherapie: Bei vollständig regredienter Symptomatik besteht keine Indikation zur intravenösen Thrombolyse oder mechanischen Thrombektomie. Bei fortbestehendem oder erneutem Defizit ist unverzüglich nach dem Akut-Schlaganfall-Algorithmus vorzugehen [LL2].

Supplemente

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für die Gesundheit von Herz und Gefäßen sollten die folgenden Mikronährstoffe (Vitalstoffe) enthalten:

  • Vitamine (A, C, E, D3, B1, B2, Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), B6, B12, Folsäure, Biotin)
  • Mineralstoffe (Magnesium)
  • Spurenelemente (Chrom, Molybdän, Selen, Zink)
  • Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA); Omega-6-Fettsäure: Gamma-Linolensäure (GLA))
  • Sekundäre Pflanzenstoffe (Beta-Carotin, Traubenkern- und Olivenpolyphenole)
  • Weitere Vitalstoffe (Coenzym Q10 (CoQ10))

Ggf. Einnahme eines geeigneten Nahrungsergänzungsmittels, z. B.:

  • EUCELL Cor – Nahrungsergänzungsmittel für die Herz- und Gefäßgesundheit
  • EUCELL Life Komplex – Nahrungsergänzungsmittel für Anti-Aging, Schutz vor oxidativem Stress, Energiestoffwechsel und Zellregeneration

Beachte: Die aufgeführten Mikronährstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.

Abkürzungsverzeichnis

  • ABCD2: Age, Blood Pressure, Clinical Features, Duration of Symptoms, Diabetes mellitus
  • ASS: Acetylsalicylsäure
  • AWMF: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
  • CHA2DS2-VA: Congestive Heart Failure, Hypertension, Age ≥ 75, Diabetes mellitus, Stroke/TIA/Systemic Embolism, Vascular Disease, Age 65-74
  • CHANCE: Clopidogrel in High-Risk Patients with Acute Nondisabling Cerebrovascular Events
  • CYP2C19: Cytochrom P450 2C19
  • DAPT: Dual Antiplatelet Therapy
  • EACTS: European Association for Cardio-Thoracic Surgery
  • EPAR: European Public Assessment Report
  • ESC: European Society of Cardiology
  • ESO: European Stroke Organisation
  • FI: Fachinformation
  • HbA1c: Hämoglobin A1c
  • HMG-CoA: 3-Hydroxy-3-Methylglutaryl-Coenzym A
  • INR: International Normalized Ratio
  • LDL: Low-Density Lipoprotein
  • LL: Leitlinie
  • PCSK9: Proproteinkonvertase Subtilisin/Kexin Typ 9
  • POINT: Platelet-Oriented Inhibition in New TIA and Minor Ischemic Stroke
  • S2e: evidenzbasierte Leitlinie der Entwicklungsstufe S2
  • S3: Leitlinie der Entwicklungsstufe S3
  • THALES: The Acute Stroke or Transient Ischaemic Attack Treated with Ticagrelor and Aspirin for Prevention of Stroke and Death
  • TIA: transitorische ischämische Attacke

Literatur

  1. Rothwell PM, Algra A, Chen Z et al.: Effects of aspirin on risk and severity of early recurrent stroke after transient ischaemic attack and ischaemic stroke: time-course analysis of randomised trials. Lancet. 2016;388(10042):365-375. doi: 10.1016/S0140-6736(16)30468-8. [1]
  2. Wang Y, Pan Y, Zhao X et al.: Clopidogrel With Aspirin in Acute Minor Stroke or Transient Ischemic Attack (CHANCE) Trial: One-Year Outcomes. Circulation. 2015;132(1):40-46. doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.114.014791. [2]
  3. Johnston SC, Easton JD, Farrant M et al.: Clopidogrel and Aspirin in Acute Ischemic Stroke and High-Risk TIA. N Engl J Med. 2018;379(3):215-225. doi: 10.1056/NEJMoa1800410. [3]
  4. Prasad K, Siemieniuk R, Hao Q et al.: Dual antiplatelet therapy with aspirin and clopidogrel for acute high risk transient ischaemic attack and minor ischaemic stroke: a clinical practice guideline. BMJ. 2018;363:k5130. doi: 10.1136/bmj.k5130. [4]
  5. Amarenco P, Denison H, Evans SR et al.: Ticagrelor Added to Aspirin in Acute Ischemic Stroke or Transient Ischemic Attack in Prevention of Disabling Stroke: A Randomized Clinical Trial. JAMA Neurol. 2021;78(2):177-185. doi: 10.1001/jamaneurol.2020.4396. [5]
  6. Pan Y, Elm JJ, Li H et al.: Outcomes Associated With Clopidogrel-Aspirin Use in Minor Stroke or Transient Ischemic Attack: A Pooled Analysis of Clopidogrel in High-Risk Patients With Acute Non-Disabling Cerebrovascular Events (CHANCE) and Platelet-Oriented Inhibition in New TIA and Minor Ischemic Stroke (POINT) Trials. JAMA Neurol. 2019;76(12):1466-1473. doi: 10.1001/jamaneurol.2019.2531. [6]
  7. Amarenco P, Kim JS, Labreuche J et al.: A Comparison of Two LDL Cholesterol Targets after Ischemic Stroke. N Engl J Med. 2020;382(1):9-19. doi: 10.1056/NEJMoa1910355. [7]
  8. Johnston SC, Amarenco P, Denison H et al.: Ticagrelor and Aspirin or Aspirin Alone in Acute Ischemic Stroke or TIA. N Engl J Med. 2020;383(3):207-217. doi: 10.1056/NEJMoa1916870. [8]

Leitlinien, Referenzwerte und Protokolle

  1. S3-Leitlinie: Sekundärprophylaxe ischämischer Schlaganfall und transitorische ischämische Attacke – Teil 1: Plättchenhemmer, Vorhofflimmern, Hypercholesterinämie und Hypertonie. (AWMF-Registernummer: 030-113), Mai 2022 Langfassung. [LL1]
  2. S2e-Leitlinie: Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls. (AWMF-Registernummer: 030-046), Mai 2021; Gültigkeit bis Mai 2024, Aktualisierung angemeldet Langfassung. [LL2]
  3. Fonseca AC, Merwick Á, Dennis M et al.: European Stroke Organisation (ESO) guidelines on management of transient ischaemic attack. Eur Stroke J. 2021;6(2):CLXIII-CLXXXVI. doi: 10.1177/2396987321992905. [LL3]
  4. Dawson J, Merwick Á, Webb A et al.: European Stroke Organisation expedited recommendation for the use of short-term dual antiplatelet therapy early after minor stroke and high-risk TIA. Eur Stroke J. 2021;6(2):CLXXXVII-CXCI. doi: 10.1177/23969873211000877. [LL4]
  5. Dawson J, Béjot Y, Christensen LM et al.: European Stroke Organisation (ESO) guideline on pharmacological interventions for long-term secondary prevention after ischaemic stroke or transient ischaemic attack. Eur Stroke J. 2022;7(3):I-XLI. doi: 10.1177/23969873221100032. [LL5]
  6. Van Gelder IC, Rienstra M, Bunting KV et al.: 2024 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation developed in collaboration with the European Association for Cardio-Thoracic Surgery (EACTS). Eur Heart J. 2024;45(36):3314-3414. doi: 10.1093/eurheartj/ehae176. [LL6]

Fachinformationen

  1. European Medicines Agency: Plavix – EPAR und Produktinformation. [FI1]
  2. European Medicines Agency: Brilique – EPAR und Produktinformation. [FI2]
  3. European Medicines Agency: Eliquis – EPAR und Produktinformation. [FI3]
  4. European Medicines Agency: Pradaxa – EPAR und Produktinformation. [FI4]
  5. European Medicines Agency: Lixiana – EPAR und Produktinformation. [FI5]
  6. European Medicines Agency: Xarelto – EPAR und Produktinformation. [FI6]

Resümee

Die überarbeitete Fassung korrigiert den Zeitpunkt und die Indikationsgrenzen der DAPT, stellt THALES richtig als Ticagrelor-plus-ASS-Studie dar und ergänzt die ätiologiespezifische antithrombotische, lipidsenkende und antihypertensive Sekundärprävention. Der Abschnitt „Supplemente“ wurde inhaltlich nicht überarbeitet.

Endfassung nach Ihrer Definition: ja.