Die medikamentöse Therapie des Schwindels sollte der ursächlichen Störung angepasst sein.
Zusätzlich können folgende Medikamente – 2. Ordnung (Nebenindikation) – symptomatisch eingesetzt werden
- Antihistaminika
- Benzodiazepine
- Anticholinergika
- Sympathomimetika
Eine symptomatische Therapie sollte nur durchgeführt werden bei
- Akuter Funktionsstörung des Innenohrs
- Akute Schädigung des Hörnervenkerns mit Übelkeit
- Zur Vorbeugung gegen Kinetosen (Reisekrankheit)
Antihistaminika
Antihistaminika sind Medikamente, die bei allergischen Erkrankungen wie beispielsweise allergischer Rhinitis (so genannter Heuschnupfen) eingesetzt werden.
Sie blockieren Histaminrezeptoren. Histamin ist ein Transmitter (Überträgerstoff), der an allergischen Reaktionen beteiligt ist. Die bekanntesten Vertreter der Antihistaminika sind Clemastin und Cetirizin.
Benzodiazepine
Benzodiazepine gehören zu den Schlaf- und Beruhigungsmedikamenten. Sie wirken anxiolytisch (angstlösend), sedierend (beruhigend), muskelrelaxierend (Muskel entspannend) und antikonvulsiv (gegen epileptische Anfälle) über eine Bindung an zentralen Rezeptoren.
Sie gehören zu den am häufigsten vorordneten Arzneimitteln in Deutschland. Der bekannteste Vertreter in Deutschland ist Diazepam.
Anticholinergika
Anticholinergika (auch Parasympatholytika genannt) sind Medikamente, die die Wirkung von Acetylcholin – einem Transmitter (Übertragerstoff) – unterdrücken. Sie machen viele verschiedene Reaktionen im menschlichen Körper, weshalb sie relativ häufig benutzt werden. Unter anderem machen sie folgende Reaktionen
- Mydriasis – weite Pupillen
- Bronchodilatation – Erweiterung der Atemwege
- Tachykardie – Zunahme der Herzfrequenz > 100 Schläge pro Minute
- Verminderung der Darmperistaltik
- Verminderte Schweißproduktion
Das bedeutendste Medikament, das im Rahmen von Schwindel gegeben wird, ist Scopolamin.
Sympathomimetika
Sympathomimetika sind Medikamente, die stimulierend auf das vegetative Nervensystem wirken. Sie haben unter anderem folgende Wirkungen
- Bronchodilatation – Erweiterung der Atemwege
- Erhöhte Herzfrequenz
- Erhöhte Kontraktilität des Herzens
- Kontraktion (Verengung) der Gefäße
- Hemmung der Peristaltik im Magen-Darm-Trakt
- Lipolyse – Fettspaltung im Gewebe
Bei Schwindel ist vor allem Ephedrin von Bedeutung.













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