Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Weitere Therapie
Ovarialzysten und weitere gutartige Neubildungen des Ovars

Allgemeine Maßnahmen 

Sie beinhalten nach der Diagnosestellung eines zystischen oder soliden Unterbauchtumors, die möglichst umfassende Aufklärung der Patientin über notwendige Schritte der Diagnostik und Differentialdiagnostik durch die obligate Ultraschalldiagnostik, die Abschätzung des Malignitätsrisikos (Risiko der Bösartigkeit) anhand anamnestischer Daten und bestimmter Ultraschallkriterien, sowie die Aufklärung über akute Komplikationsmöglichkeiten. 

Das Risiko ist erhöht:

  • Infolge anamnestischer Risikokonstellationen 
    • Familiäre Belastung (Relatives Risiko bei einer erkrankten Angehörigen 3.1, bei zwei oder mehr erkrankten Angehörigen 7.2)
    • Frühe Menarche/erste Regelblutung (< 11 Jahre) (nicht unwidersprochen)
    • Hormontherapie (peri- und postmenopausal)
    • Infertilität (Unfruchtbarkeit)
    • Nulligravidität 
    • Späte erste Schwangerschaft > 35 Jahre 
    • Späte Menopause (> 55 Jahre) (nicht unwidersprochen)
    • Wiederholte ovulationsauslösende Maßnahmen mit Gonadotropinen zur Sterilitätstherapie (in Diskussion)   
    • Zunehmendes Alter 
  • Entsprechend folgender Ultraschallkriterien:
    • Aszites (Bauchwasser)
    • Irreguläre Begrenzung des Tumors
    • Multilokuläre Zysten
    • Papilläre Strukturen im zystischen Anteil
    • Unregelmäßig geformter solider Tumor
    • Unregelmäßiger multilokulärer Tumor mit einem Maximaldurchmesser von mehr als 7-10 cm
    • Doppler: Im Farbdoppler ausgesprochen starker Blutfluss im Tumor
    Trotz vieler Bemühungen ist  bisher mittels des Ultraschalls, auch in Kombination mit Tumormarkern und erwiesenen Risikokonstellationen eine Unterscheidung zwischen benignen, malignen und Borderlinetumoren nicht möglich. Bei etwa 7 % von Patientinnen mit Adnextumoren gelingt eine solche Differenzierung nicht. Dies hat natürlich Auswirkungen auf die Frequenz von Kontrolluntersuchungen und für die Entscheidung einer operativen Intervention. Sie sind deshalb individuell und subjektiv.
    Während die zusätzliche Diagnostik mittels Computertomographie (CT) meist keine wesentlichen neuen Erkenntnisse bringt, ist die Magnetresonanztomographie (MRT) häufig in der weiteren Differenzierung hilfreich. Aber auch sie kann die Problematik nicht zufriedenstellend lösen.

Akute Komplikationsmöglichkeiten:

  • Ruptur (Platzen)
  • Stieldrehung

Diese Komplikationen machen eine akute, stationäre Intervention notwendig. Sie lassen sich reduzieren durch Meiden körperlicher Belastungen. 

Weitere allgemeine Maßnahmen

  • Normalgewicht anstreben!
    Bestimmung des BMI (Body Mass Index, Körpermassen-Index) bzw. der Körperzusammensetzung mittels der elektrischen Impedanzanalyse und ggf. Teilnahme an einem ärztlich betreuten Abnehmprogramm
    • BMI ≥ 25 → Teilnahme an einem ärztlich betreuten Abnehmprogramm

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

  • Wie schon erwähnt ist und bleibt die Frequenz der Kontrolluntersuchungen und die Entscheidung, ob und wann operativ interveniert werden soll eine subjektive zwischen der Betroffenen und dem betreuenden Arzt. Folgende Parameter können für die Entscheidung hilfreich sein:
    • Prämenopause (etwa zehn bis fünfzehn Jahre vor der Menopause/Zeitpunkt der letzten spontanen Menstruation im Leben einer Frau):
      • Die Häufigkeit von Ovarialkarzinomen bei persistierenden (über einen längeren Zeitraum andauernd)  Adnexbefund ist 6-11 %
      • Etwa 18 % aller Ovarialkarzinome (Eierstockkrebs) treten in der Prämenopause auf
      • Monozysten (einzelne Zysten) ohne Binnenstruktur, < 7-10 cm, bilden sich meist innerhalb von drei bis sechs Monaten zurück 
    • Postmenopause (Zeitpunkt, nach dem die letzte Blutung mindestens ein Jahr ausgeblieben ist)
      • Die Häufigkeit von Ovarialkarzinomen bei persistierendem Adnexbefund ist 30-40 %
      • Die Inzidenz eines Ovarialkarzinoms steigt > 50 Jahre von 15,7/100.000 auf 54/100.000
      • Auch in der Postmenopause können sich Monozysten ohne Binnenstruktur, < 7 cm, zurückbilden
      • Zysten < 1 cm sind klinisch bedeutungslos (Keimepithelzysten)
      Bei konservativem, abwartendem Verhalten ist vor allen Dingen in der Postmenopause eine individuell kurzfristige Palpations- und Ultraschallkontrolle unumgänglich. Bei Wachstumstendenz oder Auftreten potentieller Malignitätskriterien (s. o.) muss eine operative Klärung erfolgen.

Organisationen und Selbsthilfegruppen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
    Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
    Telefon: 0221-89920, Fax: 0221-8992300 E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de

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Literatur

  1. Ameye L, Valentin L, Testa AC, Van HC, Domali E, Van HS, Vergote I, Bourne T, and Timmerman D: A scoring system to differentiate malignant from benign masses in specific ultrasound-based subgroups of adnexal tumors. Ultrasound Obstet Gynecol. 2009 Jan;33(1):92-101. doi: 10.1002/uog.6273
  2. Di Legge A, Testa AC, Ameye L, Van Calster B, Lissoni AA, Leone FP, Savelli L, Franchi D, Czekierdowski A, Trio D, Van Holsbeke C, Ferrazzi E, Scambia G, Timmerman D, Valentin L: Lesion size affects diagnostic performance of IOTA logistic regression models, IOTA simple rules and risk of malignancy index in discriminating between benign and malignant adnexal masses. Ultrasound Obstet Gynecol. 2012 Sep;40(3):345-54. doi: 10.1002/uog.11167. Epub 2012 Aug 7.
  3. Levine D, Brown DL, Andreotti RF, Benacerraf B, Benson CB, Brewster WR, Coleman B, Depriest P, Doubilet PM, Goldstein SR, Hamper UM, Hecht JL, Horrow M, Hur HC, Marnach M, Patel MD, Platt LD, Puscheck E, Smith-Bindman R.: Management of asymptomatic ovarian and other adnexal cysts imaged at US: Society of Radiologists in Ultrasound Consensus Conference Statement. Radiology. 2010 Sep;256(3):943-54. doi: 10.1148/radiol.10100213. Epub 2010 May 26.
  4. Wasnik AP, Menias CO, Platt JF, Lalchandani UR, Bedi DG, Elsayes KM: Multimodality imaging of ovarian cystic lesions: Review with an imaging based algorithmic approach. World J Radiol. 2013 Mar 28;5(3):113-25. doi: 10.4329/wjr.v5.i3.113.
  5. Valentin L, Ameye L, Savelli L, Fruscio R, Leone FP, Czekierdowski A, Lissoni AA, Fischerova D, Guerriero S, Van Holsbeke C, Van Huffel S, Timmerman D: Adnexal masses difficult to classify as benign or malignant using subjective assessment of gray-scale and Doppler ultrasound findings: logistic regression models do not help. Ultrasound Obstet Gynecol. 2011 Oct;38(4):456-65. doi: 10.1002/uog.9030. Epub 2011 Sep 13.
     
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