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Medizingerätediagnostik
Fehlgeburt (Abort)

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Vaginalsonographie (Ultraschalluntersuchung mittels einer Ultraschallsonde, die in die Scheide (Vagina) eingeführt wird)

Die Sonographie wird zur genauen Diagnostik des Abortes bzw. einer gestörten Frühgravidität (Frühschwangerschaft) sowie zum Ausschluss anderer intraabdomineller Erkrankungen (Erkrankungen der Bauchorgane) durchgeführt. Sie erlaubt neben einer exakten Bestimmung des Schwangerschaftsalters und von Vitalitätszeichen auch Hinweise für die Entwicklung der Frucht sowie Angaben zum Cervixbefund/Gebärmutterhals (Cervikalkanal eröffnet?, innere Muttermund geschlossen?).

Hinweise auf einen sich abzeichnenden Abort sind eine langsame fetale Herzfrequenz (weniger als 100 Schläge pro Minute) nach 5-7 Schwangerschaftswochen und subchorionische Blutungen (Blutung zwischen der Plazenta/Mutterkuchen und der Wand der Gebärmutter) [1]. Ein solcher Befund macht eine erneute Untersuchung nach 12 bis 14 Tagen erforderlich, bis ein eindeutiges Merkmal vorliegt.

Beachte: Im Rahmen der Sonographie sollte die uterine Anatomie/Morphologie der Gebärmutter ebenfalls eingeschätzt werden.

Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, körperlichen Untersuchung, Labordiagnostik und obligaten Medizingerätediagnostik – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Computertomographie (CT) des Abdomens (Abdomen-CT) – zum Ausschluss intraabdomineller Erkrankungen wie Ileitis (Entzündung des untersten Teils des Dünndarms, des Ileums) oder Colitis (chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED))

Ultraschallkriterien für eine Abortdiagnostik [2]

A. Verdächtige, aber keine gesicherte Ultraschallkriterien für einen Abort

  • Scheitel-Steiß-Länge (SSL) von ≤ 7 mm ohne Herzaktion
  • Mittlerer Gestationssack-Durchmesser (GS-Durchmesser; Fruchtsackdurchmesser) von 16-24 mm mm ohne Embryo
  • Kein Embryonachweis mit Herzschlag ≥ 2 Wochen nach einer Untersuchung, die einen Gestationssack ohne Dottersack* zeigte.

*Der Dottersack übernimmt bis zur Ausbildung der Leber Stoffwechselfunktionen und ist die Quelle für die Stammzellen der Hämatopoese (Blutbildung). 

B. Diagnostische Ultraschallkriterien für einen Abort:

  • Scheitel-Steiß-Länge (SSL) von ≥ 7 mm ohne Herzaktion
  • Mittlerer Gestationssack-Durchmesser (GS-Durchmesser; Fruchtsackdurchmesser) ≥ 25 mm ohne Embryo
  • Kein Embryonachweis mit Herzschlag 7-13 Tage nach einer Untersuchung, die einen Gestationssack ohne Dottersack zeigte.
  • Kein Embryonachweis mit Herzschlag 7-10 Tage nach einer Untersuchung, die einen Gestationssack mit einem Dottersack zeigte.
  • Kein Embryonachweis ≥ 6 Wochen nach der letzten Menstruationsblutung (Monatsblutung)
  • Leeres Amnion (innerste Fruchthülle, die den ganzen Embryo umgibt) (kein sichtbarer Embryo; Amnion neben dem Dottersack gesehen)
  • Vergrößerter Dottersack (> 7 mm)
  • Missverhältnis zwischen dem Gestationssack und der Größe des Embryos, d. h. kleiner Gestationssack im Verhältnis zur Größe des Embryos (≤ 5 mm Unterschied zwischen dem mittleren Gestationssack-Durchmesser und der Scheitel-Steiß-Länge)

C. Zuverlässiges Ultraschallkriterium für eine komplette Ausstoßung

  • Dokumentation eines fehlenden Gestationssacks bei vormals gesicherter Intrauteringravidität (Schwangerschaft innerhalb der Gebärmutterhöhle)

Literatur

  1. Tuuli MG, Norman SM, Odibo AO, Macones GA, Cahill AG: Perinatal outcomes in women with subchorionic hematoma: a systematic review and meta-analysis. Obstet Gynecol 2011;117:1205–1212. https://​doi.​org/​10.​1097/​AOG.​0b013e31821568de​
  2. Schröer A: Störungen der Frühschwangerschaft Differenzialdiagnose und Prognose bei Fehlgeburt und Extrauteringravidität. Der Gynäkologe, 202053:597-606
     
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