Orangenhaut (Cellulite) – Folgeerkrankungen
Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch Cellulite mitbedingt sein können:
Die Cellulite ist eine benigne, ästhetisch relevante Veränderung der Haut- und Unterhautstruktur, vor allem an Oberschenkeln, Gesäß und Hüften. Strikt evidenzbasiert sind keine relevanten somatischen Folgeerkrankungen der Cellulite belegt. Klinisch relevante Folgen betreffen vor allem Körperbild, Scham, psychosoziale Belastung und Lebensqualität [1-3].
Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)
- Psychosozialer Distress – insbesondere bei ausgeprägter subjektiver Belastung, Vermeidungsverhalten, negativer Körperwahrnehmung, reduzierter Selbstachtung und Einschränkung sozialer Aktivitäten; die Evidenz spricht eher für eine psychosoziale Belastungsfolge als für eine obligate psychiatrische Folgeerkrankung [1-3]
- Schamgefühl – häufig im Zusammenhang mit sichtbaren Hautveränderungen, Körperexposition, Strand-/Schwimmbadsituationen und wahrgenommener ästhetischer Normabweichung; kein eigenständiges Krankheitsbild, aber klinisch relevant bei Leidensdruck und Vermeidungsverhalten [2, 3]
- Angst- und depressive Symptomatik – möglich bei erheblicher Körperbildbelastung; als kausal durch Cellulite bedingte psychiatrische Erkrankung nicht ausreichend gesichert, daher nur bei klinisch relevantem Leidensdruck als Komorbidität beziehungsweise Belastungsfolge zu berücksichtigen [2, 3]
Weiteres
- Verminderte gesundheitsbezogene Lebensqualität – beschrieben vor allem in Bezug auf Körperbild, Selbstwert, Kleidungsauswahl, Sexualität, Sport-/Freizeitaktivitäten und soziale Teilhabe; die Datenlage ist überwiegend beobachtend und methodisch heterogen [1-3]
- Übertherapie beziehungsweise belastende kosmetische Behandlungsversuche – möglich bei hohem Leidensdruck; die Wirksamkeit vieler Verfahren ist begrenzt, häufig kurzfristig und methodisch nicht immer gut belegt [1, 4]
Prognosefaktoren
- Ausprägung der Cellulite – stärkere sichtbare Dellenbildung kann mit höherer subjektiver Belastung assoziiert sein [1-3]
- Körperbild und Selbstwert – negative Körperwahrnehmung, Perfektionismus und ästhetischer Erwartungsdruck können den Leidensdruck verstärken [2, 3]
- Psycho-soziale Situation – soziale Bewertung, Kommentare durch Dritte, Partnerschafts- und Sexualitätsbelastung sowie Vermeidungsverhalten können die psychosoziale Relevanz erhöhen [2, 3]
- Therapieerwartung – unrealistische Erwartungen an kosmetische Verfahren erhöhen das Risiko für Enttäuschung, wiederholte Behandlungen und persistierenden Leidensdruck [1, 4]
- Adipositas – kann die Sichtbarkeit einer Cellulite verstärken, ist aber keine obligate Ursache und keine Folgeerkrankung der Cellulite
Literatur
- Gabriel A, Chan V, Caldarella M, Wayne T, O’Rorke E. Cellulite: Current Understanding and Treatment. Aesthet Surg J Open Forum. 2023;5:ojad050. https://doi.org/10.1093/asjof/ojad050
- Bass LS, Hibler BP, Hexsel D, Kaminer MS, Rullan P, Moradi A. Cellulite Pathophysiology and Psychosocial Implications. Dermatol Surg. 2023;49(4S):S15-S20. https://doi.org/10.1097/DSS.0000000000003745
- Pérez Atamoros FM, Alcalá Pérez D, Asz Sigall D, Juárez Avelar I, Pavia Aubry N, Velázquez González E, et al. Evidence-based treatment for gynoid lipodystrophy: A review of the recent literature. J Cosmet Dermatol. 2018;17(6):977-983. https://doi.org/10.1111/jocd.12555
- Longano C, Pomini MC, Costa LOP, Cavalheri V, Garcia AN. Does electrophysical agents work for cellulite treatment? a systematic review. Lasers Med Sci. 2024;39:148. https://doi.org/10.1007/s10103-024-04068-1