Orangenhaut (Cellulite) – Differentialdiagnosen
Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)
- Adipositas (Fettleibigkeit) – generalisierte Fettgewebsvermehrung; kann die Sichtbarkeit einer Cellulite verstärken, ist aber keine eigentliche Differentialdiagnose (mögliche andere Ursache) der dellenförmigen Hautstruktur
- Lipodystrophie (Fettgewebsschwund oder Fettgewebsfehlverteilung) – lokalisierter oder generalisierter Verlust beziehungsweise Fehlverteilung von Fettgewebe; bei lokalisierter Lipoatrophie (Fettgewebsschwund), beispielsweise nach Injektionen (Spritzen), eher Einziehungen als typische Cellulite-Dellen
- Lipohypertrophie (Fettgewebszunahme) – lokale Fettgewebsvermehrung, insbesondere nach wiederholten Insulin-Injektionen; abzugrenzen von symmetrischer Cellulite an Oberschenkeln und Gesäß
- Lipödem (Fettverteilungsstörung) – chronische schmerzhafte, disproportionale Fettgewebsvermehrung vor allem der unteren Extremitäten (Beine); häufige Fehlzuordnung als Cellulite, Adipositas oder Lymphödem (Lymphstauung); typisch sind Druckschmerz, Hämatomneigung (Neigung zu Blutergüssen) und Aussparung der Füße
Haut und Unterhaut (L00-L99)
- Kontaktdermatitis (Kontaktallergie oder Reizhautentzündung) – ekzematöse, meist juckende Hautentzündung mit Erythem (Hautrötung), Schuppung, Papeln (Knötchen) oder Vesikeln (Bläschen); nur relevant, wenn die vermeintliche Cellulite mit entzündlichen Hautzeichen einhergeht
- Pannikulitis (Fettgewebsentzündung) – entzündliche Erkrankung des subkutanen Fettgewebes (Unterhautfettgewebe) mit druckschmerzhaften Knoten, Erythem und gegebenenfalls Allgemeinsymptomen (Beschwerden des ganzen Körpers); keine typische kosmetische Cellulite
- Striae distensae (Dehnungsstreifen) – streifenförmige dermale Atrophie (Hautverdünnung) nach Dehnung der Haut, beispielsweise bei Gewichtszunahme, Schwangerschaft oder Corticosteroidexposition (Kortisonbelastung); abzugrenzen von flächiger Dellenbildung
- Zellulitis, bakterielle (bakterielle Hautentzündung) – akute bakterielle Haut- und Weichteilinfektion (Infektion von Haut und weichem Gewebe) mit Rötung, Überwärmung, Schwellung, Schmerz und gegebenenfalls Fieber; wegen der Namensähnlichkeit besonders wichtige Abgrenzung zur Cellulite
Herzkreislaufsystem (I00-I99)
- Chronisch-venöse Insuffizienz (chronische Venenschwäche) – venöse Stauung (Blutstau in den Venen) mit Ödemen (Wassereinlagerungen), Schweregefühl, Hyperpigmentierung (vermehrte Hautverfärbung), Stauungsekzem (stauungsbedingte Hautentzündung) oder Ulzerationen (Geschwüre); kann Hautoberfläche und Beinumfang verändern, ist aber keine Cellulite
- Lymphödem – eiweißreiches interstitielles Ödem (Wassereinlagerung im Gewebe) durch gestörten Lymphabfluss (Abfluss der Gewebeflüssigkeit), meist mit Umfangsvermehrung, Schweregefühl, später Fibrosierung (Gewebeverhärtung) und häufig positivem Stemmer-Zeichen (nicht abhebbare Hautfalte an der zweiten Zehe beziehungsweise am Finger als Hinweis auf ein Lymphödem); klinisch vom Lipödem und von Cellulite abzugrenzen
Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)
- Schwangerschaftsassoziierte Gewebe- und Fettverteilungsveränderungen – können Cellulite sichtbarer machen; bei ausgeprägten Ödemen, Schmerz, Rötung oder einseitiger Schwellung sind jedoch venöse, lymphatische oder entzündliche Ursachen abzuklären
Urogenitalsystem (N00-N99)
- Nephrotisches Syndrom (Nierenerkrankung mit starkem Eiweißverlust) – generalisierte Ödemneigung (Neigung zu Wassereinlagerungen) durch Proteinverlust (Eiweißverlust); differentialdiagnostisch relevant bei beidseitiger Bein- oder Unterhautschwellung, nicht bei isolierter typischer Cellulite