Folgeerkrankungen
Lactoseunverträglichkeit (Lactoseintoleranz)

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch einen hereditären Laktasemangel mit bedingt sein können: 

Mund, Ösophagus (Speiseröhre), Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Malabsorptionssyndrom – großes Spektrum von Erkrankungen, das durch eine gestörte Aufnahme von Substraten aus dem Darm entstehen (siehe unten)

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Osteopathie – Knochenerkrankungen

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Gedeihstörung

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch einen sekundären Laktasemangel mit bedingt sein können:

Mund, Ösophagus (Speiseröhre), Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Malabsorptionssyndrom – großes Spektrum von Erkrankungen, das durch eine gestörte Aufnahme von Substraten aus dem Darm entstehen (siehe unten)

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Osteoporose (Knochenschwund)

Bei Menschen mit einem primären Lactasemangel kann durch die niedrige Enzymaktivität der über Milch und Milchprodukte aufgenommene Milchzucker, in geringer Menge verzehrt, nicht in die beiden Monosaccharide Glucose und Galactose aufgespalten werden. In der Folge kommt es nicht zur Resorption der Monosaccharide.

Je nach Ausmaß des Lactasemangels tritt mehr oder weniger viel Milchzucker in den bakteriell besiedelten Dickdarm über. Dort wird Lactose von Bakterien beispielsweise zu Milchsäure, Essigsäure, Kohlendioxid sowie Wasserstoff abgebaut. Die bakterielle Aufspaltung der Lactosemoleküle in kleinere Moleküle bringt eine Steigerung des osmotischen Drucks und damit einen Wassereinstrom ins Darminnere mit sich. Zudem haben die beim Abbau entstehenden Spaltprodukte, insbesondere niedermolekulare Säuren, eine auf die Darmschleimhaut irritierende Wirkung und steigern die Kontraktionswellen der glatten Muskulatur des Darms (Peristaltik) [2].
Schließlich führen die Peristaltiksteigerung und der Wassereinstrom ins Darminnere zu den klinisch typischen Symptomen bei Disaccharidasenmangel [2].

Patienten mit ständig wässrigen Durchfällen haben einen erhöhten Flüssigkeits- und Vitalstoffbedarf (Mikronährstoffe). Sie verlieren insbesondere hohe Mengen an wasserlöslichen Vitaminen und Elektrolyten. Außerdem werden die einzelnen Vitalstoffe (Mikronährstoffe) durch die verminderte Verweildauer im Darm schlechter resorbiert.

Betroffene [1] sollten auf eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr und eine hohe Aufnahme achten von:

  • B-Vitaminen, wie Vitamin B2, B3, B5, B6, Folsäure und B12
  • Vitamin C
  • Elektrolyten, wie Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium und Chlorid
  • Zink

Bei Verzicht auf Milch und Milchprodukte – Vitalstoffmangel (Mikronährstoffe)

Vitalstoff
(Makro- und Mikronährstoffe)
Mangelsymptome
Vitamin A
  • Müdigkeit, Appetitverlust
  • Verminderte Produktion von Antikörpern und geschwächtes Immunsystem
  • Erkrankungen der Atemwege, Atemwegsinfektionen durch Veränderung der Schleimhaut
  • Störungen der Spermatogenese
  • Anämie (Blutarmut)
Erhöhtes Risiko für
  • Lungen-, Blasen-, Prostata-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Magen- und Darmtumoren
  • Nierensteinbildung
  • Eintrocknung bis Verhornung von Schleimhäuten
  • Schwund an Zell- und Gewebemasse von Speicheldrüsen und Kehlkopf, Rückbildung der Organe
  • Trockene, spröde Nägel und Haare
  • Trockene, raue, juckende Haut mit Ausschlägen
  • Verringerter Geruchssinn, Tastsinn, Hörstörungen
Mangelsymptome bei Kindern
  • Wachstumsstörungen der Röhrenknochen
  • Dentinstörungen – Störungen in der Bildung des Zahngewebes
  • Fehlbildungen im Bereich des Hörorgans, des Verdauungs- und Urogenitaltrakts [3.1.]
Vitamin D Verlust von Mineralstoffen aus den Knochen – Wirbelsäule, Becken, Extremitäten – führt zu
  • Hypocalcämie (Calciummangel)
  • Verminderte Knochendichte
  • Deformierungen
  • Muskelschwäche, besonders an Hüfte und Becken
  • Erhöhtes Risiko einer späteren Osteoporose
  • Ausbildung einer Osteomalazie (Knochenerweichung)
Symptome einer Osteomalazie
  • Arthralgie (Knochenschmerzen) – Schulter, Wirbelsäule, Becken, Beine
  • Spontanfrakturen, häufig im Beckenring
  • Trichterbrust
  • „Kartenherzform“ des weiblichen Beckens
  • Verlust des Gehörs, Ohrensausen
  • Gestörtes Immunsystem mit wiederholten Infektionen
  • Erhöhtes Risiko für Dickdarm- und Brustkrebs
Mangelsymptome bei Kindern
  • Beeinträchtigung der Entwicklung von Knochen und Zähnen
  • Ausbildung einer Rachitis, das heißt verminderte Mineralisierung der Knochen mit Neigung zu Spontanfrakturen und Knochenverbiegungen
Symptome einer Rachitis
  • Störungen im Längenwachstum der Knochen
  • Skelettveränderungen – Schädel, Wirbelsäule, Beine
  • Atypisches herzförmiges Becken
  • Verzögerte Erhaltung der Milchzähne, Kieferdeformierung, Zahnfehlstellung [3.1.]
Vitamin E
  • Mangelnder Schutz gegen radikalische Angriffe und Lipidperoxidation
  • Vermindert die Immunreaktion
  • Myopathien – Erkrankung der Muskelzellen infolge einer Entzündung des Muskelgewebes
  • Schrumpfung sowie Schwächung der Muskeln
  • Neuropathien – Erkrankung des peripheren Nervensystems, neurologische Störungen, Störungen in der neuromuskulären Informationsübertragung
  • Verringerte Zahl und Lebenszeit der Erythrozyten (roten Blutkörperchen)
Mangelsymptome bei Kindern
  • Anämie (Blutarmut)
  • Beeinträchtigung der Blutgefäße führt zu Blutungen
  • Störungen in der neuromuskulären Informationsübertragung
  • Neugeborenenretinopathie – Erkrankung der Netzhaut, Sehstörungen
  • Bronchopulmonale Dysplasie (BPD) – chronische Lungenkrankheit, die vor allem bei frühgeborenen Kindern mit geringem Geburtsgewicht auftritt, wenn diese Kinder über längere Zeit künstlich beatmet werden [3.1.]
Vitamin K Blutgerinnungsstörungen, die zu
  • Einblutungen in Gewebe und Organe
  • Blutungen aus Körperöffnungen
  • Kleinen Blutmengen im Stuhl führen können
Verminderte Aktivität der Osteoblasten führt zu
  • Vermehrten Calciumausscheidung über den Harn
  • Schweren Knochendeformierungen [3.1.]
Vitamine der
B-Gruppe, wie Vitamin B1 und B2
Störungen im zentralen und peripheren Nervensystem führt zu
  • Nervenerkrankung in den Extremitäten
  • Erkrankungen den Muskeln
  • Muskelschmerzen, -schwund und -schwäche, unwillkürliche Muskelzuckungen
  • Überregbarkeit des Herzmuskels und Zunahme der Herzfrequenz (Tachykardie); Minderung des Herzminutenvolumens (HMV)
  • Herzklopfen und -versagen, Kurzatmigkeit
  • Gedächtnisverlust
  • Schlafstörungen
  • Allgemeiner Schwächezustand
  • Verminderter antioxidativer Schutz; verringerte Produktion von Antikörpern bei Infektionen
  • Gestörte Kollagen-Synthese mit Folge von schlechter Wundheilung
  • Beeinträchtigung des Stoffwechsels von Fettsäuren, Proteinen, Kohlenhydraten, Eisen sowie Pyridoxin
Erhöhtes Risiko für
  • Lichtempfindlichkeit (Photophobie), vermehrtes brennendes Tränen, Linsentrübung und Katarakte
  • Anämie (Blutarmut) aufgrund von verminderter Produktion von roten und weißen Blutkörperchen und Blutplättchen [3.1.]
Calcium Demineralisation des Skelettsystems erhöht das Risiko für
  • Verminderte Knochendichte
  • Neigung zu Stressfrakturen des Skelettsystems
  • Muskelkrämpfe, Krampfneigung, verstärkte Muskelkontraktion
  • Herzrhythmusstörungen
  • Blutgerinnungsstörungen mit erhöhter Blutungsneigung
  • Erhöhte Erregbarkeit des Nervensystems, Depressionen
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Osteoporose, vor allem bei Frauen mit Östrogenmangel (Klimakterium)
  • Ausbildung einer Osteomalazie
Symptome einer Osteomalazie
  • Arthralgie (Knochenschmerzen) – Schulter, Wirbelsäule, Becken, Beine
  • Spontanfrakturen, häufig im Beckenring
  • Trichterbrust
  • „Kartenherzform“ des weiblichen Beckens
  • Knochenerweichung sowie Knochendeformierungen
Mangelsymptome bei Kindern
  • Verminderte Knochendichte beim Neugeborenen
  • Beeinträchtigte Entwicklung von Knochen und Zähnen
  • Ausbildung einer Rachitis – verminderte Mineralisierung der Knochen mit Neigung zu Spontanfrakturen und Knochenverbiegungen
Symptome einer Rachitis
  • Störungen im Längenwachstum der Knochen
  • Verformtes Skelett – Schädel, Wirbelsäule, Beine
  • Atypisches herzförmiges Becken
  • Verzögerte Erhaltung der Milchzähne, Kieferdeformierung, Zahnfehlstellung
  • Störungen im Längenwachstum der Knochen
Zusätzlicher Vitamin D-Mangel führt zur
  • Hyperparathyreoidismus (Überfunktion der Nebenschilddrüse) – vergrößertes Nebenschilddrüsengewebe und verstärkte Produktion von Parathormonen
  • Hyperkalzämisches Koma [3.2.]
Molybdän
  • Nausea (Übelkeit)
  • Schwere Kopfschmerzen, zentrale Gesichtsfeldausfälle
  • Sehstörungen
  • Überregbarkeit des Herzmuskels und Zunahme der Herzfrequenz (Tachykardie), Minderung des Herzminutenvolumens (HZV)
  • Tachypnoe – beschleunigte Atemfrequenz
  • Koma
  • Aminosäureintoleranz mit mangelnden Abbau schwefelhaltiger Aminosäuren – Homocystein, Cystein, Methionin
  • Urolithiasis (Nierensteinbildung)
  • Alopecia (Haarausfall) [3.2.]
Zink
  • Störungen in der Funktionsfähigkeit des Immunsystems
  • Hemmung der zellulären Abwehr führt zur verstärkten Infektanfälligkeit
  • Wundheilungsstörungen und Schleimhautveränderungen, da Zink zur Bindegewebssynthese erforderlich ist
  • Verstärkte Verhornungstendenz
  • Akne-ähnliche Symptome
  • Blutgerinnungsstörungen, chronische Anämie
  • Reduzierung der Geruchs- und Geschmacksempfindung, Verminderung der Sehkraft, Nachtblindheit, Innenohrschwerhörigkeit
  • Depressionen, Psychosen, Schizophrenie
Stoffwechselstörungen, wie
  • Gewichtsverlust trotz erhöhter Nahrungszufuhr
  • Versagen der Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse – hohes Risiko für Entwicklung einer Altersdiabetes (Diabetes mellitus Typ 2)
Anstelle Zink wird das toxische Cadmium in die biologischen Vorgänge integriert, was zu
  • Entzündliche Veränderungen der Schleimhäute im Nasen- und Rachenbereich
  • Husten, Kopfschmerzen, Fieber
  • Erbrechen, Durchfall, krampfartige Schmerzen in der Bauchregionen
  • Nierenfunktionsstörungen und vermehrte Eiweißausscheidung
  • Osteoporose, Osteomalazie
führt

Mangelsymptome bei Kindern:
Niedrige Zinkkonzentrationen im Plasma und in den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) verursachen
  • Fehl- und Missbildungen besonders des zentralen Nervensystems
  • Wachstumsstörungen und -verzögerungen mit verspäteter sexueller Entwicklung
  • Hautveränderungen im Bereich der Extremitäten – Hände, Füße, Nase, Kinn und Ohr - und natürlichen Körperöffnungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Haarausfall
  • Akute und chronische Infekte
  • Hyperaktivität und Lernschwäche [3.2.]
Biologisch hochwertiges – tierisches – Protein
  • Störungen in der Verdauung und in der Aufnahme von Vitalstoffen (Mikronährstoffe) und daraus resultierende Wasser- und Elektrolytverluste
  • Muskelschwund [3.3.]
Aminosäuren wie Lysin, Threonin, Methionin, Tryptophan
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Hohe Infektionsanfälligkeit wegen Leukozytopenie (verminderter Produktion weißer Blutkörperchen)
  • Erhöhtes Risiko für Harnwegsinfektionen
  • Hyperaktive Nervenaktivität
  • Ansammlung von Schwermetallen im Körper
  • Mangel an Wachstumshormonen
  • Wachstumsstörungen bei Kindern
Störungen des Nervensystems führt zu
  • Stimmungsschwankungen, Angst, Depressionen
  • Konzentration- und Leistungsschwäche
  • Schlafstörungen
  • Hyperaktive Nervenaktivität
  • Störungen des Wachstums und der Knochenreifung
  • Harnsäurestoffwechselstörung – erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut [3.3.]



Lactoseintoleranz-Patienten mit ständig wässrigen Durchfällen – Vitalstoffmangel (Mikronährstoffe) 

Vitalstoff
(Makro- und Mirkronährstoffe)
Mangelsymptome
Vitamin C Schwäche der Blutgefäße führt zu
  • Abnormalen Blutungen
  • Schleimhautblutungen
  • Einblutungen in die Muskulatur verbunden mit Schwäche in stark beanspruchten Muskeln
  • Entzündetem sowie blutendem Zahnfleisch (Gingivitis)
  • Gelenksteife und -schmerzen
  • Schlechte Wundheilung
Carnitindefizit führt zu
  • Erschöpfungserscheinungen, Müdigkeit, Gleichgültigkeit, Reizbarkeit, Depressionen
  • Erhöhtes Schlafbedürfnis, verminderte Leistungsfähigkeit
  • Abwehrschwäche mit erhöhter Infektionsgefahr
  • Verminderter Oxidationsschutz erhöht das Risiko für Herzerkrankungen, Apoplex (Schlaganfall)
Mangelsymptome bei Kindern
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Immer wieder auftretende Infekte der Atemwege, der Harnblase sowie der Tuba auditiva, die über die Paukenhöhle des Mittelohrs mit dem Nasenrachenraum verbunden ist
Erhöhtes Risiko für Vitamin C-Mangelerkrankung – Möller-Barlow-Krankheit im Säuglingsalter mit Symptomen wie
  • Hämatome (Blutergüsse)
  • Pathologische Knochenbrüche verbunden mit starken Schmerzen
  • Zusammenzucken nach jeder leichtesten Berührung – „Hampelmann-Phänomen“
  • Stillstand des Wachstums [3.1.]
B-Vitamine,
wie Vitamin
B1, B2, B3, B5, B6
Störungen im zentralen und peripheren Nervensystem führt zu
  • Nervenerkrankung in den Extremitäten, Schmerzen oder Taubheit der Extremitäten
  • Muskelschmerzen, -schwund und -schwäche, unwillkürliche Muskelzuckungen
  • Überregbarkeit des Herzmuskels und Zunahme der Herzfrequenz (Tachykardie); Minderung des Herzminutenvolumens (HZV)
  • Gedächtnisverlust
  • Allgemeiner Schwächezustand
  • Gestörte Kollagen-Synthese mit Folge von schlechter Wundheilung
  • Schlaflosigkeit, nervöse Störungen, Sensibilitätsstörungen
  • Eingeschränkte Reaktion der weißen Blutkörperchen auf Entzündungen
  • Anämie (Blutarmut) aufgrund von verminderter Produktion von roten und weißen Blutkörperchen und Blutplättchen
  • Verminderte Produktion von Antikörpern
  • Beeinträchtigung der zellulären und humoralen Immunabwehr
  • Verwirrungszustände, Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Störungen, Magenschmerzen, Erbrechen, Übelkeit
Mangelsymptome bei Kindern
  • Störungen der Proteinbiosynthese und Zellteilung
  • Störungen des Zentralnervensystems
  • Beriberi – Störung der Nervenfunktion und Herzschwäche
  • Skelettmuskelschwund
  • Erhöhtes Risiko für Herzfunktionsstörungen und -versagen [3.1.]
Folsäure Schleimhautveränderungen im Mund, Darm und Urogenitaltrakt führen zu
  • Verdauungsstörungen – Diarrhoe (Durchfall)
  • Reduzierter Aufnahme von Nähr- und Vitalstoffen
  • Gewichtsverlust
Blutbildstörungen
  • Anämie (Blutarmut) führt zu schneller Ermüdbarkeit, Kurzatmigkeit, verminderter Konzentrationsfähigkeit, allgemeiner Schwäche
Gestörte Bildung von weißen Blutkörperchen führt zur
  • Verminderung der Immunreaktion auf Infektionen
  • Verminderten Antikörperbildung
  • Gefahr von Blutungen durch verminderter Produktion von Thrombozyten (Blutplättchen)
Erhöhte Homocysteinwerte erhöhen das Risiko für
  • Atherosklerose (Arterienverkalkung)
  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
Neurologische und psychiatrische Störungen, wie
  • Gedächtnisschwäche
  • Depressionen
  • Aggressivität
  • Reizbarkeit
Mangelsymptome bei Kindern
Störungen in der DNA-Synthese – eingeschränkte Replikation – und verminderte Zellvermehrung erhöhen das Risiko für
  • Missbildungen, Entwicklungsstörungen
  • Wachstumsverzögerung
  • Ausreifungsstörungen des Zentralnervensystems
  • Knochenmarksveränderung
  • Leukozytopenie (Mangel an weißen Blutkörperchen) sowie Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen)
  • Anämie (Blutarmut)
  • Verletzungen der Dünndarmschleimhaut
  • Störungen der Proteinbiosynthese und der Zellteilung [5.1.]
Vitamin B12
  • Verminderte Sehkraft und blinde Flecken
  • Funktioneller Folsäure-Mangel
  • Geschwächtes antioxidatives Schutzsystem
Blutbild
  • Anämie (Blutarmut) vermindert die Konzentrationsfähigkeit, führt zur Müdigkeit, Schwäche und Kurzatmigkeit
  • Reduzierung der roten Blutkörperchen, überdurchschnittlich groß und hämoglobinreich (Megaloblastäre Anämie)
  • Gestörtes Wachstum der weißen Blutkörperchen schwächt das Immunsystem
  • Gefahr von Blutungen durch verminderter Produktion von Blutplättchen
Magen-Darm-Trakt
  • Gewebsschwund und Entzündung der Schleimhäute
  • Raue, brennende Zunge
  • Verminderte Resorption von Nähr- und Vitalstoffe
  • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
Neurologische Störungen
  • Taubheit und Kribbeln der Extremitäten, Verlust des Tast-, Vibrations- und Schmerzempfindens
  • Schlechte Koordination der Muskulatur, Muskelschwund
  • Unsicherer Gang
  • Rückenmarksschädigung
Psychiatrische Störungen
  • Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit, Depression
  • Aggressivität, Erregungszustände, Psychosen [5.1.]
Calcium Demineralisation des Skelettsystems erhöht das Risiko für
  • Verminderte Knochendichte
  • Osteoporose, vor allem bei Frauen mit Östrogenmangel
  • Knochenerweichung sowie Knochendeformierungen – Osteomalazie
  • Neigung zu Stressfrakturen des Skelettsystems
  • Muskelkrämpfe, Krampfneigung, verstärkte Muskelkontraktion
  • Herzrhythmusstörungen
  • Blutgerinnungsstörungen mit erhöhter Blutungsneigung
  • Erhöhte Erregbarkeit des Nervensystems, Depressionen
Erhöhtes Risiko für
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
Mangelsymptome bei Kindern
  • Beeinträchtigte Entwicklung von Knochen und Zähnen
  • Verminderte Knochendichte beim Neugeborenen
  • Ausbildung einer Rachitis – verminderte Mineralisierung der Knochen mit Neigung zu Spontanfrakturen und Knochenverbiegungen
Symptome einer Rachitis
  • Störungen im Längenwachstum der Knochen
  • Verformtes Skelett – Schädel, Wirbelsäule, Beine
  • Atypisches herzförmiges Becken
  • Verzögerte Erhaltung der Milchzähne, Kieferdeformierung, Zahnfehlstellung
Zusätzlicher Vitamin D-Mangel führt zur
  • Hyperparathyreoidismus (Überfunktion der Nebenschilddrüse) – vergrößertes Nebenschilddrüsengewebe und verstärkte Produktion von Parathormonen 
  • Hyperkalzämisches Koma [5.2.]
Magnesium Erhöhte Erregbarkeit von Muskeln und Nerven führt zu
  • Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen
  • Muskel- und Gefäßkrämpfen
  • Taubheitsgefühl sowie Kribbeln in den Extremitäten
  • Tachykardie (Herzrasen) und Herzrhythmusstörungen, Beklemmungsgefühl
Erhöhtes Risiko für
  • Verminderte Immunreaktion
  • Myokardinfarkt (Herzinfarkt)
  • Akuter Hörsturz
Mangelsymptome bei Kindern
  • Wachstumsverzögerung
  • Hyperaktivität
  • Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen
  • Muskelzittern, -krämpfe
  • Tachykardie (Herzjagen) und Herzrhythmusstörungen
  • Verminderte Immunreaktion [5.2.]
Natrium
  • Ermüdbarkeit, eventuelle Bewusstlosigkeit, Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, fehlende Antriebskraft, verminderte Leistungsfähigkeit – Kurzzeitgedächtnis
  • Übelkeit, Erbrechen, Anorexie (Appetitlosigkeit), fehlender Durst
  • Hypertonie (Bluthochdruck); Kollapsneigung, Überregbarkeit des Herzmuskels und Zunahme der Herzfrequenz (Tachykardie); Minderung des Herzminutenvolumens (HZV)
  • Muskelkrämpfe
  • Verminderte Harnausscheidung [5.2.]
Kalium
  • Muskelschwäche, Muskellähmung
  • Müdigkeit, Teilnahmslosigkeit
  • Nausea (Übelkeit) und Erbrechen, Anorexie (Appetitlosigkeit), Obstipation (Verstopfung), verminderte Darmtätigkeit bis zum Darmverschluss
  • Verminderte Sehnenreflexe
  • Herzrhythmusstörungen, Herzvergrößerung, Tachykardie, Atemnot [5.2.]
Chlorid
  • Störungen im Säure-Basen-Haushalt
  • Entwicklung einer metabolischen Alkalose
  • Schweres Erbrechen mit hohen Salzverlusten [5.2.]
Zink
  • Störungen in der Funktionsfähigkeit des Immunsystems
  • Hemmung der zellulären Abwehr führt zur verstärkten Infektanfälligkeit
  • Wundheilungsstörungen und Schleimhautveränderungen, da Zink zur Bindegewebssynthese erforderlich ist
  • Verstärkte Verhornungstendenz
  • Akne-ähnliche Symptome
  • Blutgerinnungsstörungen, chronische Anämie
  • Reduzierung der Geruchs- und Geschmacksempfindung, Verminderung der Sehkraft, Nachtblindheit, Innenohrschwerhörigkeit
  • Depressionen, Psychosen, Schizophrenie
Stoffwechselstörungen, wie
  • Gewichtsverlust trotz erhöhter Nahrungszufuhr
  • Versagen der Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse – hohes Risiko für Entwicklung einer Altersdiabetes (Diabetes mellitus Typ 2)
Anstelle Zink wird das toxische Cadmium in die biologischen Vorgänge integriert, was zu
  • Entzündliche Veränderungen der Schleimhäute im Nasen- und Rachenbereich
  • Husten, Kopfschmerzen, Fieber
  • Erbrechen, Diarrhöen (Durchfall), krampfartige Schmerzen in der Bauchregionen
  • Nierenfunktionsstörungen und vermehrte Eiweißausscheidung
  • Osteoporose, Osteomalazie
führt

Mangelsymptome bei Kindern
Niedrige Zinkkonzentrationen im Plasma und in den weißen Blutkörperchen verursachen
  • Fehl- und Missbildungen besonders des zentralen Nervensystems
  • Wachstumsstörungen und -verzögerungen mit verspäteter sexueller Entwicklung
  • Hautveränderungen im Bereich der Extremitäten – Hände, Füße, Nase, Kinn und Ohr – und natürlichen Körperöffnungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Alopecia (Haarausfall)
  • Akute und chronische Infekte
  • Hyperaktivität und Lernschwäche [5.2.]

Literatur

  1. Biesalski HK, Fürst P, Kasper H, Kluthe R, Pölert W, Puchstein Ch, Stähelin HB: Ernährungsmedizin. Kapitel 27, 347-352. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1999
  2. Kasper H: Ernährungsmedizin und Diätetik. Kapitel 3, 165-181. Urban & Fischer Verlag; München/Jena 2000
  3. Schmidt E, Schmidt N: Leitfaden Mikronährstoffe. Kapitel 2, 96-228 (3.1.), 230-312 (3.2.), 318-339 (3.3.). Urban & Fischer Verlag; München, Februar 2004
     
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