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Fettabsaugung (Liposuktion) des Oberarms

Eine Liposuktion (Fettabsaugung; engl. Liposuction) ist ein operativer Eingriff der ästhetisch-chirurgischen Medizin, bei dem das subkutane Fettgewebe (Unterhautfettgewebe) durch Vakuum mithilfe einer Aspirationskanüle entfernt bzw. abgesaugt wird. Die Liposuktion im Bereich der Oberarme dient vor allem der Bekämpfung altersbedingter Lipohypertrophie (verstärkte Fetteinlagerung), die meistens einer genetischen Komponente unterliegt und in der Regel Frauen betrifft. Zusätzlich finden sich in der Oberarmregion häufig erschlaffte Hautüberschüsse, die durch die Kombination einer Liposuktion mit einer Oberarmstraffung erfolgreich entfernt werden können. Ursachen für einen unästhetischen Oberarmbereich sind neben Fettleibigkeit (Adipositas) die Alterung der Haut, starker Gewichtsverlust sowie eine angeborene Bindegewebeschwäche.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Unästhetische Fettdepots im Oberarmbereich, die nicht durch körperliches Training oder Ernährungsumstellung (Körpergewichtsreduktion) zu bekämpfen sind.
  • Lipödem des Stadiums 3 (Lipödem reicht von den Hüften bis zu den Knöcheln; Kassenleistung: s. u.)

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Absolute Kontraindikationen 

  • Bekannte Allergie auf Anästhetika bzw. Lokalanästhetika der Tumeszenzanästhesie

Relative Kontraindikationen 

  • bekannte Krampfneigung (Epilepsie)
  • Einnahme von Antikoagulantien (gerinnungshemmende Medikamente)
  • zu hohe Erwartungshaltung des Patienten an das Resultat der Operation
  • schwere Herzerkrankungen
  • schwere Lungenerkrankungen
  • schwere Leberschäden
  • schwere Nierenschäden
  • Thromboseneigung (Thrombophilie)

Vor der Operation

Vor der Operation sollte ein intensives Anamnesegespräch durchgeführt werden, dass die Krankengeschichte und die Motivation zu dem Eingriff einschließt. Die Durchführung, eventuelle Nebenwirkungen und die Folgen der Operation sollten ausführlich erörtert werden.
Beachte: Die Anforderungen der Aufklärung sind strenger als üblich, da Gerichte im Bereich der ästhetischen Chirurgie eine „schonungslose“ Aufklärung fordern.

Des Weiteren sollten Sie vor der Operation für die Dauer von etwa vierzehn Tagen weder Acetylsalicylsäure (ASS) noch Schlafmittel oder Alkohol zu sich nehmen. Sowohl Acetylsalicylsäure als auch andere Schmerzmittel verzögern die Blutgerinnung und können zu unerwünschten Blutungen führen. Raucher sollten ihren Nikotinkonsum bereits vier Wochen vor dem Eingriff stark einschränken, um die Wundheilung nicht zu gefährden.

Das Operationsverfahren

Die Liposuktion im Oberarmbereich zählt zu den kleineren Eingriffen dieser Art. Lokalisation für die Operation sind die Außen- und Dorsalseiten (Hinterseiten) der Oberarme. Etwas seltener und in der Regel zusammen mit einer Oberarmstraffung wird die Fettabsaugung an den Oberarminnenseiten vorgenommen. Vor der Operation wird der Patient im Rahmen der Anamnese ausführlich befragt und über Risiken und Komplikationen aufgeklärt. Das Operationsgebiet wird am stehenden Patienten mit normal hängenden Armen sorgfältig eingezeichnet. Während der Operation wird der Patient entweder in Rückenlage oder in Seitenlage gelagert.

Der Eingriff kann entweder unter Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) oder auch unter Vollnarkose stattfinden. Für die lokale Betäubung wird die Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA) angewendet: Dabei werden in einem ersten Schritt eineinhalb bis mehrere Liter eines Gemisches aus sterilem, isotonen Wasser, Natriumbicarbonat, einem Lokalanästhetikum (Arzneimittel zur örtlichen Betäubung) sowie häufig auch etwas Cortison in die Subkutis (Unterhautfettgewebe) infundiert. Nach einer 30-minütigen Wartezeit hat sich die eingebrachte Flüssigkeit im Fettgewebe gleichmäßig verteilt. Es bildet sich dabei eine Art Emulsion aus Fettzellen und Tumeszenzlösung, die die eigentliche Liposuktion erheblich erleichtert.

Die Operation dauert je nach individuellem Befund ein bis zwei Stunden.

Nach der Operation

Nach der Operation wird ein Verband angelegt, der unter anderem aus einer elastischen Binde besteht und für ca. 3 Wochen ununterbrochen getragen werden muss. Dies dient der Stabilität und der Form des Operationsergebnisses. Körperliche Belastung sowie direkte Sonneneinstrahlung auf die Operationsnarben sind für die nächsten 1 bis 2 Monate zu vermeiden. Eine Rötung der Narben kann mehrere Monate bestehen bleiben.

Mögliche Komplikationen

  • Allergische Reaktionen – z. B. auf das Narkosemittel
  • Aufreißen der Wundränder
  • Dysformitäten im Absaugungsbereich
  • Nachblutungen
  • Hämatome (Blutergüsse)
  • Keloide – verstärkte Narbenbildung
  • Ödeme (Schwellungen)
  • Schmerzen, Spannungsgefühl
  • Sensibilitätsstörungen
  • Thrombose – Gefäßerkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Gefäß bildet
  • Wundheilungsstörungen aufgrund von Durchblutungsstörungen
  • Wundinfektionen

Ihr Nutzen

Die Liposuktion im Oberarmbereich ist ein effektiver Eingriff, um lästige Fettdepots zu entfernen und ein schöne Oberarmkontur wiederherzustellen.

Hinweis zur rechtlichen Grundlage der Anerkennung der Liposuktion als therapeutische Maßnahme durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV): Seit Januar 2020 wird die Leistung von der GKV bei einem Lipödem im Stadium 3 b übernommen. Zudem muss der Nachweis einer erfolgreichen konservativen Therapie über 6 Monate nachgewiesen werden. Gleiches gilt für Patienten mit Adipositas Grad II (BMI: 35-39,9).

Literatur

  1. Dirschka T, Sommer B: Klinikleitfaden Ästhetische Medizin. Elsevier, Urban & Fischer Verlag 2002
  2. Gasparotti M: Liposkulptur – Body Contouring – Cellulite-Behandlung. Schattauer Verlag 2007

     
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