Trommelschlegelfinger – Einleitung

Trommelschlegelfinger (Synonyme: Digiti hippocratici; Glockenklöppelfinger; Klumpfinger; Kolbenfinger; Osteoarthropathie hypertrophique pneumique, Spatelfinger; ICD-10-GM R68.3: Trommelschlegelfinger) bezeichnen die rundliche Auftreibung der Fingerendglieder (Endphalangen; Fingerspitzen) mit Weichteilverdickung, die oft zusammen mit Uhrglasnägeln auftreten.

Pathophysiologie und Ursachen

  • Chronische Hypoxämie (Sauerstoffmangel): Häufigste Ursache; tritt bei Herz- und Lungenerkrankungen auf, die zu langfristigem Sauerstoffmangel führen.
    • Herzerkrankungen: Angeborene Herzfehler, Endokarditis (Herzinnenhautentzündung), Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
    • Lungenerkrankungen: Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Lungenfibrose, Tuberkulose, Lungenkrebs
  • Gastroenterologische Erkrankungen:
    • Morbus Crohn: Chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) mit segmentalen Entzündungen des Magen-Darm-Traktes.
    • Colitis ulcerosa: Chronisch-entzündliche Erkrankung der Schleimhaut des Kolons (Dickdarm) oder des Rektums (Mastdarm).
  • Idiopathische Fälle: Trommelschlegelfinger ohne erkennbare Ursache.
  • Weitere Erkrankungen:
    • Leberzirrhose (Leberschrumpfung)
    • Cystische Fibrose
    • Malignome (bösartige Tumoren)

Differentialdiagnosen

  • Kardiovaskuläre Erkrankungen: Angeborene Herzfehler, Endokarditis, Herzinsuffizienz
  • Pulmonale Erkrankungen: COPD, Lungenfibrose, Tuberkulose, Lungenkrebs
  • Gastroenterologische Erkrankungen: Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
  • Systemische Erkrankungen: Leberzirrhose, Cystische Fibrose, Malignome

Trommelschlegelfinger können Symptom vieler Erkrankungen sein (siehe unter "Differentialdiagnosen").

Verlauf und Prognose

Verlauf

  • Abhängig von der Grunderkrankung: Der Verlauf der Trommelschlegelfinger ist stark von der zugrunde liegenden Ursache abhängig.
    • Chronische Hypoxämie (Sauerstoffmangel): Bei chronischen Herz- und Lungenerkrankungen kann der Verlauf progressiv sein, wobei die Fingerverdickung mit der Zeit zunimmt.
    • Gastroenterologische Erkrankungen: Bei gut kontrollierten Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa kann der Verlauf stabil sein.
    • Idiopathische Fälle: Verlauf kann variieren und ist oft unvorhersehbar.

Prognose

  • Ursachenabhängig: Die Prognose hängt stark von der erfolgreichen Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung ab.
    • Herz- und Lungenerkrankungen: Bei effektiver Behandlung der Hypoxämie kann eine Verbesserung oder Stabilisierung der Symptome erreicht werden.
    • Magen-Darm Erkrankungen: Kontrolle der Entzündungsaktivität kann zu einer Besserung der Nagel- und Fingerveränderungen führen.
    • Idiopathische Fälle: Prognose schwer vorhersehbar, oft chronischer Verlauf.
  • Wichtige Faktoren: Früherkennung und gezielte Therapie der Grunderkrankung sind entscheidend für eine günstige Prognose.