Penisschmerzen – Einleitung

Penisschmerzen (lat. penis „männliches Glied“; ICD-10-GM N48.9: Krankheit des Penis, nicht näher bezeichnet) treten meistens durch Entzündungen oder Verletzungen auf. Der Ort der Schmerzen kann sowohl in der Urethra (Harnröhre), als auch im Präputium (Vorhaut) oder in den Corpora cavernosa penis (Penisschwellkörpern) liegen. Auch kann es sich um Beschwerden handeln, die von einem anderen Ort übertragen werden (referred pain).

Formen der Penisschmerzen

  • Akute Penisschmerzen
    • Plötzlicher Schmerzbeginn, oft intensiv und verbunden mit anderen Symptomen wie Schwellung, Rötung oder Ausfluss.
    • Häufig verursacht durch Infektionen, Verletzungen oder plötzliche Durchblutungsstörungen.
  • Chronische Penisschmerzen
    • Schmerzen, die über einen längeren Zeitraum anhalten, oft weniger intensiv, aber kontinuierlich.
    • Können durch chronische Entzündungen, strukturelle Anomalien oder neurologische Ursachen bedingt sein.
  • Intermittierende Penisschmerzen
    • Schmerzen, die kommen und gehen, oft im Zusammenhang mit bestimmten Aktivitäten wie Geschlechtsverkehr oder Wasserlassen.
    • Häufig bei Zuständen wie Harnröhrenstrikturen oder wiederkehrenden Infektionen.

Ursachen der Penisschmerzen

  • Entzündliche Ursachen
    • Balanitis (Entzündung der Eichel)
    • Balanoposthitis (Entzündung von Eichel und Vorhaut)
    • Urethritis (Entzündung der Harnröhre)
  • Infektiöse Ursachen
    • Sexuell übertragbare Infektionen (z. B. Gonorrhö, Chlamydien)
    • Pilzinfektionen (z. B. Candida)
  • Traumatische Ursachen
    • Verletzungen durch Geschlechtsverkehr oder Unfälle
    • Fremdkörper in der Harnröhre
  • Vaskuläre Ursachen
    • Priapismus (lang anhaltende, schmerzhafte Erektion)
    • Durchblutungsstörungen
  • Neurologische Ursachen
    • Referred pain (Schmerzen, die von einem anderen Ort übertragen werden, z. B. von der Prostata oder der Wirbelsäule)
    • Neuropathien
  • Strukturelle Ursachen
    • Harnröhrenstrikturen (Verengung der Harnröhre)
    • Peyronie-Krankheit (Verkrümmung des Penis durch Narbenbildung)

Penisschmerzen können Symptom vieler Erkrankungen sein (siehe unter "Differentialdiagnosen").

Epidemiologie

  • Penisschmerzen können Männer aller Altersgruppen betreffen, treten jedoch häufiger bei sexuell aktiven Männern und bei älteren Männern aufgrund altersbedingter Veränderungen und erhöhter Prävalenz von urologischen Erkrankungen auf.
  • Die genaue Prävalenz von Penisschmerzen ist nicht gut dokumentiert, da sie ein Symptom vieler verschiedener Erkrankungen sein können.

Verlauf und Prognose

Verlauf

  • Der Verlauf von Penisschmerzen hängt stark von der zugrunde liegenden Ursache ab. Akute Schmerzen können durch sofortige Behandlung schnell gelindert werden, während chronische Schmerzen oft eine langwierige Diagnostik und Therapie erfordern.
  • Bei infektiösen und entzündlichen Ursachen klingen die Schmerzen meist nach erfolgreicher Behandlung der Infektion oder Entzündung ab.
  • Bei strukturellen und neurologischen Ursachen kann der Verlauf länger dauern und eine komplexere Behandlung erfordern.

Prognose

  • Die Prognose von Penisschmerzen ist stark abhängig von der Ursache und der rechtzeitigen sowie adäquaten Behandlung.
  • Akute infektiöse und entzündliche Ursachen haben in der Regel eine gute Prognose bei frühzeitiger und angemessener Therapie.
  • Chronische und strukturelle Ursachen können eine längere Behandlungsdauer und in einigen Fällen chirurgische Eingriffe erfordern, haben jedoch bei adäquater Therapie ebenfalls eine günstige Prognose.
  • Eine umgehende medizinische Abklärung ist bei akuten Penisschmerzen, besonders bei Begleiterscheinungen wie Blutungen, Hautveränderungen oder Verlust der Erektion, entscheidend für eine gute Prognose.