Das Klima verändert sich zunehmend. Globale Erwärmung, Treibhauseffekt, Vergrößerung des Ozonloches und Waldsterben sind keine Fremdworte mehr.
Der Mensch greift maßgeblich in die Natur ein, was nicht ohne negative Folgen bleibt – für Mensch und Natur.
Insgesamt sind die Temperaturen höher. Im Sommer wie im Winter kommt es zum Anstieg der Temperaturen und es gibt weniger Frost im Winter. Trockenperioden wechseln sich ab mit zu starken Niederschlägen. Durch zu viel Hitze und Trockenheit laugen die Böden aus und die Pflanzen können nicht gedeihen.
Welche Fakten sprechen für einen Kimawandel?
Folgende Faktoren sprechen für einen Klimawandel [4]:
- Zunahme der Kohlenstoffdioxid (CO2)-Konzentration in der Atmosphäre seit circa 1850 von 280 ppm (pars per million) auf 380 ppm durch
- Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas, Benzin)
- Abholzen von Wäldern - CO2 ist ein klimawirksames Gas, das den Strahlungshaushalt der Erde verändert (verdoppelt sich die CO2-Konzentration der Luft, dann steigt die globale Mitteltemperatur um circa 3 Grad Celsius).
- Seit 1900 stieg die globale Temperatur um circa 0,8 Grad Celsius. Die mittleren Monatstemperaturen der letzten 10 Jahre waren global die wärmsten seit Beginn der Temperaturmessungen im 19. Jahrhundert.
- Der größte Teil der Erwärmung ist auf die gestiegene Kohlenstoffdioxid-Konzentration und andere anthropogene Gase zurückzuführen.
Unter anthropogenen Gasen versteht man die Gase, die aus der menschlichen Aktivität stammen. Dazu gehören beispielsweise Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), FCKW etc. Diese Gase bewirken den anthropogenen Treibhauseffekt!
Was sind die Folgen des Klimawandels?
Landwirtschaft
- In südlichen Ländern sind die Ernteerträge geringer als noch vor einigen Jahren.
Menschen und Krankheiten
- Mehr Hitzetote bei Kleinkindern, älteren Menschen und Kranken.
Todesursachen: Myokardinfarkt (Herzinfarkt), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Atemwegs- und Stoffwechselstörungen.
Betroffene: Menschen mit chronischen Krankheiten der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems).
- Zunahme der Ozonwerte
Dieses führt zu: Reizung der Schleimhäute, Entzündungsreaktionen der Atemwege mit Beeinträchtigung der Lungenfunktion und der körperlichen Leistungsfähigkeit.
Betroffene: Patienten mit Asthma bronchiale
- Milde Winter und die Hitze nach langer Regenperiode schaffen ideale Bedingungen für Mücken und Zecken. Es ist daher von einem stark erhöhten Borreliose- (Lyme-Borreliose) und Frühsommer-Meningoenzephalitis-Risiko auszugehen.
- Weitere Ausbreitung der Schafzecke. Sie verbreitet das so genannte Q-Fieber, das sich ähnlich wie eine Sommergrippe verhält. Diese Erkrankung äußert sich mit Fieber, Schüttelfrost, Mattigkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen. In etwa fünf Prozent der Fälle bekommen die Infizierten eine Pneumonie (Lungenentzündung) oder Hepatitis (Leberentzündung).
- Durch das wärmere Klima wird sich die Heuschnupfensaison deutlich ausdehnen
Der Grund ist eindeutig: manche Pollen werden früher fliegen – andere wiederum werden bis weit in den Oktober fliegen.
In Frankreich und Italien sind Ambrosia-Allergien bereits zu einem massiven Problem geworden. Die Ambrosia-Pflanze (Traubenkraut) kann während der Blütezeit von Mitte Juli bis Mitte Oktober auch Atemnot und Asthma auslösen.
- Die in seltenen Fällen tödlich verlaufende West-Nil-Virus-Infektion wird im Zusammenhang mit dem Klimawandel als mögliche neue Infektionskrankheit in Europa diskutiert [1].
- Tropische Insekten schaffen zunehmend den Weg nach Europa. Möglicherweise kommen auf diesem Wege tropische Erkrankungen zu uns wie: Denguefieber, Malaria, Leishmaniose etc.
Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin geht davon aus, dass vom Denguefieber (übertragen von der Stechmücke Aedes) circa 2,5 Milliarden Menschen bedroht sind [2].
So ist damit zu rechnen, dass Malaria sich mit steigenden Temperaturen auch in Regionen ausbreiten wird, die bislang für die Überträger der Krankheit, die Anopheles-Mücken, zu kühl waren. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin geht davon aus, dass davon circa 2,4 Milliarden Menschen bedroht sind [2].
Die Leishmaniose, eine Tropenkrankheit, ausgelöst durch parasitäre Einzeller, ist inzwischen in Südfrankreich angekommen. Überträger ist die Sandmücke. Diese ist bereits in Baden-Württemberg angekommen.
- Zunahme von Zoonosen, das sind Krankheiten durch Erreger, die vorwiegend Tiere infizieren, die aber jederzeit auf den Menschen übertragen werden können. Zu diesen Krankheiten zählen: Hanta-Virus-Infektionen, die Leptospirose und die Tularämie (Hasenpest). Diese Krankheiten nehmen ihren Ursprung in Nagetierpopulationen.
- Anstieg der Wassertemperaturen von Nord- und Ostsee: Zunahme von Wundinfektionen durch Vibrio vulnificus (einem entfernten Verwandten des Cholera-Erregers).
- Zunahme von Salmonellose wegen Zunahme der Umgebungstemperatur.
Ab einer Umgebungstemperatur von 5 Grad Celsius steigt die Inzidenz um 5-10 % je Grad Celsius an wöchentlichem Temperaturanstieg.
Menschen, Tiere und Gebäude
- Naturkatastrophen (Hochwasser, Stürme) scheinen häufiger aufzutreten.
Der Einfluss des Menschen auf den Klimawandel wurde von Forschern des Kanadischen Zentrums für Klimamodelle in einer wissenschaftlichen Studie erhärtet. Parameter wie Bodentemperatur, Meeresspiegeldruck, Temperatur der Erdatmosphäre und der Ozeane dienten als Grundlage dieser Studie [3].
Literatur
- Gemeinsame Pressemitteilung des Bernhard-Nocht-Instituts, des Paul-Ehrlich-Instituts und des Robert Koch-Instituts.
Herausgeber: Robert Koch-Institut Nordufer 20 D-13353 Berlin http://www.rki.de - B. Ebert, B. Fleischer,
Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 2005.48:55-62 - Zhang X, Zwiers FW, Hegerl GC, Lambert FH, Gillet NP, Solomon S, Stott PA, Nozawa T.
Detection of human influence on twehtieth-century precipitation trends.
Nature. 2007 Jul 26;448(7152):461-5 - Rahmstorf S
A Semi-Empirical Approach to Projecting Future Sea-Level Rise, Science (express) 10.1126/science.1135456, 14 Dec. 2006.












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