Elektromagnetische Strahlung

Das Spektrum der elektromagnetischen Strahlung ist sehr umfassend. Zu ihr gehören unter anderem Radiowellen, Mikrowellen, Infrarotstrahlung, sichtbares Licht, UV-Strahlung sowie Röntgen- und Gammastrahlung. Der einzige Unterschied zwischen diesen Wellentypen liegt in ihrer Frequenz und somit ihrer Energie.

Die Leitlinie der Arbeitsgruppe „EMF“ der Europäischen Akademie für Umweltmedizin (EUROPAEM) fasst den aktuellen Forschungsstand zu diesem Thema zusammen.

Überall, wo elektrischer Strom produziert wird oder die Elektrizität zum Einsatz kommt, wo elektrische Spannung entsteht und fließt, bauen sich elektromagnetische Felder und Wellen (EMF) auf. Ob beispielsweise Elektrogeräte, Steckdosen, Stromkabel, Sendeantennen oder Drahtlosnetzwerke – von all diesen elektrischen Stationen können Nebenwirkungen ausgehen, die jedem als unerwünschter Elektrosmog bekannt sind.

Unter anderem die WHO und das Bundesamt für Strahlungsschutz haben darauf hingewiesen, die Belastungen durch elektromagnetische Felder möglichst zu reduzieren. Sie versuchen damit nicht nur die großen Konzerne, sondern auch den Endverbraucher im Rahmen ihres Alltages anzusprechen. Denn so manche Studienergebnisse geben den Wissenschaftlern Anlass zur Sorge.

So gibt es beispielsweise Zusammenhänge zwischen elektromagnetischer Strahlung und Tumorerkrankungen (Krebserkrankungen). Die natürlichen biologischen Abläufe könnten durch die Strahlen und Wellen derart beeinflusst werden, dass neben neurologischen Auswirkungen auch negative Effekte auf die Fortpflanzungsorgane anzunehmen sind.

Bei Frauen, die häufig EMF-Strahlen ausgeliefert waren, kam es beispielsweise zu nachteiligen Auswirkungen auf die Geburt oder gar zu Aborten (Fehlgeburten). Und bei Männern wurde unter anderem eine Asthenozoospermie (schlechtere Spermienbeweglichkeit) oder eine verminderte Lebensfähigkeit sowie ein vorzeitiges Absterben der Spermien beobachtet.

Elektrosmog

Das Wort „Elektrosmog" ist eine Sammelbezeichnung für alle technisch erzeugten elektrischen und magnetischen bzw. elektromagnetischen Felder (EMF).

Elektrogeräte kommen in allen Lebensbereichen vor. Diese Geräte können Ursache des sogenannten Elektrosmogs eines unsichtbaren Nebels aus elektromagnetischen Wellen sein. Mobilfunk-Basisstationen, Mobiltelefone, Fernseher, Computer, Hochspannungsleitungen und Sendemasten, mit denen nahezu jeder tagtäglich konfrontiert wird, werden für Elektrosmog verantwortlich gemacht. Ab einer bestimmten Stärke kann sich Elektrosmog wahrscheinlich schädigend auf die Gesundheit auswirken.

Folgende mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit durch Elektrosmog werden diskutiert:

  • Allergien
  • Cephalgie (Kopfschmerzen)
  • Depressionen
  • Gedächtnisleistung – kumulative Hirn-HF-EMF-Exposition (hochfrequente elektromagnetische Felder) durch Mobiltelefone kann sich negativ auf die Entwicklung der figuralen Gedächtnisleistung bei Jugendlichen auswirken [1]
  • Herzkreislaufbeschwerden
  • Muskelverspannungen
  • Nervosität
  • Schlaflosigkeit
  • Stress
  • Vitalitätsverlust, Abgeschlagenheit

Die US-Food and Drug Administration (FDA) hat sich vom Abschlussbericht der Autoren des National Toxicology Program vorgelegten „eindeutigen Beweise“ (clear evidence) für eine karzinogene Wirkung der von 2G- und 3G-Netzen durch "Handystrahlung" distanziert. In den Experimenten dieser Studie wurde der gesamte Körper der Nager "bestrahlt". Dabei wurden Frequenzen von 900 beziehungsweise 1.900 Megahertz nach den damaligen Technologien CDMA (Code Division Multiple Access) und GSM (Global System for Mobile Communications) benutzt. Als Ergebnis hatte das National Toxicology Program die Beweislage für die malignen (bösartige) Schwannome (seltene maligne mesenchymale Tumoren) als eindeutig (clear evidence) bewertet. Gewisse Belege (some evidence) sah es für eine erhöhte Zahl von malignen Gliomen (bösartiger Hirntumor, der von den Zellen des Gliagewebes abstammt) und von Phäochromozytomen (Tumor des Nebennierenmarks, der in den meisten Fällen gutartig ist).
Die FDA wendet ein, dass die experimentellen Grenzwerte 50-mal höher als die aktuellen Grenzwerte der Federal Communications Commission (FCC) für Mobilfunkgeräte waren [2].

Literatur

  1. Schoeni A et al.: Memory performance, wireless communication and exposure to radiofrequency electromagnetic fields: A prospective cohort study in adolescents. Environ Int. 2015 Dec;85:343-51. doi: 10.1016/j.envint.2015.09.025. Epub 2015 Oct 30.
  2. NTP Technical Report on Toxicology and Carcinogenesis Studies In B6C3F1/N Mice Exposed to Whole-Body Radio Frequency Radiation at a Frequency (1,900 MHz) and Modulations (GSM and CDMA) Used by Cell Phones. National Toxicology Program  P.O. Box 12233 Research Triangle Park, NC 27709 November 2018 NTP TR 596

Leitlinien

  1. EMF-Leitlinie: EUROPAEM EMF Guideline 2016 for the prevention, diagnosis and treatment of EMF-related health problems and illnesses. Rev Environ Health 2016; 31(3): 363–397. doi: https://doi.org/10.1515/reveh-2016-0011
     
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