Latente stoffwechselbedingte Azidose
Latente metabolische Azidose

Diese Störung des Säure-Basen-Haushaltes liegt vor, wenn die basischen Pufferreserven im Blut schon nahezu aufgebraucht wurden, es aber noch nicht zu einer pH-Wert-Verschiebung des Blutes unter 7,36 gekommen ist. Das heißt, bei der latenten metabolischen Azidose ist die Homöostase - Gleichgewicht - des pH-Wertes in seinen engen Grenzen zwischen 7,38 und 7,42 noch gegeben.

Folge dieser latenten metabolischen - das heißt stoffwechselbedingten - Azidose ist eine „latente Bindegewebsazidose“, die unter anderem zu einer Demineralisation des Skelettsystems und damit zu einer Osteoporose führen kann.

 
Ursachen
  
Die Ursachen einer latenten metabolischen Azidose sind vielfältig.

  • Abnahme der Funktionsreservekapazität der Niere - beginnend circa ab dem 40. Lebensjahr - für die Ausscheidung von Säureäquivalenten, das bedeutet, die Niere verliert zunehmend die Fähigkeit, durch Ausscheidung von Säureäquivalenten im Falle einer Azidose regulativ zu wirken
  • Chronische Niereninsuffizienz älterer Patienten
  • Hyperurikämie - Gicht
  • Erhöhte Nahrungszufuhr Säure-bildender Lebensmittel beziehungsweise nicht ausreichende Aufnahme von Basen-spendenden Lebensmitteln
  • Latente Vitalstoff*-Defizite, die zu einer Einschränkung der Enzymkapazität (1) und damit zu einem Anstieg zellulärer Säuren führen können 

*Zu den Vitalstoffen gehören unter anderem Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, lebensnotwendige Aminosäuren, lebensnotwendige Fettsäuren etc.

Azidose beeinträchtig Wachstum von Frühgeborenen
Komplexe Störungen des Säure-Basen-Stoffwechsels sind im frühen Kindesalter öfters anzutreffen als in anderen Altersgruppen. Laut PD Dr. H. Karlhoff und Kollegen (2) führt bereits eine leichte Übersäuerung durch die Nahrung zu einer Beeinträchtigung des Wachstums.

 
 
Therapie
  
Im Vordergrund jeglicher Therapie steht die Behandlung des Grundleidens – zum Beispiel die adäquate Behandlung der Hyperurikämie - Gicht.

Des Weiteren ist eine Ernährungsumstellung wichtig, das heißt eine vitalstoffreiche ausbalancierte Ernährung - weniger Säure-bildende Lebensmittel beziehungsweise mehr Basen-spendende Lebensmittel sowie die Zufuhr einer basischen Nahrungsergänzung.

Geeignete Inhaltstoffe einer basischen Nahrungsergänzung sind u.a.

  • Na-Bicarbonat
  • Kaliumzitrat
  • Magnesiumzitrat
  • Calciumzitrat

Achtung!
Eine basische Nahrungsergänzung, beispielsweise mit Na-Bicarbonat als Natriumhydrogencarbonat, ist magenunverträglich, wenn keine magensäurefeste Verkapselung gewählt wird. Die Zufuhr von Natriumhydrogencarbonat ohne magensäurefeste Verkapselung führt zur CO2-Bildung im Magen und damit zur Beeinträchtigung der bakteriziden - Bakterien tötenden - Wirkung der Magensäure.
Nur durch eine magensäurefeste Verkapselung von Natriumhydrogencarbonat erfolgt die Freisetzung im Dünndarm.

   
Die Wirksamkeit der Zufuhr basischer Mineralstoffe ist wissenschaftlich belegt
 

Es konnte beispielsweise gezeigt werden, dass eine Zufuhr von basischen Mineralstoffen bei Frauen in der Postmenopause zu einer statistisch gesicherten Calciumretention, das bedeutet zu einer verminderten Calciumausscheidung, zu einem positiven Stickstoffgleichgewicht und einer Hemmung des Knochenabbaus führt (3).

Behandlung der Rheumatoiden Arthritis mit einer basischen Nahrungsergänzung (4)
In der Gruppe der Patienten, die ein basisches Nahrungsergänzungsmittel einnahmen, nahm die Intensität der Schmerzen ab, sodass bei einem Drittel der Patienten die Medikamenten-Dosis reduziert werden konnte.

  
Vitalstoff-Analyse für den Mann
Vitalstoff-Analyse für die Frau


 Vitalstoff-Analyse


Literatur

  1. Wesson DE,
    Dietary acid increases blood and renal cortical acid content in rats: 
    Am J Physiol, 1998, Jan 274 (1-2): F97-103
  2. Kalhoff H, Manz F, Diekmann L, Kunz C, Stock GJ, Weisser F,
    Decreased growth rate of low-birth-weight infants witht prolonged maximum renal acid stimulation:
    Acta Paediatr, 1993, Jun-Jul  82:6-7 522-7
  3. Schaefer, Roland M.,
    Störungen des Säure-Basen-Haushalts: Rationale Diagnostik und ökonomische Therapie,
    Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 26 vom 1.7.2005, Seite A-1869 / B-1603 / C-1509 Medizin
  4. Cseuz RM, Bender T, Vormann J,
    Alkaline mineral supplementation for patients with rheumatoid arthritis:
    Rheumatology 44, 2005, Supplement 1,i76
     
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