TCM – Diagnostik

Ein Behandler, der nach der TCM arbeitet, bedient sich zur Diagnosestellung der folgenden vier Methoden:

  • Befragung
  • Hören und Riechen
  • Inspektion (Beschauen)
  • Palpation (Abtasten

Die Symptome, die der Behandler erkennt, treten in einer ganz bestimmten Kombination auf, die nicht zufällig ist, sie werden als das Symptommuster bezeichnet. Da diese Symptome laut der Traditionellen Chinesischen Medizin auf einem Ungleichgewicht beruhen, werden sie auch als Disharmoniemuster bezeichnet.

Jedes Symptommuster trägt einen chinesischen Namen, der gleichzeitig Aufschluss über die Symptome und auch über die Behandlung gibt. Lautet die Diagnose zum Beispiel „Magen-Hitze" so ist die entsprechende Behandlung die „Kühlung des Magens".

Es wird mit dem antagonistischen, also gegensätzlichem Prinzip behandelt, um einen Ausgleich zu schaffen und das Gleichgewicht wieder herzustellen.

Leitkriterien der Diagnostik sind:

  • Yin – Yang
  • Innen Außen
  • Hitze Kälte
  • Mangel/Leere Übermaß/Fülle

Zur Verdeutlichung ein Beispiel
Ein Sonnenbrand ist eine äußere Fülle-Hitzeerkrankung. Daraus lässt sich sogleich die Therapie ableiten – die Fülle muss reduziert und die Hitze abgekühlt werden.

Yin und Yang

Yin und Yang symbolisieren, dass alles im Leben zwei Seiten hat, die dennoch untrennbar miteinander verbunden sind.

Yin steht für:

  • Das weibliche Prinzip
  • Mond
  • Unbewusstes
  • Erde
  • Dunkelheit
  • Kälte
  • Ruhe
  • Das Empfangende

Yang steht für:

  • Das männliche Prinzip
  • Sonne
  • Bewusstes
  • Himmel
  • Licht
  • Wärme
  • Bewegung
  • Das Gebende

Yang steht im Chinesischen für die sonnige Seite eines Berges, Yin steht für die andere, die schattige Seite des Berges.

Ist der Mensch gesund, befinden Sich Yin und Yang in einem fließenden Gleichgewicht.

Gerät dieses Gleichgewicht aus der Bahn und gewinnt eine der Kräfte die Oberhand, sind Krankheiten die Folge.

Typische Yin-Störungen sind unter anderem niedriger Blutdruck (Hypotonie) und Müdigkeit. Gewinnt das Yang die Oberhand, führt dieses beispielsweise zu erhöhtem Blutdruck (Hypertonie, Reizbarkeit und Entzündungsreaktionen des Körpers.

Der Rücken und die Außenseiten der Arme und Beine zählen zum Yang, die Vorderseite des Körpers und die Innenseiten der Arme und Beine werden dem Yin zugeordnet. Dieses scheint zunächst paradox, da wir davon ausgehen, meist mit dem Gesicht der Sonne zugewandt zu sein.

Die Erklärung ist einfach: Ein Feldarbeiter wird von hinten mit Sonne beschienen, seine Vorderseite ist bei der Arbeit der Sonne abgewandt.

Innen Li und Außen Biao

Die Kriterien „Innen" und „Außen" geben Aufschluss darüber, wie weit eine Erkrankung bereits in die Tiefe vorgedrungen ist.

Eine Erkrankung, die nur die Oberfläche betrifft, wird als oberflächliches Syndrom bezeichnet.

Sind die krankmachenden Einflüsse bereits ins Innere des Körpers vorgedrungen, so nennt man dies das innere Syndrom.

Kälte – Han – und Hitze – Re

Durch Erkrankungen kommt es zu Ungleichgewichten im Körper. Es kann ein Überschuss an Hitze oder aber an Kälte entstehen. Ein Kälte-Syndrom ist die Folge schädlicher, von außen eingedrungener Kälte, oder aber die Folge einer Qi – oder Yang – Schwäche.

Das Hitze-Syndrom tritt infolge zu starker äußerer Hitze auf, oder aber aufgrund einer Schwäche der Säfte oder des Yin.

Leere – Xu – und Fülle – Shi

Die Worte Leere und Fülle beziehen sich einerseits auf die Energie, andererseits auch auf die Substanz des Körpers. Beim Leere-Syndrom kann ein Mangel an Qi, Yin oder Yang die Ursache sein. Leere-Syndrome können sowohl angeboren als auch erworben sein.

Das Leere-Syndrom tritt häufig bei chronischen Zuständen auf.

Beim Fülle-Syndrom liegen einige Substanzen in zu großem Maße vor, wie Yin, Yang, Qi, Kälte oder Feuchtigkeit. Das Fülle Syndrom tritt häufig in Zusammenhang mit akuten Erkrankungen auf.

Puls- und Zungendiagnostik

Weitere, wichtige und aufschlussreiche Verfahren der chinesischen Diagnostik sind die Pulsdiagnostik und die Zungendiagnostik, die in einem separaten Kapitel dargestellt sind.

Ihr Nutzen

Die chinesische Diagnostik sieht den Körper als Ganzes. Sie ist die Grundvoraussetzung für die Anwendung traditioneller chinesischer Therapieverfahren.

Über Jahrtausende hinweg haben die Chinesen gelernt, die Signale des Körpers zu verstehen und zu entschlüsseln, so können sie anhand des Aussehens, des Pulses oder anhand von Berührungen erkennen, was Ihnen fehlt.

Die Diagnose gibt gleichzeitig Aufschluss über die Therapie, da nach dem antagonistischen chinesischen Prinzip behandelt wird.


     
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