Puls- und Zungendiagnostik

Chinesische Pulsdiagnostik

Die chinesische Pulsdiagnostik kennt fast 30 unterschiedliche Pulsqualitäten.

Diese Art der Diagnostik setzt jahrelange Erfahrung voraus.

Man unterscheidet die oberflächliche Pulsqualität von der Tiefenpulsqualität. Es gibt an jedem Handgelenk 3 Pulspunkte, die auf beide Qualitäten untersucht werden. Diese Punkte werden als „Cun-Stelle", "Guan-Stelle" und "Chi-Stelle bezeichnet.

Rechter Arm

  • Oberflächlicher Puls – Yang: Dickdarm, Magen und Dreifacher Erwärmer
  • Tiefenpuls – Yin: Lunge, Milz-Pankreas, Kreislauf-Sexualität

Linker Arm

  • Oberflächlicher Puls – Yang: Dünndarm, Gallenblase, Blase
  • Tiefenpuls – Yin: Herz, Leber, Niere

Zur Verdeutlichung einige Pulsqualitäten und ihre Bedeutung

  • Langsamer Puls (CHI-MAI) – Kälte-Syndrom
  • Schneller Puls (SHUO-MAI) – Hitze-Syndrom
  • Leerer Puls (XU-MAI) – Leere-Syndrom, Erschöpfung
  • Gespannter Puls (Jin-Mai) – Schmerz-Syndrom, Kälte-Syndrom, Nahrungs-Stagnation

Die Pulsdiagnostik zählt zur Basisdiagnostik in der TCM und wird in der Regel vor jeder Behandlung durchgeführt. So gewinnt der behandelnde Arzt einen ersten Eindruck über eventuell vorliegende Erkrankungen.

Zungendiagnostik

Die Chinesen haben mit der Zungendiagnostik ein relativ einfaches und dennoch enorm faszinierendes Konzept zur schnellen Erkennung von Fehlfunktionen und Erkrankungen des menschlichen Körpers entwickelt.

Anhand der Vitalität, Form, Farbe und Beweglichkeit der Zunge kann insbesondere auf Erkrankungen des Verdauungstraktes geschlossen werden.

Neben der allgemeinen Untersuchung hat jedes Areal der Zunge Bezug zu einem Organ. Diese Verbindung beruht auf dem Meridiansystem, welches im Text zur Akupunktur ausführlich erklärt ist.

  • Zungenspitze – Herz und Lunge
  • Zungenmitte – Milz und Magen
  • Zungengrund – Niere
  • Seitliche Zungenränder – Leber und Gallenblase

Vitalität – Shen Q
Eine gesunde Zunge ist in der Form angepasst und von einer blass-roten Farbe. Sie ist beweglich und von einem feuchten, dünnen, weißen Belag überzogen. Solch eine Zunge ist gesund und weißt auf einen gesunden Zustand von Qi, Blut und Säften hin.

Form

Geschwollene Zunge
Ist eine Zunge geschwollen, füllt sie mitunter den ganzen Mundraum aus. Sie sieht entweder dick oder breit aus. Eine geschwollene Zunge weißt auf zu viel Feuchtigkeit hin.

Schmale oder dünne Zunge
Die schmale Zunge ist das Gegenstück zur geschwollenen Zunge. Sie ist ein Anzeichen für Trockenheit.

Rissige Zunge
Eine rissige Zunge deutet auf einen Yin-Mangel hin.

Zahnabdrücke
Zahnabdrücke in der Zunge weisen auf bereits chronische Störungen der Verdauung hin.

Farbe

Die Farbe der Zunge gibt Aufschluss über Hitze und Kälte. Die Farbabstufungen sind sehr weit gefächert – von hellrot über dunkelrot, bordeaux, purpur bis schwarz bzw. von hellrot über blass, bläulich und lila bis hin zu blau und letztendlich schwarz. Blässe weist in der Regel auf Kälte hin, Rötung bzw. dunkle Zungen weisen auf Hitze hin. Die Intensität der jeweiligen Farbe gibt Aufschluss darüber, ob die Erkrankung noch oberflächlich ist oder bereits in der Tiefe liegt. 

Beweglichkeit

Die Beweglichkeit der Zunge ist von großer Bedeutung. Hängt die Zunge zu einer Seite herab, kann das ein Anzeichen für einen vorangegangenen Apoplex (Schlaganfall) sein.

Nachfolgende einige Beispiele:

  • Rote Zunge, gelber Belag – Magen-Hitze
  • Purpurfarbene Zunge – Schmerz
  • Klebrig, weiße Beläge, Schleim – Milzschwäche

     
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