UVB 311 nm-Lichttherapie

Die UVB 311 nm-Lichttherapie (Synonym: Schmalspektrum-UVB; 311-nm-UVB) gehört zum Teilgebiet der UVB-Phototherapie, die wiederum einen Abkömmling der Lichttherapie darstellt. Das Verfahren wird vor allem in der Dermatologie (Lehre der Hautkrankheiten) zur Behandlung von Psoriasis (Schuppenflechte) angewendet und erzielt hier große Erfolge.

Unter Phototherapie wird die Behandlung von Hauterkrankungen mit ultraviolettem Licht verstanden. Das Spektrum des UV-Lichts wird in UVC (200-280 nm), UVB (280-320 nm), UVA1 (320-340 nm) und UVA2 (340-400 nm) unterteilt. Die UVB-Phototherapie kann sowohl durch eine UVB-Breitspektrumlampe erfolgen als auch durch eine UVB-Schmalspektrumlampe, die mit der definierten Wellenlänge von 311 nm strahlt.

Die UVB 311 nm-Lichttherapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes bewährtes Verfahren, das zur Behandlung dermatologischer Erkrankungen eingesetzt wird.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte)
  • Atopisches Ekzem (Synonyme: Neurodermitis, atopische Dermatitis und endogenes Ekzem) – Erkrankung, die durch eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen Allergene zustande kommt. Die Symptome sind Juckreiz, Rötung, Schuppung, Nässen und Krustenbildung.
  • Mycosis fungoides – ein kutanes (in der Haut befindliches) T-Zell-Lymphom, das eine maligne (bösartige) Entartung von Zellen, die dem Immunsystem angehören, darstellt (entwickelt sich langsam über mehrere Jahre; in frühen Stadien liegt ein Pruritus (Juckreiz) und eine gerötete, schuppende Flechte vor, es können sich auch dunklere Flecken entwickeln)
  • Parapsoriasis en Plaques – eine chronische Hauterkrankung deren Ursache unklar ist, die allerdings der Psoriasis ähnelt
  • Pruritus, Prurigo – uneinheitliche Gruppe von Erkrankungen, deren Gemeinsamkeit der Juckreiz ist
  • Prophylaxe der polymorphen Lichtdermatose (PLD) – sogenannte Sonnenallergie, die Prophylaxe zielt auf eine Desensibilisierung (Gewöhnung) der Haut ab
  • Vitiligo – Weißfleckenkrankheit, die durch den autoimmunbedingten Untergang der Melanozyten (Zellen, die den braunen Hautfarbstoff produzieren) an definierten Stellen gekennzeichnet ist

Das Verfahren

Die Behandlung mit UV-Licht stellt ein Risiko für die Unversehrtheit der Haut des Patienten dar. Um die Therapie so schonend wie möglich zu gestalten wird zunächst entweder der Photohauttyp (entsprechend der Empfindlichkeit gegenüber Licht) oder die sogenannte MED bestimmt. MED steht für „Minimale Erythemdosis” und ist definiert als die geringste Strahlendosis, die ein gerade noch sichtbares Erythem (Rötung) hervorruft. Dieser Wert ermöglicht es, nach 24 Stunden die individuellen Eigenschaften der Haut zu beurteilen. Entsprechend dieser Eigenschaften wird die erste Dosis für die Therapie bestimmt. Die Photohauttypen werden wie folgt eingeteilt (Einteilung nach Fitzpatrick):

  • I – sehr helle Haut, Sommersprossen, helle Augen, rote Haare (keltischer Typ); sehr häufig Sonnenbrand; Haut bräunt nicht nach
  • II – helle Haut, helle Augen, blonde Haare (skandinavischer Typ); häufig Sonnenbrand; Haut bräunt minimal
  • III – hellbraune Haut, hellbraune bis dunkelbraune Haare, helle oder braune Augen (Mitteleuropäer, mediterraner Typ); gelegentliche Sonnenbrand; Haut bräunt gut
  • IV – mittelbraune Haut, dunkle Augen, dunkle Haare (mediterraner Typ); selten Sonnenbrand; Haut bräunt sehr gut
  • V – dunkelbraune Haut etc. (asiatischer Typ, Orientalen, Lateinamerika); sehr selten Sonnenbrand; Haut bräunt sehr gut
  • VI – schwarze Haut (Afrikaner); extrem selten bzw. keinen Sonnenbrand; sehr dunkle Pigmentierung

Es hat sich gezeigt, dass die UVB 311 nm-Lichttherapie (Schmalspektrum) bei bestimmten Krankheitsbildern (z. B. Psoriasis – Schuppenflechte) der UVB-Breitspektrumtherapie überlegen ist. Dies ist vor allem auf die bessere Wirksamkeit bei einer geringeren Erythembildung zurückzuführen. Weiterhin haben sich gute Ergebnisse bei der Behandlung in Kombination mit Medikamenten gezeigt.

Der Patient wird in der Regel drei- bis fünfmal in der Woche in einem Zeitraum von etwa 4-8 Wochen behandelt. Grundsätzlich ist die Dosis steigerbar, allerdings orientiert sie sich immer an der Erythemgrenze und sollte nur mit Vorsicht erhöht werden.

Literatur

  1. Fortschritte der praktischen Dermatologie und Venerologie 2004; G. Plewig/P. Kaudewitz/C.A. Sander; Springer Verlag 2005

     
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