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Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL)

Die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (Synonyme: ESWL, extrakorporale Lithotripsie; gr. lithos – Stein; tribein – zerreiben) ist ein medizintechnisches Verfahren zur Zertrümmerung und Entfernung von Kalkkonkrementen (z. B. Steine in der Niere, Harnblase, im Harnleiter, in der Gallenblase oder den Gallengängen).

Das Verfahren

Stoßwellen sind energiereiche Wellen, die auf unterschiedliche technische Art und Weise z. B. durch im Wasser erzeugte kurze Druckpulse entstehen. Dies kann mit Hilfe unterschiedlicher physikalischer Prinzipien erfolgen:

  • elektrohydraulisch
  • piezoelektrisch (Schwingungen von Quarzkristallen)
  • elektromagnetisch

Die Schallimpulse können auf einen bestimmten Bereich lokalisiert werden und dort wirken, das heißt sie entfalten ihre Wirkung nur am einprogrammierten Wirkort. Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie werden die Stoßwellen außerhalb des Körpers des Patienten (extrakorporal) erzeugt. Man unterscheidet Stoßwellen nach ihrem Energiegehalt, der je nach Anwendung variiert werden kann.

Beim Einsatz von hochenergetischen Stoßwellen ist im Regelfall eine Anästhesie, die mit einem kurzen stationären Aufenthalt verbunden sein kann, notwendig.

Vor der Behandlung von beispielsweise Nierensteinen muss eine Bildgebung erfolgen. Nierensteine sind im Röntgenbild sichtbar, sie können allerdings auch durch eine Kontrastmitteldarstellung des Nierenbeckenkelchsystems siehe i. v. (intravenöses) Pyelogramm lokalisiert werden. Der Patient befindet sich in liegender Position. Die Zertrümmerung der Steine erfolgt unter Durchleuchtung (Röntgenfilm in Echtzeit) oder unter Ultraschallkontrolle. Beide Systeme dienen der genauen Ortung der Konkremente, sodass die Stoßwellen optimal fokussiert werden können. Nach der Lokalisation werden die Steine mit bis zu 4.000 Ultraschallimpulsen zertrümmert. Teilweise muss die Behandlung wiederholt werden, falls die Konkremente nicht erfolgreich zerstört wurden. Die zerstörten Nierensteine können anschließend über die Harnwege ausgeschieden werden.

Die extrakorporale Stoßwellentherapie wird durchgeführt bei:

  • Cholezystolithiasis (Gallensteine)
  • Choledocholithiasis (Gallengangsteine)
  • Nephrolithiasis (Nierensteine)
  • Pankreatikolithiasis (Steine im Gangsystem der Bauchspeicheldrüse)
  • Urolithiasis (Blasensteine)
  • Uretersteine (Harnleitersteine)

Ihr Nutzen

Die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie ist eine erfolgreiche und bewährte Methode zur Zerstörung und Entfernung von Steinen und Konkrementen (z. B. Nieren- oder Gallensteinen). Die Patienten profitieren von dem schonenden Verfahren durch die Vermeidung von Operationen.


Literatur

  1. Physikalische Medizin: Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane; Jürgen Heisel; Georg Thieme Verlag 2005
  2. Extrakorporale Stoßwellentherapie und Sonographie der Stütz- und Bewegungsorgane; Christine E. Bachmann/G. M. Gruber/Astrid Arnold/ Werner Konermann/Friedrich Ueberle; Springer Verlag 1998
  3. Das Zweite- kompakt: Chirurgie, Orthopädie, Urologie; Ulrich Fetzner; Springer Verlag 2008
     
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