Ursache des Untergewichts ist ein Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch. Das Ergebnis ist eine negative Energiebilanz und bedeutet Gewichtsabnahme und daraus resultierend Folgeerkrankungen.
Das Untergewicht kann verschiedene Ursachen haben
Biographische Ursachen
- Alter – bei 3-4 % der Männer und der Frauen liegt im Seniorenalter der BMI (Body-Mass-Index/Körpermassen-Index) – auf Grund der Verschlechterung des Zahnstatus' (schlechteres Kauen), schlechteren Schluckens, von Veränderungen des Geschmacks- und Geruchsempfindens, verminderten Appetits und von Resorptionsstörungen – im Bereich des Untergewichts* (< 18,5).
- Fehl- und Mangelernährung – fett- und kalorienarm
- Rohköstler
- Orthorexia nervosa – im Gegensatz zu den Essstörungen Anorexie und Bulimie steht bei Orthorektikern nicht die Quantität der Nahrungsmittel im Vordergrund, sondern die vermeintliche Qualität. Diese Essstörung führt häufig zu Fehl- und Mangelernährung.
- Unzureichende körperliche Aktivität im Alter – Abbau von stoffwechselaktivem Muskelgewebe
- Chronischer Alkoholismus und Drogensucht
Krankheitsbedingte Ursachen – rascher Gewichtsverlust mit Leistungsknick
- Endokrine Störungen
- Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
- Diabetes mellitus Typ I – wegen erhöhtem katabolen Stoffwechsel (Abbaustoffwechsel)
- Morbus Addison (Nebennierenrindeninsuffizienz) - Aids – eine HIV-Infektion kann bereits durch den Leidensdruck zu Untergewicht und Mangelernährung führen
- Akute Bauchschmerzsyndrome – z. B. aufgrund Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) oder akuter Darmentzündung, s.u.
- Akute Infektionen
- Akute Verletzungen – gehen mit Stress einher und können zu Gewichtsverlust führen
- Akute Diarrhoe (Durchfall)
Krankheitsbedingte Ursachen – allmählicher Gewichtsverlust mit Leistungsknick
- Magen- und Darmerkrankungen
- Enteritis (Darmentzündung)
- Magenresektion
- Colitis ulzerosa – chronische, schubweise verlaufende Entzündung des Dickdarms
- Morbus Crohn – chronisch-entzündliche Darmerkrankung - Mukoviszidose (zystische Fibrose) – genetisch bedingte Erkrankung, die vor allem die Schleimproduktion der Lunge und des Magen-Darm-Traktes betrifft
- Sprue beziehungsweise Zöliakie – glutensensitive Enteropathie ist eine chronische Dünndarmerkrankung aufgrund der Überempfindlichkeit gegen das Getreideeiweiß Gluten. Sie kann sowohl in den ersten Lebensjahren als auch im Erwachsenenalter auftreten. Bei Säuglingen sowie Kindern wird das Krankheitsbild Zöliakie und bei Erwachsenen einheimische Sprue genannt
- Tumorerkrankungen
- Lungenerkrankungen
- Pneumonie (Lungenentzündung)
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung – die Erkrankung führt zu einer chronischen Entzündung, die ein energiezehrender Prozess ist, der zu Lasten der Muskelmasse geht - Depression
- Chronische Herzinsuffizienz (Herzschwäche) – bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz ist der relativ häufig auftretende chronische Gewichtsverlust seit Hippokrates als Syndrom der kardialen Kachexie bekannt; Gewichtsverlust bei chronischer Herzinsuffizienz gilt als isolierter unabhängiger Risikoparameter
- Chronische Nierenerkrankungen wie chronische Niereninsuffizienz, chronische Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung)
- Chronische Lebererkrankungen, beispielsweise chronische Hepatitis, Leberzirrhose
- Chronische Entzündungsprozesse
- Autoimmunerkrankungen wie z. B. rheumatoide Arthritis
Krankheitsbedingte Ursachen – allmählicher Gewichtsverlust ohne Leistungsknick
- Essstörungen – Anorexia nervosa (Magersucht), Bulimia nervosa (Essbrechsucht)
Nicht behandelbare Erkrankungen
- Tumorerkrankungen im finalen Stadium
- Neurodegenerativer Schwachsinn
- Appetitzügler – Appetithemmende Medikamente
Chemotherapien
Operationen
- Magenresektion
- Darmresektionen, Kurzdarmsyndrom
Umweltbelastungen – Intoxikationen
(Vergiftungen) – beispielsweise mit radioaktiven Stoffen etc.












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