Oberflächenanästhesie

Die Oberflächenanästhesie gehört neben der Infiltrationsanästhesie und der Regionalanästhesie zu den Verfahren der Lokalanästhesie. Sie dient der "oberflächlichen" Schmerzbetäubung. Hierbei wird die Schleimhautanästhesie von der topischen Lokalanästhesie der Haut unterschieden. Während Lokalanästhetika über die Schleimhaut sehr gut absorbiert werden können, würden diese die Körperhaut nicht durchdringen können. Zu diesem Zweck wird die sogenannte EMLA® Creme eingesetzt, auf deren Verwendung später eingegangen wird.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Eingriffe im Mund-, Nasen-, Rachenraum –  z. B. Anästhesie der Stimmlippen
  • Gastroskopie oder Bronchoskopie und andere Eingriffe, die eine Passage von Instrumenten erfordern – zur Abschwächung von Schutzreflexen
  • Lokalanästhetikumhaltige Augentropfen – z. B. bei Entfernung von Fremdkörpern oder zur Tonometrie (Messung des Augeninnendrucks)
  • Verwendung eines lokalanästhetikumhaltigen Gleitmittels vor Katheterisierung der männlichen Urethra (Harnröhre)
  • Venenpunktion bei Kindern (EMLA® Creme)
  • Zirkumzision (Beschneidung) (EMLA® Creme)

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Allergie gegen das Lokalanästhetikum
  • Großflächige Anwendung topischer Lokalanästhetika bei vorgeschädigter Haut – Insbesondere bei Kindern erhöht sich dabei die Gefahr der systemischen Wirkung der Lokalanästhetika (EMLA® Creme).

Vor der Oberflächenanästhesie

Vor der Durchführung einer Infiltrationsanästhesie müssen keine besonderen Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Allerdings sollte eine Allergie gegen das verwendete Lokalanästhetikum im Vorfeld ausgeschlossen sein. Außerdem sollte der Patient bei Anästhesie des Mund-, Nasen-, Rachenraums darauf hingewiesen werden anschließend nicht zu essen und zu trinken, da der Ausfall der Schutzreflexe weiter bestehen kann.

Das Verfahren

Das Lokalanästhetikum wird bei der Schleimhautanästhesie in der Regel als Spray verabreicht, wobei meist Lidocain verwendet wird. Beispielsweise bei der Anästhesie (Betäubung) der Stimmlippen wird die Lidocainlösung unter Blickkontrolle auf die Stimmlippen gespritzt.

Die sogenannte EMLA® Creme enthält 25 mg Lidocain und 25 mg Prilocain pro Gramm Salbe. Wie bereits erwähnt findet dieses Arzneimittel bei der Oberflächenanästhesie (Oberflächenbetäubung) vor Venenpunktionen bei Kleinkindern Anwendung. Die Salbe wird über ein Pflaster appliziert.

Mögliche Komplikationen

  • Allergische Reaktion auf das Lokalanästhetikum
  • Aspiration (Fremdkörpereintritt in die Atemwege) bei Anästhesie im Mund-, Nasen-, Rachenraum
  • Hornhautreizungen – Bei Kontakt mit dem Auge (EMLA® Creme)

Literatur

  1. Striebel HW: Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin. Schattauer Verlag 2005
  2. Schulz-Stübner S: Regionalanästhesie und -analgesie. Schattauer Verlag 2003
  3. Striebel HW: Die Anästhesie: Grundlagen und Praxis. Schattauer Verlag 2010
     
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