Magenspiegelung (Gastroskopie)

Die Gastroskopie – richtiger bezeichnet als Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) bezeichnet die Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und des oberen Teils des Duodenums (Zwölffingerdarm) mit Hilfe eines Endoskops. Dies ist ein dünnes, flexibles, schlauchförmiges Instrument mit integrierter Lichtquelle.

Die Gastroskopie dient der frühzeitigen Erkennung krankhafter Veränderungen im oberen Gastrointestinaltrakt (Magen-Darm-Trakt) und wird bei verschiedenen Indikationen empfohlen.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Anämie (Blutarmut)
  • Anlage einer PEG (perkutane endoskopische Gastrostomie) – endoskopisch angelegter künstlicher Zugang von außen durch die Bauchdecke in den Magen
  • Chronische Diarrhoe (Durchfall)
  • Dysphagie (Schluckstörung)
  • Fremdkörperentfernung
  • Gastroösophageale Refluxkrankheit (Synonyme: GERD, Gastro-oesophageal reflux disease; Gastroesophageal Reflux Disease (GERD); Gastroösophageale Refluxkrankheit (Refluxkrankheit); Gastroösophagealer Reflux; Reflux-Ösophagitis; Refluxkrankheit; Refluxösophagitis; peptische Ösophagitis) – entzündliche Erkrankung der Speiseröhre (Ösophagitis), die durch den krankhaften Rückfluss (Reflux) von saurem Magensaft und anderen Mageninhalten hervorgerufen wird
  • Inappetenz (Appetitlosigkeit)
  • Malabsorption (Störung der Nahrungsverwertung)
  • Obere gastrointestinale Blutung (GIB) – Blutung aus dem oberen Verdauungstrakt
  • Polypektomie (Entfernung von Polypen)
  • Refraktäre Oberbauchbeschwerden wie Magenschmerzen oder aber Nausea (Übelkeit)/Erbrechen (rezidivierendes Erbrechen)
  • Suspekte (verdächtige) radiologische Befunde
  • Unklarer Gewichtsverlust
  • Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut wie beispielsweise der Barrett-Ösophagus (Umwandlung des Platten- in Zylinderepithel) (Barrett-Ösophagus: bei Metaplasielängen ab 3 cm sind 3-Jahres-Intervall-Kontrollendoskopien geeignet [1])
  • Verdacht auf maligne (bösartige) Tumoren

Vor der Untersuchung

Für die Spiegelung von Speiseröhre und Magen ist keine größere Vorbereitung nötig. Der Patient sollte aber zwölf Stunden vorher nichts gegessen und sechs Stunden vorher nichts getrunken haben. Klares, kohlensäurefreies Wasser dürfen Sie bis maximal zwei Stunden vor der Magenspiegelung trinken.

Falls der Patient wg. Vorhofflimmern (VHF) antikoaguliert (Erhalt gerinnungshemmender Medikamente) ist, sollten mit Clopidogrel (Thrombozytenaggregationshemmer) und Phenprocoumon (Cumarin-Derivat) pausiert werden. Dagegen erhöhen Acetylsalicylsäure (ASS) und nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) das Risiko einer Blutung offenbar nicht.

Das Verfahren

Die Gastroskopie ist gleichermaßen ein Diagnostik- wie auch ein Behandlungsverfahren. Damit man einen guten Überblick von Speiseröhre, Magen und oberem Dünndarm bekommen kann, werden spezielle Endoskope mit Licht-, Optik- und Arbeitskanälen verwendet.

Die Spitze dieser biegsamen Schläuche lässt sich in alle Richtungen abwinkeln, sodass fast alle Bereiche eingesehen werden können.
Ein wichtiger Vorteil dieser Methode ist, dass der Untersucher bei verdächtigen Arealen sofort Proben entnehmen kann, die dann von einem Pathologen genauer untersucht werden.

Die Untersuchung wird meist ambulant durchgeführt. Um den Würgereiz beim Einführen des Instruments zu reduzieren, erhalten Sie ein Lokalanästhetikum (örtlich wirkendes Betäubungsmittel). Auf Wunsch kann die Untersuchung auch in Analgosedierung (schmerzfreier Dämmerschlaf) liegend durchgeführt werden.

Die Gastroskopie bietet Ihnen eine gute Möglichkeit zur frühzeitigen Erkennung krankhafter Veränderungen im oberen Gastrointestinaltrakt. Sie bietet Ihnen eine effektive Diagnostik und gegebenenfalls Therapie.

Mögliche Komplikationen

  • Verletzung bzw. Perforation (Durchstoßung) der Wand von Ösophagus (Speiseröhre), Magen oder Duodenum (Zwölffingerdarm) sowie Verletzungen des Kehlkopfes mit nachfolgender Peritonitis (Bauchfellentzündung)
  • Verletzungen der Magen- und Darmwand, die erst nach einigen Tagen zu einer Peritonitis (Bauchfellentzündung) führen
  • Stärkere Blutungen (z. B. nach einer Gewebeentnahme)
  • Bei Überempfindlichkeit bzw. Allergien (z. B. Betäubung-/Narkosemittel, Medikamente etc.) kann es vorübergehend zu folgenden Beschwerden kommen: Schwellung, Hautausschlag, Juckreiz, Niesen, tränende Augen, Schwindel oder Erbrechen.
  • Nach der Gastroskopie können Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, leichte Heiserkeit oder Blähungen auftreten. Diese Beschwerden verschwinden im Regelfall nach einigen Stunden von selbst.
  • Zahnschädigungen durch das Endoskop oder den Beißring sind selten.
  • Infektionen, nach denen schwere lebensbedrohliche Komplikationen betreffend Herz, Kreislauf, Atmung etc. auftreten, sind sehr selten (3 Patienten haben schwere Infektionen auf 1.000 Untersuchungen [2]). Ebenso sind bleibende Schäden (z. B. Lähmungen) und lebensbedrohende Komplikationen (z. B. Sepsis/Blutvergiftung) nach Infektionen sehr selten.

Literatur

  1. Pohl H et al.: Length of Barrett’s oesophagus and cancer risk: implications from a large sample of patients with early oesophageal adenocarcinoma. Gut. 2016 Feb;65(2):196-201. doi: 10.1136/gutjnl-2015-309220.
  2. Wang P et al.: Rates of infection after colonoscopy and osophagogastroduodenoscopy in ambulatory surgery centres in the USA. Gut, May 2018 http://dx.doi.org/10.1136/gutjnl-2017-315308

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Gastrointestinale Endoskopie, Sedierung. (AWMF-Registernummer: 021 - 014), Mai 2015 Langfassung
  2. S2k-Leitlinie: Gastrointestinale Endoskopie, Qualitätsanforderungen. (AWMF-Registernummer: 021 - 022), Juli 2015 Langfassung

     
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