Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Medikamentöse Therapie
Gastroösophageale Refluxkrankheit

Therapieziel

Hemmung der überschüssigen Säure, um ein Fortschreiten der Schleimhautveränderungen zu verhindern.

Therapieempfehlungen

  • 1. Ernährungsmedizinische Empfehlungen (s. u. "Weitere Therapie")
  • 2. Antazida (z. B. Magaldrat, Hydrotalcid)
  • 3. Protonenpumpenhemmer (Protonenpumpeninhibitoren, PPI; Säureblocker)wenn eine gastroösophageale Refluxkrankheit (engl. Gastroesophageal reflux disease; GERD) angenommen wird und keine Alarmsymptome vorliegen: wie z. B. Dysphagie (Schluckstörung), Odynophagie (Schmerzen beim Schlucken), rezidivierendes ("wiederkehrendes") Erbrechen, (unfreiwillige) Gewichtsabnahme, Anämie (Blutarmut), Hinweise auf einen gastrointestinalen Blutverlust (Magen-Darm-Blutung) oder einer Raumforderung):
    • Langzeittherapie häufig nötig aufgrund hoher Rezidivraten (Wiederauftreten der Erkrankung)
    • Erhaltungsdosierung (step down) nach Symptomatik bei schwereren Verläufen der GERD
    • On demand-Therapie (bei Bedarf) bei leichteren Verläufen der GERD mit einer Dosis alle 2-3 Tage
    • Bei fehlendem Therapieerfolg Verdopplung bzw. Verdreifachung der Dosis möglich
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

Beachte!

  • Patienten mit endoskopisch negativer Refluxkrankheit (nicht-erosive Refluxkrankheit, NERD; engl.: Non erosive reflux disease), d. h. symptomatischer Reflux ohne endoskopische und histologische Hinweise auf eine Refluxösophagitis, sprechen naturgemäß schlechter auf eine PPI-Therapie an als Patienten mit evidenter Refluxösophagitis.
    Patienten mit NERD sollten zunächst mit PPI in halber Standarddosis therapiert werden. Bei nicht erreichen eines Therapieerfolgs nach 4 Wochen, sollte eine allmähliche Dosissteigerung – bis zur doppelten Standarddosis – erfolgen. Ggf. auch Verordnung von niederpotenteren Medikamenten wie H2-Rezeptorantagonisten oder Antazida (Arzneimittel zur Neutralisierung der Magensäure).
  • Bei hypersensitivem Ösophagus und funktionellem Sodbrennen haben sich trizyklische Antidepressiva und Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer als effektiv erwiesen [1].

Indikationen (Anwendungsgebiete) der Protonenpumpeninhibitoren (PPI)

  • Gastropathie (Magenerkrankung) durch NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika)
  • Helicobacter pylori-Eradikation/vollständige Eliminierung der Krankheitserregers (siehe dazu unter Gastritis (Magenschleimhautentzündung)/Medikamentöse Therapie)
  • Refluxösophagitis (Speiseröhrenentzündung durch Reflux (Rückfluss) von sauberem Magensaft)
  • Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür)
  • Ulcus ventriculi (Magengeschwür)

Dosierungshinweise in Abhängigkeit vom Schweregrad der Ösophagitis (Speiseröhrenentzündung):

    • A/B (leicht Ösophagitis): PPI in Standarddosis für 4 Wochen, danach bedarfsorientiert/intermittierend
    • C/D (schwere Ösophagitis: PPI in Standarddosis für 8 Wochen, danach versucht der Dosisreduktion

Weitere Hinweise

  • Ggf. zusätzliche Einnahme einer Alginatsuspension – bei unzureichendem Ansprechen von Refluxbeschwerden auf Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) zur Symptomverbesserung (z. B. Zunahme der beschwerdefreien Nächte) [2]

Reflux in der Schwangerschaft (Eskalationsstufen)

  1. Antazida (z. B. Magaldrat, Hydrotalcid)
  2. H2-Antihistaminika (bevorzugt Ranitidin)
  3. Protonenpumpeninhibitoren (PPI): Omeprazol

Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)

Neben den genannten medikamentösen Maßnahmen muss auf die Bedeutung eines ausbalanzierten Säure-Basen-Haushaltes hingewiesen werden (siehe dazu auch unter Ernährungsmedizin – Säure-Basen-Haushaltes); ggf. Einnahme eines basischen Nahrungsergänzungsmittel

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:

  • Vitamine (Vitamin D 3)
  • Mineralstoffe (Calciumcitrat, Magnesiumcitrat, Kaliumcitrat)
  • Spurenelemente (Zink)

Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen. 

Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.

Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.

Literatur

  1. Viazis N, Keyoglou A, Kanellopoulos AH et al.: Selective serotonin reuptake inhibitores for the treatment of hypersensitive esophagus: a randomized, double-blind, placebo-controlled study. Am J Gastroenterol 2012 Nov;107(11):1662-7. doi: 10.1038/ajg.2011.179. Epub 2011 May 31
  2. Reimer C, Lødrup AB, Smith G, Wilkinson J, Bytzer P. Randomised clinical trial: alginate (Gaviscon Advance) vs. placebo as add-on therapy in reflux patients with inadequate response to a once daily proton pump inhibitor. Aliment Pharmacol Ther. 2016 Feb 22. doi: 10.1111/apt.13567

Leitlinien

  1. Farrell B et al.: Deprescribing proton pump inhibitors: Evidence-based clinical practice guideline. Can Fam Physician. 2017 May;63(5):354-364.

Vergleichstabelle: Protonenpumpenhemmer

Arzneistoff

Äquivalenz
-Dosis (mg)

Darreichungsformen

Empfohlene Dosierungen

Tageshöchstdosis
(mg)
Niedrige Dosis mittlere Dosis
Dexlansoprazol 602 HVW 1 x 30 1 x 60 60
Esomeprazol 20 HMK, KMR, PMR, GMR3 1 -2 x 103 1 - 2 x 20 40 (1604)
Lansoprazol 30 HKM, KMR 1 -2  x 15 1 - 2 x 30 60 (1804)
Omeprazol 20 HMK, KMR, TMR 1 - 2 x 10 1 - 2 x 20 40 (1204)
Pantoprazol 40 TMR 1 - 2 x 20 1 - 2 x 40 80 (1604)
Rabeprazol 20 TMR 1 - 2 x 10 1 - 2 x 20 40 (1204)

Vergleichstabelle der Dosierung PPI (p.o.) (Erwachsene)

Legende
1Abkürzung: magensaftresistentes Granulat (GMR), magensaftresistente Hartkapseln (HKM), Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung (HVW), Kapseln magensaftresistent (KMR), Tabletten magensaftresistent (TMR)
2Äquivalenzdosis 60 mg (gem Zulassungsstudien des pharmazeutischen Herstellers)
310 mg nur als Granulat zur Herstellung einer Lösung verfügbar (für Kinder)
4 Zur Therapie des Zollinger-Ellison-Syndroms


     
Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
DocMedicus Suche

 
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
ArztOnline.jpg
 
DocMedicus                          
Gesundheitsportal

Unsere Partner DocMedicus Verlag