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Medikamentöse Therapie
Meteorismus

Je nach der Ursache des Meteorismus muss die passende medikamentöse Therapie verordnet werden. Grundsätzlich kann mit den folgenden Substanzen kurzfristig Linderung bei akutem Meteorismus erzielt werden

  • Silikon-Dioxid-Mixturen
  • Spasmolytika
  • Motilitätsfördernde Mittel
  • Probiotika (z. B. Laktobazillen)
  • Laxantien
  • Antidepressiva

Silikon-Dioxid-Mixturen
Silikon-Dioxid-Mixturen (sogenannte Entschäumer) verhindern, dass sich größere Gasmengen im Darm ansammeln. Sie werden meist in Form von Kautabletten verabreicht. Ein bekannter Vertreter dieser Gruppe ist der Wirkstoff Simeticon. Diese Medikamente werden auf vor Untersuchungen oder Operationen am Magen-Darm-Trakt benutzt, um eine bessere Übersicht zu erhalten.

Spasmolytika
Spasmolytika sind krampflösende Medikamente. Sie werden in verschiedene Untergruppen unterteilt und werden unter anderem beim Asthma bronchiale, bei Nieren- und Gallenkoliken und bei Magen-Darm-Krämpfen eingesetzt. Die wichtigsten Vertreter sind Butylscopolamin und Scopolamin.

Motilitätsfördernde Medikamente
Zu den motilitätsfördernden Medikamenten zählt unter anderem Metoclopramid. Sie fördern die regelmäßige Entleerung des Magens und den Weitertransport des Nahrungsbreies im Darm. Zusätzlich werden Symptome wie Übelkeit und Erbrechen verhindert.

Probiotika
Ein typischer Vertreter der Probiotika sind Laktobazillen. Diese sind Milchsäurebakterien, die Zucker zu Milchsäure abbauen können. Sie kommen natürlicherweise im menschlichen Darm vor. Patienten, die am Reizdarmsyndrom leiden, profitieren von der Einnahme von Laktobazillen. Sie verdrängen gasbildende Bakterien.

Laxantien
Laxantien (Abführmittel) sind Medikamente, die die Darmentleerung fördern.
Bei den Laxantien werden vier große Gruppen unterschieden

  • Füll- und Quellstoffe wie beispielsweise Leinsamen; durch die Einnahme der Mittel wird das Volumen im Darm vergrößert und so die Darmtätigkeit angetrieben
  • Stuhlaufweichende Mittel wie Paraffinöl wirken als Gleitmittel; werden aber heutzutage nicht mehr empfohlen
  • Osmotisch wirkende Laxantien wie Laktulose führen zu einer verminderten Eindickung des Stuhls und so einer Verstopfung entgegen
  • Hydragoge Laxantien wie Bisacodyl führen zu einem erhöhten Wassereinstrom in den Darm

Bei chronischem Gebrauch führen alle Gruppen bis auf die Füll- und Quellmittel zu einer Gewöhnung. Diese Gewöhnung wiederum verursacht eine erneute Darmträgheit, die wieder zur Obstipation führt. Daneben führt eine chronischer Gebrauch von Laxantien zu Elektrolytverlusten (Blutsalzverlusten), die unter anderem zu Nierenschäden und Osteoporose führen können.

Antidepressiva
Antidepressiva sind Medikamente wie Amitriptylin oder Venlafaxin, die bei Depressionen eingesetzt werden. Beim Meteorismus werden sie jedoch auch gelegentlich eingesetzt, wenn die Ursache in einem Reizdarmsyndrom vom Schmerzdominanztyp liegt.
Paroxetin zählt zu den Selektiven Serotonin Wiederaufnahme Hemmern (SSRI) und wirkt antidepressiv ohne gleichzeitig sedierend (beruhigend/müde) zu wirken. Die häufigste Nebenwirkung dieses Medikaments ist Übelkeit.


     
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