Weitere Therapie
Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis)

Allgemeine Maßnahmen

  • Achten auf Warnzeichen einer Dehydratation (Flüssigkeitsmangel; siehe dazu unter "Symptome – Beschwerden")
    Beachte: 57 % der Kinder mit akuter Gastroenteritis mit dem Rotavirus unter 15 Jahren werden stationär behandelt.
  • Begrenzter Alkoholkonsum (Männer: max. 25 g Alkohol pro Tag; Frauen: max. 12 g Alkohol pro Tag)
  • Normalgewicht anstreben!
    Bestimmung des BMI (Body-Mass-Index, Körpermassen-Index) bzw. der Körperzusammensetzung mittels der elektrischen Impedanzanalyse und ggf. Teilnahme an einem ärztlich betreuten Programm für Untergewichtige

    • Unterschreitung der BMI-Untergrenze (ab dem 19. Lebensjahr: 19; ab dem 25. Lebensjahr: 20; ab dem 35. Lebensjahr: 21; ab dem 45. Lebensjahr: 22; ab dem 55. Lebensjahr: 23; ab dem 65. Lebensjahr: 24) → Teilnahme an einem ärztlich betreuten Programm für Untergewichtige
  • Überprüfung der Dauermedikation wg. möglicher Auswirkung auf die vorhandene Krankheit
  • Vermeidung von Umweltbelastungen:
    • Quecksilber und Blei – Fisch, vor allem Thunfisch, Meeresfrüchte und Konservengerichte sind belastete Lebensmittel

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

  • Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen

Ernährungsmedizin

  • Ernährungsberatung auf der Grundlage einer Ernährungsanalyse
  • Ernährungsempfehlungen gemäß einem Mischköstler unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkrankung. Das bedeutet u. a.:
    • täglich insgesamt 5 Portionen frisches Gemüse und Obst (≥ 400 g; 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst)
    • ein- bis zweimal pro Woche frischen Seefisch, d. h. fette Meeresfische (Omega-3-Fettsäuren) wie Lachs, Hering, Makrele
    • ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte, Gemüse)
  • Beachtung folgender spezieller Ernährungsempfehlungen:
    • Meiden
      • Rohe bzw. unzureichend erhitzte, kontaminierte und verdorbene Lebensmittel, wie rohe Milch, Eier und Eierspeisen, Fisch und Meeresfrüchte sowie Fleisch, insbesondere Geflügel. Des Weiteren gehören dazu:
        • Rohmilch und Erzeugnisse aus Rohmilch (z. B. Rohmilchkäse)
        • rohes oder nicht ausreichend erhitztes Fleisch und Hackfleisch
        • streichfähige Rohwürste (z. B. Zwiebelmettwurst, Teewurst „Braunschweiger Mettwurst“)
      • kontaminiertes Trinkwasser
      • Lebensmittel und Speisen, wie Kartoffel- und Nudelsalat, die lange in warmer Umgebung stehen gelassen oder anderweitig unsachgemäß aufbewahrt wurden.
      • sehr fette oder kalte Speisen
      • hohe Mengen unreifes Obst
      • Allergie-auslösende Lebensmittel, wie Milch, Ei, Schokolade, Hefe, Nüsse, Käse, Fisch, Früchte, Gemüse, bei Vorliegen einer Nahrungsmittelallergie
    • In jedem Fall muss eine ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution erfolgen, um den hohen Wasserverlust bei Enteritis auszugleichen. Bei älteren Menschen und Kleinkindern bzw. Säuglingen muss ggf. ein Elektrolytpulver eingesetzt werden, um weiteren Komplikationen vorzubeugen.
    • Orale Rehydrierung bei Zeichen der Dehydratation (Flüssigkeitsmangel; > 3 % Gewichtsverlust): Gabe von oralen Rehydrationslösungen (ORL), die hypoton sein sollten, zwischen den Mahlzeiten ("Teepausen") bei leichter bis mittelschwerer Dehydrierung.
      Säuglinge und Kinder, die oral oder auch enteral gut rehydriert werden können, sollten keine intravenöse Therapie erhalten.
      Achtung!
      • Herstellung des ORL mit Wasser und nicht zusammen mit anderen Getränken [das Vorgehen ist unabhängig von der Art der Dehydratation (iso-, hypo- oder hypertone Dehydratation)].
      • Für Säuglinge und Kinder sind keine Colagetränke oder selbst hergestellte Saft-Zucker-Salz-Wasser-Mischgetränke geeignet.
      Bei Kindern ab zwei Jahren mit leichter Gastroenteritis und geringfügiger Dehydratation (Flüssigkeitsmangel; Clinical Dehydration Scale < 5 und Rekapillarisierungszeit < 2 Sekunden) ist ein 1 : 1-Mix aus Apfelsaft und Wasser geeignet: In der Gruppe mit dem verdünnten Apfelsaft kam es bei deutlich weniger Kindern innerhalb von sieben Tagen zu einem Therapieversagen: 16,7 % versus 25,0 % (in der Gruppe mit der Elektrolytlösung) [1].
  • Auswahl geeigneter Lebensmittel auf Grundlage der Ernährungsanalyse
  • Siehe auch unter:
    • "Kostaufbau nach Gastroenteritis (Magen-Darm-Infekt)"
    • "Therapie mit Mikronährstoffen (Vitalstoffe)" – Einnahme eines geeigneten Nahrungsergänzungsmittels
  • Detaillierte Informationen zur Ernährungsmedizin erhalten Sie von uns.

Organisationen und Selbsthilfegruppen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
    Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
    Telefon: 0221-89920, Fax: 0221-8992300, E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de

Falls Sie sich zu weiteren möglichen Therapiemaßnahmen informieren möchten, geben Sie in die Suche des DocMedicus Gesundheitsportals die jeweilige Krankheit ein und klicken auf "Enter". Das Ergebnis der Suche ist u. a. eine Trefferliste zur Kategorie "Therapie".

Literatur

  1. Freedman S B et al. Effect of Dilute Apple Juice and Preferred Fluids vs Electrolyte Maintenance Solution on Treatment Failure Among Children With Mild Gastroenteritis. : A Randomized Clinical Trial. JAMA 2016;315(18):1966-1974. doi: 10.1001/jama.2016.5352.
     
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