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Risikofaktoren
Durchfall – Diarrhoe

Folgende Risikofaktoren sind bei Diarrhoe von Bedeutung.

Biographische – unveränderbare – Risikofaktoren

  • Angeborene Ionenkanaldefekte wie der Na-/H-Kanaldefekt

Modifizierbare – durch das Verhalten veränderbare – Risikofaktoren

  • Laxantien-Abhängigkeit – Mittel, die bei Obstipation (Verstopfung) eingenommen werden wie Bisacodyl
  • Alkoholabhängigkeit

Behandelbare Risikofaktoren – Erkrankungen

  • Abetalipoproteinämie – seltene, autosomal-rezessiv vererbte Störung des Lipidstoffwechsels, die durch einen Mangel an Apolipoprotein B48 und B100 gekennzeichnet ist; dies führt zu einer Malabsorption – Störung der Nahrungsresorption
  • Akute Strahlenenterokolitis – Entzündung der Schleimhaut des Darmes nach einer Bestrahlungstherapie
  • Alkoholabhängigkeit
  • Amyloidose – Anreicherung von abnorm veränderten Proteinen außerhalb der Zellen. Die Amyloidose ist keine einzelne Erkrankung, sondern ein krankhafter Ablagerungsprozess, der von unterschiedlichen Stoffwechseldefekten ausgelöst wird und – je nach betroffenem Organ – zu verschiedensten chronischen Erkrankungen führen kann
  • Anale Inkontinenz (Stuhlinkontinenz) – Unfähigkeit, den Stuhl zurückzuhalten
  • Angeborene Ionenkanaldefekte wie der Na-/H-Kanaldefekt
  • Autoimmunenteropathie – Störungen im Darmtrakt aufgrund einer Antikörperbildung gegen das Darmgewebe
  • Bakterielle Infektionen – vor allem durch die Bakterien Staphylokokkus aureus, Campylobacter und Salmonellen
  • Bakterielle Überbesiedlung im Darm
  • Bronchiales Karzinoid – Tumor des neuroendokrinen Systems, der sich in der Lunge befindet
  • Bulimie (Ess-Brech-Sucht)
  • Chronische Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
  • Colitis ulcerosa – chronisch-entzündliche Darmerkrankung
  • Cronkite-Canada-Syndrom – seltenes Syndrom mit Magen-Darm-Veränderungen, die zur Malabsorption führen, Alopezie, Nageldystrophien und weiteren Symptomen
  • Darmmotilitätsstörungen – Störungen in den unwillkürlichen Bewegungen des Darmes zum Nahrungstransport
  • Darmstenosen (Verengungen)
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Dickdarmpolypen – Schleimhautvorwölbungen im Bereich des Dickdarms
  • Disaccharidasemangel – Mangel an dem Enzym, welches die Zweifachzucker spaltet
  • Divertikulitis – Entzündung von Divertikeln (Schleimhautausstülpung durch eine Muskellücke in einem Hohlorgan, meist im Dickdarm)
  • Dünndarmdivertikel – Schleimhautausstülpungen durch Muskellücken in einem Hohlorgan, hier dem Dünndarm
  • Dünndarmsubileus – Motilitätsstörung des Dünndarms, die als Frühstadium eines Ileus (Darmverschluss) angesehen wird
  • Dysbakterie – bakterielle Fehlbesiedlung des Darmes
  • Enterokolische Fisteln – abnorme Verbindungen zwischen Dünn- und Dickdarm
  • Exokrine Pankreasinsuffizienz – Unvermögen der Bauchspeicheldrüse, ausreichend Verdauungsenzyme zu bilden
  • Gallensäureverlustsyndrom
  • Gluteninduzierte Enteropathie (einheimische Sprue) – der Körper reagiert empfindlich auf Klebereiweiß (Gluten). Die Glutenunverträglichkeit im Säuglings- und Kindesalter heißt Zöliakie, im Erwachsenenalter spricht man dagegen von Sprue
  • Graft-versus-Host-Disease – nach einer Organtransplantation auftretende Abstoßungsreaktion des immunkompetenten Transplantates gegen den Wirt (Empfänger)
  • Histaminintoleranz – Histamin zählt zu den Entzündungsmediatoren und ist auch in vielen Nahrungsmitteln und Alkohol enthalten; bei Störungen im Histaminabbau kann es zu verschiedensten Symptomen wie Diarrhoe, Kopfschmerzen oder Tachykardie (zu schneller Puls) kommen
  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Hypogammaglobulinämie – durch Immundefekte geprägter Mangel an Immunglobulinen
  • Immobile Personen – hier liegt eine sogenannte paradoxe Diarrhoe durch Vergärung des Stuhls durch Bakterien vor
  • Irritables Colon (Reizdarm-Syndrom)
  • Ischämische Kolitis – Entzündung der Schleimhaut des Dickdarms aufgrund eines Gefäßverschlusses der versorgenden Arterien
  • Kolonkarzinom (Darmkrebs)
  • Kurzdarmsyndrom
  • Laktasemangel – angeborene oder erworbene Stoffwechselstörung, die die Milchzuckerspaltung unmöglich macht
  • Lamblieninduzierte Diarrhoe – durch den Einzeller Giardia lamblia ausgelöste Durchfallerkrankung
  • Leberzirrhose – bindegewebiger Umbau der Leber mit Funktionseinschränkung
  • Legionellose – Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Legionella pneumophila verursacht wird und meist im Spätsommer und Herbst auftritt; Symptome sind vor allem Pneumonien (Lungenentzündungen)
  • Listeriose – Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Listeria monocytogenes hervorgerufen wird und sich vor allem bei geschwächten Immunsystem manifestiert
  • Lymphabflussstörungen aus dem Magen-Darm-Trakt, vor allem nach einem Trauma oder einer Infektion
  • Magen-Kolon-Fistel – abnormer Gang zwischen dem Magen und dem Dickdarm, über den unverdaute Nahrungsbestandteile geschleust werden können
  • Medulläres Schilddrüsenkarzinom – Schilddrüsenkrebs, der von den Calcitonin-produzierenden Zellen ausgeht
  • Multiple endokrine Neoplasie (MEN) – genetisch bedingte Erkrankung, die zu verschiedenen gut- und bösartigen Tumoren führt; wird unterteilt in MEN 1 und MEN 2; bei MEN 1 treten vor allem Hypophysen- und Pankreastumoren auf, bei MEN 2 Schilddrüsenkarzinom und Phäochromozytom
  • Metastasiertes gastrointestinales Karzinoid – Tumor des neuroendokrinen Systems, der sich im Magen-Darm-Trakt befindet; durch seine Metastasen kann er zu Symptomen wie Diarrhoe und Flush führen
  • Mikroskopische Kolitis – Entzündung der Schleimhaut des Dickdarms, die nur im histologischen Bild zu erkennen ist
  • Morbus Addison (Nebenniereninsuffizienz)
  • Morbus Behçet – chronisch-entzündliche Erkrankung, die durch die Symptome Aphthen der Mund-/ Genitalschleimhaut und Hautknoten an den Unterschenkeln charakterisiert ist
  • Morbus Crohn – chronisch-entzündliche Darmerkrankung
  • Morbus Waldmann (genuine intestinale Lymphangiektasie) – angeborene oder erworbene Erweiterung der Lymphgefäße mit gestörtem Lymphabfluss
  • Morbus Whipple – eine durch das grampositive Stäbchenbakterium Tropheryma whippelii ausgelöste, chronisch-rezidivierende Erkrankung, die den gesamten Körper betreffen kann (Symptome: Fieber, Gelenkbeschwerden, Störungen der Gehirnfunktion, Gewichtsverlust, Durchfall, Bauchschmerzen u.v.m.)
  • Mukoviszidose – angeborene Stoffwechselerkrankung, die zu Störungen an Chloridkanälen führt; die Symptome betreffen vor allem die Lunge mit chronischer Bronchitis und am Pankreas (Bauchspeicheldrüse) mit exokriner Insuffizienz
  • Münchhausen-Syndrom – psychiatrisches Krankheitsbild, bei dem Erkrankungen vorgetäuscht werden, um einen sekundären Krankheitsgewinn zu erzielen
  • Nahrungsmittelallergie
  • Nahrungsmittelinduziert, vor allem durch eine Überdosierung von Sorbit oder Xylit (Zuckerersatzstoffe)
  • Opportunistische Infektion bei HIV oder anderen immunsupprimierenden Erkrankungen
  • Pankreasgangverschluss
  • Paraneoplastisches Syndrom – Symptome, die bei einer Krebserkrankung auftreten, aber nicht vom Tumor direkt ausgehen, sondern Zeichen der hormonellen Fernwirkung sind
  • Proktitis (Mastdarmentzündung)
  • Pseudoallergie
  • Pseudomembranöse Kolitis – Entzündung der Schleimhaut des Darmes, die meist nach Einnahme von Antibiotika auftritt; Ursache ist eine Überwucherung des Darmes mit dem Bakterium Clostridium difficile
  • Obstipation (Verstopfung) – hierbei handelt es sich um eine paradoxe Diarrhoe
  • Somatostatinom – neuroendokriner Tumor, der Somatostatin produziert
  • Systemische Mastozytose – übermäßige Vermehrung der Mastzellen, die sich in verschiedenen Organen ablagern
  • Toxic-shock-Syndrome – schwerwiegende Infektionserkrankung, die durch das Enterotoxin des Bakterium Staphylokokkus aureus verursacht wird; es ist vor allem bei dem Gebrauch von Tampons, aber auch nach chirurgischen Wundinfekten beobachtet worden
  • Tropische Sprue – in den Tropen vorkommende Durchfallerkrankung aufgrund von Folsäure- und Vitamin B12-Mangel
  • Verner-Morrison-Syndrom – sehr seltener bösartiger Pankreastumor (Tumor der Bauchspeicheldrüse), der mit starken Durchfällen (> 1000g Stuhlgewicht/Tag) einhergeht und vermehrt Pankreasenzyme und andere Polypeptide freisetzt
  • Villöse Adenome – gutartiger Tumor, der jedoch in mehr als 30% der Fälle entartet und deshalb immer abgetragen werden sollte
  • Virale Hepatitis (Leberentzündung)
  • Virale Infektion – vor allem mit dem Rotavirus
  • Wässriges Diarrhoe-Hypokaliämie-Achlorhydrie-Syndrom (pankreatische Cholera)
  • Zollinger-Ellison-Syndrom – meist im Pankreas (Bauchspeicheldrüse) gelegene Neubildung, die vermehrt Gastrin produziert und sich vor allem durch sich häufig wiederholende peptische Ulzera (Geschwüre) im oberen Gastrointestinaltrakt zeigt
  • Zustand nach Magen(teil)resektion – nach Entfernung des Magens

Medikamente

  • Alpha-Glukosidase-Inhibitoren – Medikamentengruppe, welche beim Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) eingesetzt werden
  • Antazida – Medikamente, die Magensäure binden
  • Antibiotika – Medikamente, die bei bakteriellen Infektionen eingesetzt werden wie Cefuroxim oder Clindamycin
  • Antihypertensiva – Medikamente, die den Blutdruck senken wie Metoprolol
  • Colchizin – Bestandteil der Herbstzeitlose; wird beim akuten Gichtanfall, aber auch als Zytostatikum eingesetzt
  • Colestyramin – Medikament, welches als Fettsenker eingesetzt wird
  • Digitalis (Antiarrhythmikum) – Medikament, welches bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt wird
  • Laxantien – Mittel, die bei Obstipation (Verstopfung) eingenommen werden wie Bisacodyl
  • Nichtsteroidale Antirheumatika – Medikamente wie Diclofenac, die als Schmerzmittel eingesetzt werden
  • Prokinetika – Medikamente wie Metoclopramid, die die Magen-Darm-Motilität fördern
  • Prostaglandine – körpereigene Stoffe, die vielfältige Wirkungen haben und vor allem als Wehenmittel und bei der arteriellen Verschlusskrankheit eingesetzt werden
  • Theophyllin – Medikament, welches beim Asthma bronchiale und der COPD eingesetzt wird
  • Zytostatika – Medikamente wie Vincristin, die bei Krebserkrankungen eingesetzt werden

Intoxikationen – Vergiftungen

  • Organophosphat-Insektizide
  • Knollenblätterpilz-Vergiftung oder Vergiftung mit anderen Pilzen
  • Arsen
  • Quecksilber
  • Chrom
  • Umweltgifte wie Ciguatera in Meeresfrüchten
  • Strahlenschäden
     
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