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Therapie
Störungen der Sexualpräfarenz

Eine Therapie ist nur bei Leidensdruck erforderlich. 

Zur Therapie wird die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) eingesetzt. Ziel der Therapie ist es, den Patienten in die Lage zu versetzen, dass er Fähigkeiten entwickelt, dysfunktionale (fehlerhafte, einseitige) Annahmen und Gedanken selbstständig zu erkennen. Diese sodann unterbricht und korrigiert und sich so situationsangepasster verhält. Eine Korrektur der Geschlechtsidentität ist bei monosexuellen Identitäten damit nicht möglich, d. h. ein Homosexueller bleibt ein Homosexueller. 

Konsequenterweise wurden 2019 sogenannte Konversionstherapien zur "Umpolung" von Homosexuellen verboten. Untersagt ist auch das Werben für solche Konversiontstherapien (2020).

Bei Hypersexualität ("Sexsucht") ggf. antihormonelle Therapie mit Cyproteronacetat und GnRH-Agonisten.

Die chemische Kastration mit dem GnRH-Antagonist Degarelix (240 mg Degarelix, subkutan) kann das sexuelle Verlangen Pädophiler wirksam dämpfen. Das Gesamt-Testosteron war nach 2 Wochen von im Schnitt 467 ng/dl auf 20 ng/dl gesunken und war anschließend noch 10 Wochen konstant niedrig [2].

Auf die juristischen Aspekte der Pädophilie soll hier nicht eingegangen werden.

Eine Paartherapie und Sexualtherapie kann ggf. bei bisexuellen Personen der Stabilisierung des Liebesverhältnis in einer Ehe positiv einwirken.

Bei Trans-Menschen kann durch geschlechtsangleichende Hormontherapie (GAHT) und operativer Geschlechtsanpassung das körperliche Geschlecht der empfundenen Geschlechtsidentität angenähert werden. 

  • Eine GAHT führt schnell zu erheblichen, teilweise irreversiblen Veränderungen. Eine klare Indikationsstellung ist deshalb erforderlich!
    Ebenfalls müssen vor Einleitung einer GAHT die Risiken einer Hormontherapie Beachtung finden. Chronische Vorerkrankungen (z. B. arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörung) müssen erfasst und adäquat behandelt werden.
    Zur Frau: Eine feminisierende Behandlung erfolgt mit 17-Beta-Estradiolvalerat in Kombination mit einem Antiandrogen.
    Zum Mann: Für eine virilisierende Behandlung werden transdermale oder intramuskulären Testosteronpräparate verwendet.
  • Gemäß einer Studie sank die Wahrscheinlichkeit nach operativer Geschlechtsanpassung, dass psychologische Hilfe – wg. z. B. Depression und/oder Angststörungen – in Anspruch genommen werden musste, um 8 % pro Jahr [1].

Bei Patienten mit Transidentität und Intersexualität muss der Patient wissen und akzeptieren, dass die medizinischen Maßnahmen zur Angleichung seines erstrebten Geschlechts irreversibel sind. Eine mögliche Gesetzesvorlage sollte die Veränderung vor dem vierzehnten Lebensjahr in Frage stellen.

Literatur

  1. Bränström R et al.: Reduction in Mental Health Treatment Utilization Among Transgender Individuals After Gender-Affirming Surgeries: A Total Population Study. Am J Psych 2019; https://doi.org/10.1176/appi.ajp.2019.19010080
  2. Landgren V et al.: Effect of Gonadotropin-Releasing Hormone Antagonist on Risk of Committing Child Sexual Abuse in Men With Pedophilic Disorder A Randomized Clinical Trial JAMA Psychiatry. Published online April 29, 2020. doi:10.1001/jamapsychiatry.2020.0440
     
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