Libidostörungen der Frau – Differentialdiagnosen

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Anämie (Blutarmut) – kann über Fatigue (krankhafte Erschöpfung), reduzierte Belastbarkeit und allgemeines Krankheitsgefühl sekundär zu vermindertem sexuellem Interesse beitragen
  • Chronische inflammatorische Systemerkrankungen (lang anhaltende entzündliche Erkrankungen des ganzen Körpers) – können über Fatigue, Schmerzen, Krankheitslast, Depressivität oder Therapieeffekte sekundär eine Libidostörung (Störung des sexuellen Verlangens) mitbedingen

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Adipositas (Fettleibigkeit) – kann über metabolische, vaskuläre, psychosexuelle und körperbildbezogene Faktoren mit einer Libidostörung assoziiert sein
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) – kann über vaskuläre, neurologische, metabolische und psychosoziale Faktoren eine sexuelle Funktionsstörung (Störung der Sexualfunktion) einschließlich verminderten sexuellen Interesses mitbedingen
  • Hyperprolaktinämie (erhöhte Prolaktinwerte) – relevante endokrine Differentialdiagnose (hormonelle Abgrenzungsdiagnose) bei Libidostörung, häufig mit Zyklusstörungen, Galaktorrhoe (Milchfluss), Hypogonadismus (Unterfunktion der Keimdrüsen) oder medikamentöser Ursache
  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) – kann mit psychovegetativer Symptomatik, Erschöpfung, Zyklusstörungen und sexueller Funktionsstörung einhergehen
  • Hypogonadismus bei Ovarialinsuffizienz (Unterfunktion der Eierstöcke) – insbesondere bei prämaturer Ovarialinsuffizienz, iatrogener Menopause (durch medizinische Maßnahmen verursachte Wechseljahre) oder postmenopausaler Hormonveränderung; klinische Einordnung immer im Gesamtkontext
  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) – häufige endokrine Differentialdiagnose bei Fatigue, depressiver Symptomatik, Zyklusstörungen und vermindertem sexuellem Interesse
  • Metabolisches Syndrom (Stoffwechselsyndrom) – kann über Adipositas, Insulinresistenz, vaskuläre Faktoren und psychosexuelle Belastung mit sexueller Funktionsstörung assoziiert sein
  • Morbus Addison (primäre Nebennierenrindeninsuffizienz) – kann über chronische Erschöpfung, Gewichtsverlust, Hypotonie (niedriger Blutdruck), depressive Symptomatik und Androgenmangel bei Nebennierenrindeninsuffizienz eine Libidostörung mitbedingen
  • Morbus Cushing (Erkrankung mit Cortisolüberschuss) – kann über Hypercortisolismus (Cortisolüberschuss), Adipositas, depressive Symptomatik, Körperbildveränderung, Zyklusstörungen und Hypogonadismus eine Libidostörung mitbedingen
  • Perimenopause (Übergangsphase vor und nach der letzten Regelblutung) – Übergangsphase mit hormonellen Schwankungen, vasomotorischen Beschwerden, Schlafstörung, vaginaler Trockenheit und möglicher Abnahme des sexuellen Interesses
  • Postmenopause (Zeit nach der letzten Regelblutung) – kann über genitourinäres Syndrom der Menopause, Dyspareunie, Schlafstörungen, vasomotorische Beschwerden und psychosoziale Faktoren mit vermindertem sexuellem Interesse assoziiert sein
  • Prämature Ovarialinsuffizienz – relevante Differentialdiagnose bei Libidostörung, Zyklusstörung, Amenorrhö (Ausbleiben der Regelblutung), Infertilität (Unfruchtbarkeit) oder klimakterischer Symptomatik vor dem 40. Lebensjahr

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Lichen sclerosus vulvae (chronische Hauterkrankung der Vulva) – chronisch-entzündliche Vulvaerkrankung mit Juckreiz, Schmerz, Dyspareunie (Schmerzen beim Geschlechtsverkehr) und sekundärer Vermeidung sexueller Aktivität
  • Vulväre Dermatosen (Hauterkrankungen der Vulva) – beispielsweise Ekzem, Psoriasis (Schuppenflechte) oder Lichen planus (Knötchenflechte); können über Juckreiz, Brennen, Schmerz und Dyspareunie zu sekundärer Libidominderung führen

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) – kann über vaskuläre Komorbidität, Krankheitslast oder medikamentöse Therapie mit sexueller Funktionsstörung assoziiert sein
  • Atherosklerotische Gefäßerkrankungen (Gefäßerkrankungen durch Arterienverkalkung) – insbesondere koronare Herzkrankheit (Durchblutungsstörung des Herzens) oder periphere arterielle Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörung der Gliedmaßenarterien); mögliche Mitbeteiligung vaskulärer, metabolischer und psychosexueller Faktoren
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche) – kann über Belastungsdyspnoe (Atemnot bei Belastung), Fatigue, Angst vor körperlicher Aktivität, depressive Symptomatik und Polypharmazie (Einnahme vieler Medikamente) eine Libidostörung mitbedingen

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Chronische Vulvovaginalkandidose (wiederkehrende Pilzinfektion von Vulva und Scheide) – rezidivierender Juckreiz, Brennen, Schmerzen und Dyspareunie können sekundär sexuelles Interesse vermindern
  • Genitalherpes (Herpesinfektion im Genitalbereich) – Rezidive, Schmerz, Stigmatisierung, Angst vor Übertragung und Partnerschaftsbelastung können sekundär eine Libidostörung mitbedingen
  • HIV-Infektion (Infektion mit dem humanen Immundefizienzvirus) – kann über chronische Krankheitslast, Komorbiditäten, Fatigue, psychische Belastung, Stigmatisierung oder Therapieeffekte mit sexueller Funktionsstörung assoziiert sein
  • Pelvic inflammatory disease (entzündliche Erkrankung des kleinen Beckens) – entzündliche Erkrankung des oberen Genitaltrakts; relevant bei Unterbauchschmerz, Dyspareunie, Fluor (Ausfluss), Fieber oder chronischem Beckenschmerz
  • Sexuell übertragbare Infektionen (durch Sexualkontakt übertragene Infektionen) – beispielsweise Chlamydieninfektion, Gonorrhoe (Tripper) oder Trichomoniasis (Infektion mit Trichomonaden); können über Beschwerden, Schmerzen, Angst vor Übertragung und Partnerschaftskonflikte sekundär eine Libidostörung verursachen

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (K70-K77; K80-K87)

  • Chronische Lebererkrankung (lang anhaltende Lebererkrankung) – kann über Fatigue, Hormonstoffwechselveränderungen, Körperbildveränderung, Pruritus (Juckreiz), depressive Symptomatik und Krankheitslast zu vermindertem sexuellem Interesse beitragen

Mund, Ösophagus, Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (lang anhaltende entzündliche Darmerkrankungen) – können über Fatigue, Schmerzen, Diarrhoe (Durchfall), Krankheitsaktivität, Körperbildbelastung, Stomaversorgung (Versorgung eines künstlichen Darmausgangs) oder depressive Symptomatik sexuelle Funktionsstörungen mitbedingen
  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) – bei unbehandelter oder aktiver Erkrankung mögliche Assoziation mit Fatigue, Mangelzuständen, Zyklusstörungen, Infertilität und reduzierter Lebensqualität

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Chronische Schmerzsyndrome des Bewegungsapparates (lang anhaltende Schmerzsyndrome von Muskeln, Knochen und Gelenken) – Schmerzen, Funktionsverlust, Schlafstörung, Fatigue und Analgetikatherapie (Schmerzmitteltherapie) können sekundär zu vermindertem sexuellem Interesse führen
  • Fibromyalgiesyndrom (Faser-Muskel-Schmerzsyndrom) – häufig mit Fatigue, Schlafstörung, chronischen Schmerzen, depressiver Symptomatik und sexueller Funktionsstörung assoziiert
  • Rheumatoide Arthritis (entzündliches Gelenkrheuma) – kann über Schmerzen, Fatigue, Bewegungseinschränkung, Körperbildbelastung und depressive Symptomatik eine Libidostörung mitbedingen

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Gynäkologische Tumorerkrankungen (Tumorerkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane) – insbesondere Vulva-, Vaginal-, Zervix-, Endometrium- oder Ovarialkarzinom; mögliche Ursachen sind Schmerz, Dyspareunie, Operation, Radiotherapie, Chemotherapie, Hormonmangel, Körperbildveränderung und Angst
  • Mammakarzinom (Brustkrebs) – sexuelle Funktionsstörung möglich durch endokrine Therapie, Chemotherapie, Fatigue, Körperbildveränderung, depressive Symptomatik, Partnerschaftsbelastung und genitourinäres Syndrom der Menopause
  • Tumorassoziierte Fatigue – häufige krebsassoziierte beziehungsweise therapieassoziierte Ursache einer sekundären Libidominderung

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Angststörungen (krankhafte Angststörungen) – können über Anspannung, Vermeidung, Körperwahrnehmung, Leistungsdruck und Komorbidität mit Depression eine Libidostörung mitbedingen
  • Anorexia nervosa (Magersucht) – relevante Differentialdiagnose durch Untergewicht, Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achsen-Suppression, Körperbildstörung und psychische Komorbidität
  • Depressive Störungen (krankhafte Niedergeschlagenheit) – häufige zentrale Differentialdiagnose bei vermindertem sexuellem Interesse, Anhedonie (Freudlosigkeit), Fatigue, Schlafstörung und antidepressiver Medikation
  • Multiple Sklerose (entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems) – kann über neurologische Läsionen, Fatigue, Spastik (Muskelverkrampfung), Schmerzen, Sensibilitätsstörungen, Blasenfunktionsstörung und psychische Belastung sexuelle Funktionsstörungen verursachen
  • Posttraumatische Belastungsstörung (seelische Folgestörung nach einem Trauma) – insbesondere nach sexualisierter Gewalt oder traumatischen Beziehungserfahrungen; relevant bei Vermeidung, Intrusionen (sich aufdrängende Erinnerungen), Hyperarousal (Übererregung) und sexueller Aversion (sexueller Abneigung)
  • Schlafstörungen (Störungen des Schlafes) – können über Fatigue, depressive Symptomatik, Stress und reduzierte Lebensqualität eine Libidostörung mitbedingen
  • Substanzbezogene Störungen (Störungen durch Alkohol, Drogen oder Medikamente) – insbesondere Alkoholgebrauchsstörung, Opioidgebrauch oder sedierende Substanzen; mögliche Effekte über Zentralnervensystem, Hormonachsen, Partnerschaftsbelastung und Komorbidität

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)

  • Laktationsassoziierte Hypoöstrogenämie (stillzeitbedingter Östrogenmangel) – kann vaginale Trockenheit, Dyspareunie und sekundär vermindertes sexuelles Interesse verursachen
  • Postpartale Depression (Depression nach der Geburt) – wichtige Differentialdiagnose bei Libidostörung im Wochenbett und nach Geburt
  • Postpartale sexuelle Funktionsstörung (sexuelle Funktionsstörung nach der Geburt) – multifaktoriell durch Geburtsverletzungen, Dyspareunie, Stillen, Schlafmangel, Fatigue, Körperbildveränderung, Angst und Partnerschaftsbelastung

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Chronische Fatigue – unspezifischer, aber klinisch relevanter Faktor bei Libidostörung; differentialdiagnostisch Ursachen wie Anämie, Hypothyreose, Depression, chronische Entzündung, Tumorerkrankung oder Schlafstörung prüfen
  • Chronischer Schmerz (lang anhaltender Schmerz) – kann sexuelle Aktivität, Erregbarkeit und sexuelles Interesse sekundär reduzieren; Ursache topographisch und ätiologisch abklären
  • Dyspareunie – Schmerz beim Geschlechtsverkehr; häufig sekundäre Ursache verminderten sexuellen Interesses und diagnostisch wegweisend für vulvovaginale, urogenitale, infektiöse, dermatologische oder endometriotische Ursachen

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Amenorrhö – Hinweis auf endokrine, hypothalamische, ovarielle, medikamentöse oder systemische Ursachen einer Libidostörung
  • Chronische Nierenerkrankung (lang anhaltende Nierenerkrankung) – kann über Fatigue, Urämie (Harnvergiftung), Anämie, depressive Symptomatik, Hormonveränderungen und Polypharmazie sexuelle Funktionsstörungen mitbedingen
  • Endometriose (Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter) – wichtige Differentialdiagnose bei Dyspareunie, Dysmenorrhö (Regelschmerzen), chronischem Beckenschmerz und sekundärer Libidominderung
  • Genitourinäres Syndrom der Menopause (Beschwerden an Harn- und Geschlechtsorganen nach der Menopause) – vulvovaginale Atrophie mit Trockenheit, Brennen, Schmerzen, Dyspareunie und Harnwegssymptomen; häufige sekundäre Ursache verminderten sexuellen Interesses
  • Harninkontinenz (unwillkürlicher Urinverlust) – kann über Scham, Angst vor Urinverlust, Vermeidung und reduzierte Lebensqualität eine Libidostörung mitbedingen
  • Interstitielle Zystitis/Bladder-Pain-Syndrom (chronisches Blasenschmerzsyndrom) – chronische Blasenschmerzen, Harndrang, Pollakisurie (häufiges Wasserlassen) und Dyspareunie als relevante Ursache sexueller Funktionsstörung
  • Ovarialinsuffizienz – mit Hypoöstrogenismus (Östrogenmangel), Zyklusstörung, Infertilität, vasomotorischen Beschwerden, vaginaler Trockenheit und möglicher Libidostörung
  • Pelvic organ prolapse (Senkung der Beckenorgane) – kann über Druckgefühl, Inkontinenz, Körperbildbelastung, Dyspareunie oder Vermeidung sexueller Aktivität mit Libidostörung assoziiert sein
  • Rezidivierende Harnwegsinfektionen (wiederkehrende Harnwegsinfektionen) – können über Beschwerden, Angst vor postkoitaler Symptomatik und Vermeidung sexueller Aktivität sekundär eine Libidostörung auslösen
  • Vaginismus beziehungsweise Genito-Pelvic-Pain/Penetration-Disorder (Scheidenkrampf beziehungsweise Schmerz- und Eindringstörung im Genital- und Beckenbereich) – relevante Differentialdiagnose bei Penetrationsangst, Beckenbodenanspannung, Schmerz und Vermeidung
  • Vulvodynie (chronischer Vulvaschmerz) – chronischer Vulvaschmerz ohne eindeutig identifizierbare Ursache; häufig mit Dyspareunie und sekundärer Libidominderung verbunden

Ursachen (äußere) von Morbidität und Mortalität (V01-Y84)

  • Beckenchirurgische Eingriffe (Operationen im Beckenbereich) – können über Schmerzen, Narben, Nervenläsionen, Körperbildveränderung, Dyspareunie oder psychische Belastung sexuelle Funktionsstörungen mitbedingen
  • Bilaterale Oophorektomie (beidseitige Entfernung der Eierstöcke) – iatrogene Menopause mit abruptem Östrogen- und Androgenabfall; relevante Ursache bei zeitlichem Zusammenhang mit Beginn der Libidostörung
  • Radiotherapie des Beckens (Bestrahlung des Beckens) – mögliche Ursache durch vaginale Trockenheit, Stenose (Verengung), Schmerzen, Fibrose (krankhafte Bindegewebsvermehrung), Ovarialinsuffizienz und Körperbildbelastung
  • Sexualisierte Gewalt oder traumatische Sexualerfahrung – relevante Ursache bei sexueller Aversion, Vermeidung, Angst, posttraumatischer Symptomatik oder Beziehungsbelastung

Medikamente

  • Antiandrogene Medikamente (Medikamente gegen männliche Geschlechtshormone) – beispielsweise Cyproteronacetat; mögliche Ursache einer medikamentös mitbedingten Libidominderung
  • Antidepressiva (Medikamente gegen Depressionen) – insbesondere selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer; häufig relevante medikamentöse Differentialdiagnose bei Libidostörung, Erregungsstörung oder Orgasmusstörung
  • Antihypertensiva (blutdrucksenkende Medikamente) – insbesondere bei zeitlichem Zusammenhang mit Therapiebeginn oder Dosissteigerung differentialdiagnostisch prüfen
  • Antipsychotika (Neuroleptika) – insbesondere prolaktinerhöhende Substanzen wie Risperidon; mögliche Ursache über Hyperprolaktinämie, Sedierung, Gewichtszunahme und emotionale Dämpfung
  • Aromatasehemmer (Medikamente zur Hemmung der Östrogenbildung) – können durch Östrogenmangel, Arthralgien (Gelenkschmerzen), vaginale Trockenheit, Dyspareunie und Fatigue sexuelle Funktionsstörungen mitbedingen
  • GnRH-Analoga beziehungsweise GnRH-Antagonisten (Medikamente zur Unterdrückung der Geschlechtshormone) – können über iatrogenen Hypogonadismus, vasomotorische Beschwerden, vaginale Trockenheit und Dyspareunie eine Libidostörung verursachen
  • Hormonelle Kontrazeptiva (hormonelle Verhütungsmittel) – bei zeitlichem Zusammenhang mit Beginn der Libidostörung prüfen; individuelle Effekte auf sexuelles Interesse, Stimmung, Lubrikation (Befeuchtung), und freies Testosteron möglich
  • Opioide (starke Schmerzmittel) – können über zentrale Sedierung, Fatigue und opioidinduzierten Hypogonadismus eine Libidostörung mitbedingen
  • Sedativa und Hypnotika (Beruhigungs- und Schlafmittel) – können über Müdigkeit, kognitive Dämpfung, reduzierte Vigilanz (Wachheit) und psychomotorische Beeinträchtigung sexuelles Interesse vermindern
  • Tamoxifen – mögliche sexuelle Funktionsstörung über vasomotorische Beschwerden, vaginale Trockenheit, Dyspareunie, Fatigue und Krankheitskontext

Umweltbelastungen – Intoxikationen (Vergiftungen)

  • Chronischer Alkoholkonsum – kann über neuropsychische, endokrine, partnerschaftliche und somatische Faktoren eine Libidostörung mitbedingen
  • Drogenkonsum – substanzabhängig mögliche Effekte auf Stimmung, Antrieb, Beziehungsfähigkeit, Hormonachsen und sexuelle Reaktionsfähigkeit

Weiteres

  • Fehlende oder inadäquate sexuelle Stimulation – häufige nichtpathologische Ursache verminderten sexuellen Interesses oder situativer sexueller Unlust
  • Kulturelle, religiöse oder wertebezogene Konflikte – können sexuelle Selbstwahrnehmung, Scham, Vermeidung und partnerschaftliche Kommunikation beeinflussen
  • Partnerschaftskonflikte – zentrale psychosoziale Differentialdiagnose bei situativer Libidostörung, Kommunikationsproblemen, fehlender emotionaler Nähe oder ungelösten Konflikten
  • Sexuelle Funktionsstörung des Partners – beispielsweise erektile Dysfunktion (Erektionsstörung), Ejaculatio praecox (vorzeitiger Samenerguss), Ejaculatio tarda (verzögerter Samenerguss) oder Libidostörung des Partners; kann sekundär zu vermindertem sexuellem Interesse der Frau beitragen
  • Stress und Überlastung – häufige kontextuelle Ursache bei Schlafmangel, Care-Arbeit, beruflicher Überlastung, Erschöpfung oder fehlender Paarzeit