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Verhütungsmethoden

Möglichkeiten der Empfängnisverhütung und ihre Sicherheit

Der PEARL-Index (PI), beschreibt die Zuverlässigkeit einer empfängnisverhütenden Maßnahme mittels Zahl der aufgetretenen Schwangerschaften pro 1200 Anwendungszyklen beziehungsweise pro 100 Anwendungsjahre.

Nachfolgend wird die Zuverlässigkeit jeweils in Klammern mit PI= x Schwangeschaften – abgekürzt mit Schw. angegeben

Zuverlässigkeitsgrad

Zuverlässig – PI < = 0,5
Relativ zuverlässig – PI = 2-3
Mittlere Zuverlässigkeit – PI = 5-10
Unzuverlässig – PI > 15

Empfängnisverhütung ohne Anwendung von Arzneimitteln

  • Coitus interruptus – unterbrochener Geschlechtsverkehr – der Penis wird kurz vor dem Samenerguss aus der Scheide gezogen (PI = 4-18 Schw.)
  • Coitus reservatus – bewusstes Vermeiden des Samenergusses
  • Periodische Enthaltsamkeit – Knaus-Ogino (PI = 10-40 Schw.)

Empfängnisverhütung durch intravaginale spermatizide Präparate – spermienabtötende Scheidenpräparate

  • PI = ca. 1,5 Schw.

Empfängnisverhütung mittels Basaltemperatur-Messung

  • Ausschließlicher Verkehr „nach dem Eisprung“ (PI = 0,5-1 Schw.); das heißt, Zeit ab 2. Tag nach dem Temperaturanstieg
  • Verkehr auch vor dem Eisprung (PI = ca. 5 Graviditäten); das heißt bei 12monatiger Temperaturmessung festgestellter frühester Ovulationstermin – Termin des Eisprungs minus 6 Tage

Empfängnisverhütung durch mechanische Maßnahmen

  • Intrauterinpessare mit Kupfer (IUP) – PI = 0,5-1 Schw.
  • Barrieremethoden – PI = ca. 10 Schw.
  • Portiokappe nach Wilde – PI = ca. 10 Schw.
  • Scheidendiaphragma nach Mesinga – PI = ca. 10 Schw.

Achtung!
Intrauterinspirale bei Jugendlichen

Nur bei Pillen-Unverträglichkeit beziehungsweise Gegenanzeigen.

Es besteht die Gefahr des Aufsteigens von Keimen aus der Scheide mit anschließender EileiterentzündungSalpingitis genannt. Kann Grund von Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter (Extrauteringravidität genannt) sein. Deshalb sollten Jugendliche nur in Ausnahmefällen eine „Spirale“ erhalten.

Empfängnisverhütung durch mechanische, hormonhaltige Methoden

  • Intrauterinpessar mit Hormonen – PI = 0,1

Hormonale Empfängnisverhütung

  • Einphasenmethode – PI = 0,1 Schw.
  • Dreistufenmethode – PI = 0,1 Schw.
  • Zweiphasenmethode – normophasische Sequenzpräparate – PI = 0,1-0,2 Schw.
  • Depot-Gestagene – Depot-MPA – PI = 0,3-1 Schw.
  • Minipille – PI = 0,8-1,5 Schw.
  • Gestagenhaltige „Pille“ der neuen Generation – eine östrogenfreie Pille, die sicher die Ovulation (den Eisprung) unterdrückt – PI = 0,14 Schw. – geeignet für alle die keine Östrogene einnehmen dürfen wie beispielsweise Frauen über 35 Jahre und Raucher, Stillende etc.
  • Implantat mit Etonogestrel – PI = unter 0,1 Schw.
  • Postkoitale Östrogentherapie – PI = 0,5 Schw.

Empfängnisverhütung durch operative Sterilisation

  • Tubenligatur – Eileiterunterbindung – per Laparoskopie – Bauchspiegelung – PI = 0,3 Schw.
  • Tuberligatur per Laparotomie – durch Bauchschnitt – z.B. anlässlich eines Kaiserschnittes – PI = 0,5 Schw.

     
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