Antiepileptika

Antiepileptika (Antikonvulsiva) wirken auf das zentrale Nervensystem (ZNS). Insbesondere in höheren Dosierungen oder wenn mehrere ZNS-wirksame Medikamente kombiniert eingenommen werden, sind beim gestillten Kind Unruhe, Trinkschwäche, Sedierung (Schläfrigkeit) und andere Nebenwirkungen möglich.

Basierend auf einer systemischen Literaturrecherche zu Antiepileptika in der Stillzeit ergibt sich folgende Bewertung einzelner Wirkstoffe [1]:

"Wahrscheinlich mit dem Stillen kompatibel":

  • Carbamazepin
  • Levetiracetam
  • Phenobarbital
  • Primidon
  • Valproat

"Unter Vorbehalt kompatibel, wenn eine ausreichende klinische Überwachung gewährleistet ist":

  • Clonazepam
  • Ethosuximid
  • Gabapentin
  • Lamotrigin
  • Oxcarbazepin
  • Phenytoin
  • Pregabalin
  • Topiramat
  • Vigabatrin
  • Zonisamid

"Aufgrund der mangelnden Datenlage nicht empfohlen":

  • Clobazam
  • Felbamat
  • Lacosamid
  • Mesuximid
  • Perampanel
  • Retigabin
  • Rufinamid
  • Sultiam

Die Angaben der Hersteller in den Fachinformationen der Arzneimittel müssen nicht mit den zuvor aufgelisteten Ergebnissen der systemischen Literaturrecherche übereinstimmen. Sie sollten nicht vorrangig zur Entscheidungsfindung genutzt werden, da sie häufig nicht auf aktuellen Erkenntnissen beruhen.

Für jede Mutter, die ein Antiepileptikum einnehmen muss und stillen möchte, muss eine ausführliche individuelle Nutzen-Risiko-Analyse durchgeführt werden. Die gestillten Babys sollten sorgfältig überwacht werden. Eine Monotherapie scheint nicht mit größeren Risiken für schwere unmittelbare Symptome beim gestillten Baby assoziierten zu sein.

Eine gut eingestellte Mutter sollte nicht voreilig umgestellt werden. Gerade die psychische Verfassung der Mutter ist für die frühe Bindung zwischen Mutter und Kind wichtig.

Literatur

  1. Crettenand M, Rossetti AO, Buclin T, Winterfeld U: Antiepileptika in der Stillzeit. Wie beraten wir die Mütter? Nervenarzt 2018, 89: 913-921
     
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