Fit durch die Schwangerschaft – geeignete Sportarten und praktische Tipps
Regelmäßige körperliche Aktivität ist bei einer unkomplizierten Schwangerschaft sicher und ausdrücklich zu empfehlen. Schwangere ohne medizinische oder geburtshilfliche (Schwangerschaft und Geburt betreffende) Kontraindikationen (medizinische Gründe gegen körperliche Aktivität) sollten während der gesamten Schwangerschaft körperlich aktiv sein. Dies gilt auch bei Übergewicht, Adipositas (starkes Übergewicht) und gut eingestelltem Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) sowie grundsätzlich für Frauen, die vor der Schwangerschaft wenig oder keinen Sport betrieben haben [LL1-LL5].
Kernaussage: Schwangere sollten mindestens 150 Minuten pro Woche mit moderater Intensität körperlich aktiv sein, verteilt auf mehrere Tage. Das Bewegungsprogramm sollte Ausdauertraining, Krafttraining und Beckenbodentraining umfassen; sanfte Mobilisations- und Dehnübungen können ergänzt werden [LL1-LL5].
Regelmäßige körperliche Aktivität vermindert insbesondere das Risiko für Gestationsdiabetes, Gestationshypertonie (schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck), übermäßige Gewichtszunahme und pränatale depressive Symptome (depressive Beschwerden vor der Geburt). Auch für die Prävention einer Präeklampsie (Schwangerschaftserkrankung mit Bluthochdruck und möglichen Organschäden) zeigt sich ein günstiger Effekt, wenngleich die Evidenz weniger konsistent ist als für Gestationsdiabetes und Gestationshypertonie [1-3, 9]. Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft besteht kein Hinweis darauf, dass leitliniengerechte körperliche Aktivität das Risiko für Fehlgeburt (früher Schwangerschaftsverlust), Totgeburt (Geburt eines Kindes ohne Lebenszeichen), Frühgeburt (Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche), fetale Wachstumsrestriktion (unzureichendes Wachstum des ungeborenen Kindes), niedriges Geburtsgewicht oder eine Sectio caesarea (Kaiserschnitt) erhöht [4-6, 9].
Die Evidenz bezieht sich überwiegend auf unkomplizierte Einlingsschwangerschaften (Schwangerschaften mit einem Kind) und körperliche Aktivität leichter bis moderater Intensität. Für Hochrisikoschwangerschaften (Schwangerschaften mit erhöhtem Risiko für Mutter oder Kind), sehr hohe Trainingsumfänge, wiederholte Maximalbelastungen und sportliche Höchstleistungen bestehen keine verlässlich definierten oberen Sicherheitsgrenzen. In diesen Situationen ist eine individuelle geburtshilfliche und sportmedizinische Beurteilung (ärztliche Beurteilung von Schwangerschaft, Belastung und Training) erforderlich [8, 11, LL1, LL6].
Evidenzbasierte gesundheitliche Effekte
| Endpunkt | Evidenzbasierter Effekt |
| Gestationsdiabetes | Strukturierte Bewegungsprogramme während der Schwangerschaft vermindern das Risiko für Gestationsdiabetes [1, 9]. |
| Gestationshypertonie und Präeklampsie | Körperliche Aktivität vermindert das Risiko für Gestationshypertonie. Auch für Präeklampsie zeigt sich ein günstiger Effekt, allerdings mit geringerer Evidenzsicherheit [1, 9]. |
| Gewichtsentwicklung | Bewegungsinterventionen reduzieren die Wahrscheinlichkeit einer übermäßigen Gewichtszunahme während der Schwangerschaft [2, 9]. |
| Psychische Gesundheit | Pränatales Training vermindert die Wahrscheinlichkeit und den Schweregrad pränataler depressiver Symptome. Die Evidenz für postnatale depressive Symptome und Angstsymptome ist weniger einheitlich [3, 9]. |
| Kardiorespiratorische Fitness | Regelmäßige körperliche Aktivität trägt dazu bei, die kardiorespiratorische Leistungsfähigkeit (Leistungsfähigkeit von Herz, Kreislauf und Atmung) und die Alltagsbelastbarkeit während der Schwangerschaft zu erhalten [9, LL1]. |
| Rücken- und Beckengürtelschmerzen | Bewegungsprogramme können das Risiko schwangerschaftsbedingter Lumbalschmerzen (Schmerzen im unteren Rücken) geringfügig vermindern. Für die Prävention von Beckengürtelschmerzen (Schmerzen im Bereich des Beckens) ist die Evidenz weniger eindeutig [13]. |
| Geburtsmodus | Pränatales Training erhöht die Sectiorate (Häufigkeit von Kaiserschnitten) nicht. Einzelne Auswertungen zeigen eine geringere Wahrscheinlichkeit operativ vaginaler Entbindungen (Geburten mit Saugglocke oder Zange); die Ergebnisse sind jedoch nicht in allen Analysen konsistent [4]. |
| Frühgeburt und fetales Wachstum | Es besteht kein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht oder ein für das Gestationsalter (Dauer der Schwangerschaft) zu kleines Neugeborenes. Das Risiko einer fetalen Makrosomie (überdurchschnittlich hohes Geburtsgewicht des ungeborenen Kindes) kann vermindert werden [5, 9]. |
| Fetale und neonatale Mortalität | Pränatales Training ist nicht mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburt, Totgeburt oder neonatale Mortalität (Sterblichkeit von Neugeborenen) verbunden. Für diese seltenen Endpunkte ist die Evidenzsicherheit begrenzt [6]. |
| Harninkontinenz | Präventives Beckenbodenmuskeltraining vermindert bei zuvor kontinenten Frauen wahrscheinlich das Risiko einer Harninkontinenz (unwillkürlicher Urinverlust) in der späten Schwangerschaft und im frühen postpartalen Zeitraum (Zeitraum nach der Geburt) [7, 10]. |
| Höhergradige Dammverletzungen | Beckenbodentraining allein oder als Bestandteil eines allgemeinen Trainingsprogramms kann das Risiko dritt- oder viertgradiger Dammverletzungen vermindern. Eine signifikante Reduktion der Episiotomierate (Häufigkeit von Dammschnitten) ist nicht nachgewiesen [7]. |
| Krafttraining | Die untersuchten Krafttrainingsprogramme waren bei überwiegend unkomplizierten Schwangerschaften nicht mit ungünstigen maternalen (die Mutter betreffenden), geburtshilflichen, fetalen (das ungeborene Kind betreffenden) oder beckenbodenbezogenen Endpunkten verbunden. Die Interventionen waren jedoch heterogen und häufig Bestandteil kombinierter Trainingsprogramme [8]. |
Die Auswahl der Trainingsform sollte vorrangig anhand von Sicherheit, Vorerfahrung, Beschwerden, Umsetzbarkeit und langfristiger Adhärenz (Einhaltung des Trainingsprogramms) erfolgen. Eine aktuelle Netzwerkmetaanalyse zeigte zwar mögliche relative Vorteile einzelner Trainingsformen bei bestimmten neonatalen Endpunkten (gesundheitlichen Ergebnissen beim Neugeborenen), jedoch keine belastbar nachgewiesene allgemeine Überlegenheit einer bestimmten Sportart [14].
Grundlegende Trainingsempfehlungen
| Trainingskomponente | Evidenzbasierte Empfehlung | Praktische Umsetzung |
| Wochenumfang | Mindestens 150 Minuten körperliche Aktivität moderater Intensität pro Woche [LL1-LL5] | Z. B. fünf Einheiten zu jeweils 30 Minuten; kürzere Einheiten können über den Tag addiert werden. |
| Verteilung | Verteilung auf mehrere Tage pro Woche [LL1-LL5] | Eine regelmäßige Verteilung ist günstiger als einzelne seltene und sehr lange Belastungen. |
| Ausdauertraining | Regelmäßige aerobe Aktivität unter Einsatz großer Muskelgruppen | Zügiges Gehen, Nordic Walking, Schwimmen, Aquafitness, moderates Radfahren oder Fahrradergometer |
| Krafttraining | Regelmäßiges moderates Training der großen Muskelgruppen [8, LL1-LL5] | Individuell angepasste Widerstände, kontrollierte Bewegungsausführung und stabile Ausgangspositionen |
| Beckenbodentraining | Regelmäßiges und technisch korrekt ausgeführtes Beckenbodenmuskeltraining [7, 10, LL1, LL3-LL5] | Bei Unsicherheit physiotherapeutische oder fachkundige Anleitung |
| Beweglichkeit | Sanfte Mobilisations- und Dehnübungen können ergänzt werden. | Keine forcierte Dehnung bis in schmerzhafte oder instabile Gelenkendstellungen |
| Sitzzeiten | Längere Sitzzeiten begrenzen, regelmäßig unterbrechen und möglichst durch körperliche Aktivität ersetzen [LL1, LL2, LL5]. | Kurze Geh- oder Bewegungspausen in den Alltag integrieren. |
| Trainingsbeginn | Auch zuvor inaktive Schwangere sollen schrittweise körperlich aktiv werden. | Zunächst kurze Einheiten leichter bis moderater Intensität; anschließend Dauer und Häufigkeit vor der Intensität steigern |
Auch kürzere oder weniger intensive Bewegungseinheiten sind gesundheitlich vorteilhaft. Können die empfohlenen 150 Minuten zunächst nicht erreicht werden, ist jede zusätzliche körperliche Aktivität besser als Inaktivität [LL1-LL3].
Eine allgemeingültige maximale Trainingsdauer pro Einheit besteht nicht. Für sehr lange oder hochintensive Trainingseinheiten und hohe wöchentliche Trainingsumfänge ist die Evidenz jedoch deutlich begrenzter als für moderate Bewegungsprogramme. Solche Belastungen erfordern eine individuelle Beurteilung von Trainingszustand, Schwangerschaftsverlauf, Energieverfügbarkeit, Flüssigkeitszufuhr, Umgebungsbedingungen und Regeneration [11, LL1, LL6].
Steuerung der Trainingsintensität
Für die Mehrzahl der Schwangeren wird eine moderate Trainingsintensität empfohlen. Moderat bedeutet, dass die Belastung als etwas anstrengend empfunden wird, eine Unterhaltung jedoch weiterhin möglich ist [LL1-LL5].
Starre Herzfrequenzobergrenzen, z. B. grundsätzlich 140 Schläge pro Minute, sind nicht evidenzbasiert. Die Herzfrequenzreaktion wird unter anderem durch Alter, Trainingszustand, Schwangerschaftswoche, Bewegungsform, Umgebungstemperatur und Hydratation beeinflusst.
- Sprechtest
- Bei moderater Belastung ist das Sprechen in vollständigen Sätzen möglich.
- Ist eine Unterhaltung nur noch eingeschränkt oder nicht mehr möglich, liegt in der Regel eine hohe Belastungsintensität vor.
- Borg-Skala
- Als ergänzende Orientierung kann ein subjektives Belastungsempfinden von etwa 12-14 auf der Borg-Skala von 6-20 Punkten verwendet werden [LL4, LL5].
- Individuelle Belastungswahrnehmung
- Die Belastung soll deutlich spürbar sein, darf jedoch nicht zu vollständiger Erschöpfung, ausgeprägter Atemnot, Schwindel oder Verlust einer technisch kontrollierten Bewegungsausführung führen.
Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft regelmäßig und in höherem Umfang sportlich aktiv waren, können ihre gewohnte Aktivität bei unkompliziertem Schwangerschaftsverlauf grundsätzlich fortsetzen. Nach den aktuellen deutschen Handlungsempfehlungen sollte die sportliche Aktivität auch bei diesen Frauen im moderaten Bereich liegen [LL1].
Internationale Empfehlungen lassen bei entsprechend trainierten Frauen teilweise die Fortsetzung intensiverer Belastungen zu. Da für wiederholte Maximalbelastungen, sehr hohe Trainingsvolumina und Training bis zur vollständigen Erschöpfung keine verlässlichen oberen Sicherheitsgrenzen bestehen, ist bei Leistungssport oder regelmäßigem Training deutlich oberhalb der allgemeinen Empfehlungen eine individuelle geburtshilfliche und sportmedizinische Betreuung erforderlich [11, LL3-LL6].
Besonders geeignete Sportarten
Die folgenden Sportarten werden in den aktuellen deutschen oder internationalen Empfehlungen ausdrücklich genannt und sind bei einer unkomplizierten Schwangerschaft in der Regel gut geeignet [LL1, LL3-LL5]:
| Sportart bzw. Trainingsform | Beurteilung und praktische Hinweise |
| Zügiges Gehen und Nordic Walking | Gut dosierbar, geringe Stoßbelastung und während der gesamten Schwangerschaft anpassbar; auf ebenen und sicheren Untergrund sowie geeignetes Schuhwerk achten. |
| Schwimmen | Gelenk- und wirbelsäulenentlastend; Schwimmtempo anpassen und sichere Ein- und Ausstiege wählen. |
| Aquafitness und Aquajogging | Geringe axiale Belastung und gute Dosierbarkeit; angemessene Wassertemperatur, hygienische Bedingungen und sicheren Ein- und Ausstieg beachten. |
| Moderates Radfahren | Bei sicherer Fahrtechnik und geringem Sturzrisiko geeignet. Mit zunehmender Veränderung von Gleichgewicht und Körperschwerpunkt ist das Fahrradergometer vorzuziehen. |
| Fahrradergometer | Gut kontrollierbares Ausdauertraining ohne relevantes Sturzrisiko; Lenker- und Sitzposition an den zunehmenden Bauchumfang anpassen. |
| Moderates Krafttraining | Geeignet bei kontrollierter Technik, individuell angepasstem Widerstand und stabiler Ausgangsposition; Training der großen Muskelgruppen bevorzugen. |
| Schwangerschaftsangepasstes Yoga und Pilates | Geeignet für Mobilität, Kraft, Atmung und Körperwahrnehmung; keine extreme Dehnung, keine überhitzten Trainingsräume und keine instabilen Positionen mit Sturzrisiko. |
| Low Impact Aerobic und moderate Tanzformen | Geeignet ohne ausgeprägte Sprungfolgen, schnelle Richtungswechsel oder Kollisionsrisiko; Bewegungsabläufe an Gleichgewicht und Beweglichkeit anpassen. |
| Gymnastik und funktionelles Training | Geeignet bei kontrollierten Bewegungen, angepasster Rumpfbelastung und sicherer Ausgangsposition. |
| Skilanglauf | Bei entsprechender Vorerfahrung und sicheren Bedingungen möglich; steile Abfahrten, vereiste Strecken und hohe Geschwindigkeiten vermeiden. |
| Wandern | Auf sicheren Wegen und in moderatem Gelände geeignet; Höhenlage, Witterung, Trittsicherheit, Flüssigkeitsversorgung und Erreichbarkeit medizinischer Hilfe berücksichtigen. |
Unter bestimmten Voraussetzungen geeignete Sportarten
Für einzelne Sportarten liegen keine eigenständigen randomisierten Studien oder sportartspezifischen Metaanalysen vor. Ihre Beurteilung erfolgt daher anhand der in den Leitlinien etablierten Sicherheitskriterien, insbesondere Sturz-, Kollisions-, Trauma-, Überhitzungs- und Überlastungsrisiko sowie Vorerfahrung und technische Beherrschung [LL1, LL3-LL6].
| Sportart | Voraussetzungen und Anpassungen |
| Joggen und Laufen | Bei entsprechender Vorerfahrung und unkompliziertem Schwangerschaftsverlauf häufig fortsetzbar. Tempo, Umfang, Untergrund und Stoßbelastung anpassen. Bei Beckengürtelschmerzen, Harninkontinenz, Beckenbodendruck, vaginaler Blutung oder regelmäßigen Kontraktionen Belastung reduzieren bzw. aussetzen. |
| Crosstrainer | Stoßarme Ausdauerbelastung; auf sicheren Auf- und Abstieg sowie ausreichende Stabilität achten. Bei Gleichgewichtsproblemen eine sitzende Trainingsform bevorzugen. |
| Ruderergometer | Bei Vorerfahrung und angepasstem Bewegungsumfang möglich. Mit zunehmendem Bauchumfang Hüftbeugung, Griffweite und Rumpfposition modifizieren. |
| Tennis, Badminton und vergleichbare Rückschlagsportarten | Bei Vorerfahrung und kontrollierter Intensität möglich. Schnelle Richtungswechsel, Sprünge und weite Ausfallschritte zunehmend reduzieren. |
| Spinning | Bei individuell eingestelltem Widerstand, sicherer Sitzposition, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und guter Belüftung möglich. Keine erschöpfenden Intervalle und keine überhitzten Trainingsräume. |
Feste Geschwindigkeitsgrenzen für einzelne Sportarten sind nicht evidenzbasiert. Entscheidend sind Intensität, Vorerfahrung, Bewegungsqualität, Gelände, Sturzrisiko, Witterung und individuelle Belastungsverträglichkeit.
Nicht empfohlene Sportarten und Belastungen
Zu vermeiden sind Aktivitäten mit relevantem Risiko für abdominales Trauma (Verletzung des Bauches), Kollision, Sturz, Dekompressionsschäden (Schäden durch Druckveränderungen), schwere Hypoxie (Sauerstoffmangel) oder extreme thermische Belastung [LL1, LL3-LL6].
- Kontakt- und Kollisionssportarten
- z. B. Boxen, Kickboxen, Rugby, American Football, Eishockey, Judo sowie Fußball oder Handball mit regulärem Körperkontakt
- Sportarten mit hohem Sturzrisiko
- z. B. alpines Skifahren, Snowboardfahren, Reiten, Springreiten, anspruchsvolles Mountainbiking, Trampolinspringen, Geräteturnen und Inlineskating
- Sportarten mit Risiko eines direkten abdominalen Traumas
- z. B. Kampf- und Kontaktsportarten sowie Ballsportarten mit hoher Kollisions- oder Trefferwahrscheinlichkeit
- Gerätetauchen
- Gerätetauchen ist wegen des Risikos fetaler Dekompressionsschäden kontraindiziert.
- Fallschirmspringen
- Wegen Hypoxie-, Druck-, Lande- und Traumarisiko nicht empfohlen.
- Hot Yoga und Hot Pilates
- Wegen der kombinierten Gefahr von Hyperthermie (Überwärmung des Körpers), Dehydratation (Flüssigkeitsmangel) und Kreislaufbelastung nicht empfohlen.
- Extrem- und Expeditionssportarten
- Aktivitäten mit extremen Umweltbedingungen, verzögerter medizinischer Erreichbarkeit oder hohem objektivem Risiko vermeiden.
- Ungewohnte intensive Höhenbelastung
- Unakklimatisierte intensive Belastungen in Höhen über etwa 2.500 m sollten vermieden werden.
Das Risiko einer Plazentaablösung (vorzeitige Ablösung des Mutterkuchens) ist kein generelles Argument gegen körperliche Aktivität. Entscheidend ist die Vermeidung von Aktivitäten mit relevantem Sturz- oder Traumarisiko.
Krafttraining während der Schwangerschaft
Ein generelles Verbot des Hebens von Gewichten ist nicht evidenzbasiert. Moderates Krafttraining ist Bestandteil der aktuellen Bewegungsempfehlungen. Die verfügbare Evidenz spricht dafür, dass kontrolliertes Krafttraining bei überwiegend gesunden Frauen mit unkomplizierter Schwangerschaft sicher durchgeführt werden kann [8, LL1-LL5].
Da die untersuchten Programme hinsichtlich Trainingsgewicht, Wiederholungszahl, Satzzahl und Progression heterogen waren, lassen sich daraus keine allgemeingültigen Sicherheitsgrenzen oder verbindlichen Dosierungsschemata ableiten [8].
- Belastungssteuerung
- Moderate Widerstände wählen, die eine technisch kontrollierte Ausführung ermöglichen.
- Die Belastung an Trainingszustand, Schwangerschaftsverlauf, Übung und Tagesform anpassen.
- Die letzten Wiederholungen dürfen anstrengend sein, sollen jedoch ohne vollständige muskuläre Ausbelastung durchgeführt werden.
- Übungsauswahl
- Große Muskelgruppen und funktionelle Bewegungsmuster berücksichtigen.
- Stabile Ausgangspositionen und geführte Geräte können mit fortschreitender Schwangerschaft vorteilhaft sein.
- Übungen an Bauchumfang, Gleichgewicht, Gelenkstabilität und Beweglichkeit anpassen.
- Technik
- Ruckartige, ballistische und unkontrollierte Bewegungen vermeiden.
- Gleichmäßig weiteratmen.
- Lang anhaltendes Luftanhalten und ausgeprägte Pressatmung vermeiden.
- Keine unvorbereiteten Maximalkraftversuche und kein Training bis zur vollständigen muskulären Erschöpfung [8, LL6].
- Beckenboden
- Bei neu auftretender Harninkontinenz, vaginalem Druck- oder Vorwölbungsgefühl, Schmerzen oder Schweregefühl im Becken Trainingslast und Übungsauswahl überprüfen.
- Beckenbodenaktivierung und vollständige Entspannung gleichermaßen berücksichtigen.
Sehr hohe Lasten, wiederholte Maximalversuche, längere Valsalva-Manöver und wettkampforientiertes Gewichtheben sind unzureichend untersucht. Bei entsprechendem Leistungstraining ist eine spezialisierte individuelle Betreuung erforderlich [8, LL6].
Strukturiertes Krafttraining ist von wiederholtem beruflichem Heben schwerer Lasten zu unterscheiden. Arbeitsmedizinische Belastungen können durch hohe Wiederholungszahlen, ungünstige Körperhaltungen, Zeitdruck und fehlende Erholungsphasen andere Risiken aufweisen als ein kontrolliertes Trainingsprogramm.
Beckenbodentraining
Ein fachgerecht ausgeführtes Beckenbodenmuskeltraining während der Schwangerschaft vermindert bei zuvor kontinenten Frauen wahrscheinlich das Risiko einer Harninkontinenz in der späten Schwangerschaft und im frühen postpartalen Zeitraum [7, 10]. Es kann außerdem das Risiko dritt- oder viertgradiger Dammverletzungen reduzieren. Eine signifikante Verminderung der Episiotomierate ist dagegen nicht nachgewiesen [7].
- Wahrnehmung
- Die gezielte Kontraktion des Beckenbodens ohne dominierende Mitaktivierung der Gluteal- oder Adduktorenmuskulatur (Gesäßmuskulatur bzw. Muskulatur an der Innenseite der Oberschenkel) erlernen.
- Atmung
- Die Kontraktion mit einer gleichmäßigen Atmung koordinieren und Pressatmung vermeiden.
- Entspannung
- Nach jeder Kontraktion eine vollständige Entspannung des Beckenbodens ermöglichen.
- Variation
- Längere submaximale Kontraktionen und kurze, schnelle Kontraktionen kombinieren.
- Alltagsübertragung
- Den Beckenboden vor Husten, Niesen, Heben oder vergleichbaren intraabdominalen Druckbelastungen (Druckbelastungen im Bauchraum) gezielt aktivieren.
- Regelmäßigkeit
- Das Beckenbodentraining regelmäßig in das Bewegungsprogramm integrieren.
Bei Beckenbodenbeschwerden, Schmerzen, Hypertonus (erhöhte Muskelspannung) oder Unsicherheit hinsichtlich der korrekten Kontraktion und Entspannung ist eine beckenbodenspezifische physiotherapeutische Untersuchung sinnvoll.
Anpassungen im Schwangerschaftsverlauf
| Schwangerschaftsphase | Praktische Schwerpunkte |
| Erstes Trimenon (Schwangerschaftsdrittel) | Belastung an Müdigkeit, Übelkeit und Kreislaufreaktionen anpassen. Hyperthermie und Dehydratation vermeiden. Ein moderater Trainingsbeginn ist auch bei zuvor inaktiven Frauen möglich. |
| Zweites Trimenon | Veränderung von Körperschwerpunkt, Gelenkstabilität und Bauchumfang berücksichtigen. Sprünge, schnelle Richtungswechsel und instabile Positionen zunehmend reduzieren. Sportliche Aktivitäten in Rückenlage vermeiden. |
| Drittes Trimenon | Stoßarme Bewegungsformen, stabile Ausgangspositionen und bei Bedarf kürzere bzw. besser verteilte Einheiten bevorzugen. Beckenbodensymptome, Beckengürtelschmerzen, Kontraktionen und zunehmendes Sturzrisiko besonders beachten. |
Die Anpassung erfolgt nicht ausschließlich nach Schwangerschaftswoche, sondern vorrangig nach Bauchumfang, Gleichgewicht, Beschwerden, Erholungsfähigkeit und individuellem Schwangerschaftsverlauf.
Training in Rückenlage
Durch den graviden Uterus (schwangere Gebärmutter) kann es in Rückenlage zu einer Kompression der Vena cava inferior (untere Hohlvene) und damit zu einer Verminderung des venösen Rückstroms (Rückfluss des Blutes zum Herzen) kommen. Nach den aktuellen deutschen Handlungsempfehlungen sollen sportliche Aktivitäten in Rückenlage im zweiten und dritten Trimenon vermieden werden [LL1].
- Längere Übungen in flacher Rückenlage durch geeignete Alternativen ersetzen.
- Bei Schwindel, Übelkeit, Blässe, Atemnot, Unwohlsein oder Schwächegefühl die Position sofort verändern.
- Geeignete Alternativen sind Seitenlage, Oberkörperhochlagerung, seitliche Unterpolsterung, Vierfüßlerstand sowie sitzende oder stehende Positionen.
Flüssigkeitszufuhr, Wärme und Energieversorgung
Eine relevante maternale Hyperthermie soll vermieden werden. Das Risiko steigt insbesondere bei intensiver Belastung unter hoher Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit, unzureichender Flüssigkeitszufuhr, fieberhaften Erkrankungen sowie Training in stark erwärmten Räumen [12, LL1, LL4-LL6].
- Training bei Wärme
- Belastungsintensität reduzieren und das Training gegebenenfalls in kühlere Tageszeiten oder klimatisch geeignete Innenräume verlegen.
- Leichte, atmungsaktive Kleidung tragen.
- Für Luftbewegung und ausreichende Abkühlung sorgen.
- Flüssigkeitszufuhr
- Vor, während und nach dem Training bedarfsgerecht trinken.
- Der Flüssigkeitsbedarf steigt bei Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit und längerer Trainingsdauer.
- Eine starre, für alle Schwangeren geltende Trinkmenge ist nicht erforderlich.
- Energieversorgung
- Die Energiezufuhr an Schwangerschaftsverlauf, Gewichtsentwicklung und Trainingsumfang anpassen.
- Eine chronisch niedrige Energieverfügbarkeit vermeiden.
- Bei längeren oder häufigen Trainingseinheiten auf ausreichende Gesamtenergie- und Nährstoffzufuhr achten.
- Erkrankungen
- Bei fieberhaften Infekten, gastrointestinalen Flüssigkeitsverlusten (Flüssigkeitsverlusten über Magen und Darm) oder ausgeprägtem Unwohlsein kein Training durchführen.
- Bei insulinpflichtigem Diabetes mellitus (mit Insulin behandelter Zuckerkrankheit) Trainingszeitpunkt, Insulintherapie, Kohlenhydratzufuhr und Glucosekontrolle individuell abstimmen.
Training in der Höhe
Gesunde Schwangere können bei unkompliziertem Schwangerschaftsverlauf in Höhen von etwa 1.800-2.500 m körperlich aktiv sein, insbesondere wenn sie an diese Höhen gewöhnt sind [LL1, LL3, LL5].
- Unakklimatisierte intensive Belastungen über etwa 2.500 m vermeiden.
- Belastungsintensität und Trainingsdauer während der Akklimatisation (Gewöhnung an die Höhenlage) reduzieren.
- Bei Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, ungewöhnlicher Atemnot oder deutlichem Leistungseinbruch die Belastung beenden und die Höhe reduzieren.
- Erreichbarkeit medizinischer Versorgung und Möglichkeiten eines raschen Abstiegs berücksichtigen.
Praktischer Trainingsaufbau für zuvor inaktive Frauen
Auch zuvor inaktive Frauen sollen bei unkomplizierter Schwangerschaft zu körperlicher Aktivität ermutigt werden. Der Einstieg soll langsam und individuell verträglich erfolgen [LL1-LL5].
- Beginn
- Mit kurzen Einheiten leichter bis moderater Intensität beginnen.
- Progression
- Zunächst die Häufigkeit, anschließend die Dauer und erst danach vorsichtig die Intensität erhöhen.
- Verteilung
- Mehrere kurze Einheiten können über den Tag und die Woche verteilt werden.
- Ziel
- Schrittweise Annäherung an mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche.
- Anpassung
- Die Steigerung an Beschwerden, Erholung, Schwangerschaftsverlauf und individuellen Trainingszustand anpassen.
Ein starres Progressionsschema ist nicht evidenzbasiert. Bereits ein geringer zusätzlicher Bewegungsumfang kann gesundheitlich vorteilhaft sein [LL1-LL3].
Beispiel für eine praktische Trainingswoche
Das folgende Beispiel veranschaulicht lediglich eine mögliche Verteilung für eine gesunde Schwangere mit unkompliziertem Schwangerschaftsverlauf. Es stellt kein wissenschaftlich validiertes Dosierungsschema und keine individuelle Trainingsverordnung dar.
| Tag | Aktivität |
| Montag | 30 Minuten zügiges Gehen oder Nordic Walking; anschließend kurze Mobilisationsübungen |
| Dienstag | Moderates Ganzkörperkrafttraining; ergänzend Beckenbodentraining |
| Mittwoch | Leichte Alltagsaktivität, regelmäßige Gehpausen und sanfte Mobilisation |
| Donnerstag | 30 Minuten Schwimmen, Aquafitness oder Fahrradergometer |
| Freitag | Moderates Krafttraining oder angepasstes Pilates |
| Samstag | 30-45 Minuten Gehen, leichtes Wandern oder eine andere gut verträgliche Ausdaueraktivität |
| Sonntag | Aktive Erholung, kurze Gehstrecken und Beckenbodentraining |
Trainingstage und Erholungstage können abhängig von Müdigkeit, Übelkeit, Schlaf, beruflicher Belastung und Schwangerschaftsbeschwerden flexibel verschoben werden.
Praktische Trainingsregeln
- Regelmäßigkeit vor Intensität
- Mehrere moderate Einheiten sind für die meisten Schwangeren geeigneter als seltene, sehr intensive Belastungen.
- Langsamer Trainingsbeginn
- Bei bisheriger Inaktivität Umfang und Häufigkeit vor der Intensität steigern.
- Aufwärmen und Abwärmen
- Jede Einheit mit niedriger Belastungsintensität beginnen und beenden.
- Sturzrisiko minimieren
- Rutschfeste Schuhe, sichere Untergründe und stabile Ausgangspositionen wählen.
- Keine vollständige Erschöpfung
- Gesundheitliche Effekte erfordern kein Training bis zur willentlichen Ausbelastung.
- Beschwerden ernst nehmen
- Schmerzen, Druckgefühl im Beckenboden, Harninkontinenz oder anhaltendes Unwohlsein erfordern eine Anpassung der Belastung.
- Regeneration berücksichtigen
- Trainingsdichte bei zunehmender Müdigkeit reduzieren und Erholungszeiten verlängern.
- Energieversorgung beachten
- Bei längeren oder häufigen Einheiten Gesamtenergie- und Nährstoffzufuhr an den zusätzlichen Bedarf anpassen.
- Training dokumentieren
- Sportart, Dauer, Belastungsempfinden und Beschwerden können insbesondere bei leistungsorientiertem Training dokumentiert und bei Vorsorgeuntersuchungen besprochen werden.
Medizinische und geburtshilfliche Beurteilung
Medizinische und geburtshilfliche Risikofaktoren sollen im Rahmen der regulären Schwangerschaftsbetreuung berücksichtigt werden. Bei einer gesunden Frau mit unkomplizierter Schwangerschaft ist für leichte bis moderate körperliche Aktivität in der Regel keine zusätzliche sportmedizinische Freigabe erforderlich [LL1, LL4, LL5].
Eine individuelle ärztliche Beurteilung ist insbesondere erforderlich bei:
- medizinischen oder geburtshilflichen Begleiterkrankungen
- Schwangerschaftskomplikationen
- regelmäßigem Training deutlich oberhalb der allgemeinen Empfehlungen
- leistungssportlicher Aktivität
- geplantem hochintensivem oder sehr lang dauerndem Training
- neu aufgetretenen Beckenboden-, muskuloskelettalen oder kardiopulmonalen Beschwerden (Beschwerden von Herz, Kreislauf oder Lunge)
Kontraindikationen und abklärungsbedürftige Konstellationen
Die Klassifikation und Gewichtung einzelner Kontraindikationen unterscheiden sich zwischen den Leitlinien. Bei den folgenden Konstellationen soll strukturiertes Training nicht begonnen bzw. unterbrochen werden, bis eine individuelle geburtshilfliche oder fachärztliche Beurteilung erfolgt ist [LL1, LL3-LL5]:
- Präeklampsie
- Zervixinsuffizienz (vorzeitige Verkürzung oder Öffnung des Gebärmutterhalses)
- aktive vorzeitige Wehentätigkeit oder drohende Frühgeburt
- vorzeitiger Blasensprung (Platzen der Fruchtblase vor Geburtsbeginn)
- persistierende vaginale Blutung im zweiten oder dritten Trimenon
- Placenta praevia (Mutterkuchen vor dem inneren Muttermund)
- fetale Wachstumsrestriktion oder relevante Plazentainsuffizienz (unzureichende Funktion des Mutterkuchens)
- Mehrlingsschwangerschaft (Schwangerschaft mit mehreren Kindern) mit Drillingen oder höhergradiger Mehrlingszahl
- unkontrollierter Diabetes mellitus Typ 1 (Zuckerkrankheit aufgrund eines absoluten Insulinmangels)
- unkontrollierte arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
- unkontrollierte relevante Schilddrüsenerkrankung
- schwere kardiovaskuläre, pulmonale oder andere systemische Erkrankung (den gesamten Körper oder mehrere Organe betreffende Erkrankung)
Eine individuelle Abwägung von Nutzen und Risiko ist unter anderem erforderlich bei [LL3-LL5]:
- wiederholten Fehlgeburten in der Anamnese
- spontaner Frühgeburt in der Anamnese
- Zwillingsschwangerschaft mit erhöhtem Frühgeburtsrisiko
- symptomatischer oder ausgeprägter Anämie (Blutarmut)
- leichter bis mittelschwerer kardiovaskulärer oder pulmonaler Erkrankung
- schlecht eingestellter Epilepsie (Anfallserkrankung)
- aktiver Essstörung, Mangelernährung oder ausgeprägtem Untergewicht
- relevanten orthopädischen (den Bewegungsapparat betreffenden), neurologischen (das Nervensystem betreffenden) oder Beckenbodenbeschwerden
- anderen relevanten medizinischen oder geburtshilflichen Erkrankungen
Adipositas, körperliche Inaktivität und ein gut eingestellter Gestationsdiabetes stellen für sich genommen keine Kontraindikationen dar. Gerade bei diesen Konstellationen kann ein individuell angepasstes Bewegungsprogramm gesundheitlich vorteilhaft sein [LL1].
Art und Umfang erlaubter Alltagsbewegung müssen bei bestehenden Kontraindikationen individuell festgelegt werden. Eine Kontraindikation gegen intensiveres oder strukturiertes Training bedeutet nicht zwangsläufig vollständige körperliche Inaktivität.
Fazit
Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft überwiegen die Vorteile regelmäßiger körperlicher Aktivität eindeutig die potenziellen Risiken. Empfohlen werden mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, verteilt auf mehrere Tage und ergänzt durch Kraft- und Beckenbodentraining.
Besonders geeignet sind gut kontrollierbare und stoßarme Aktivitäten wie Gehen, Nordic Walking, Schwimmen, Aquafitness, moderates Radfahren, Fahrradergometer, moderates Krafttraining sowie angepasstes Yoga oder Pilates. Joggen und andere belastungsintensivere Sportarten sind für erfahrene und medizinisch unauffällige Frauen nicht grundsätzlich ausgeschlossen, erfordern jedoch eine konsequente Anpassung an den Schwangerschaftsverlauf.
Sportarten mit relevantem Sturz-, Kollisions-, Trauma-, Dekompressions- oder Extremrisiko sollen vermieden werden. Entscheidend sind keine pauschalen Geschwindigkeits-, Herzfrequenz- oder Zeitgrenzen, sondern die individuelle Steuerung nach Trainingszustand, Belastungsempfinden, Beschwerden, Umgebungsbedingungen und geburtshilflichem Risikoprofil.
Red Flags (Warnzeichen) beim Sport in der Schwangerschaft
Das Training ist sofort zu beenden und zeitnah bzw. abhängig vom Befund notfallmäßig ärztlich oder geburtshilflich abzuklären bei [LL1, LL4, LL5]:
- vaginaler Blutung
- Fruchtwasserabgang oder anhaltendem Flüssigkeitsverlust aus der Vagina
- regelmäßigen schmerzhaften Uteruskontraktionen (Wehen) oder Zeichen vorzeitiger Wehentätigkeit
- starken oder anhaltenden abdominalen Schmerzen (Bauchschmerzen)
- ausgeprägten Rücken-, Symphysen-, Becken- oder Beckengürtelschmerzen
- Atemnot bereits vor Belastungsbeginn oder in Ruhe
- unverhältnismäßig starker oder anhaltender Atemnot unter Belastung
- Thoraxschmerzen (Schmerzen im Brustkorb)
- anhaltendem Herzrasen oder relevanten Herzrhythmusstörungen (Störungen des Herzschlags)
- Schwindel, Präsynkope (Beinahe-Ohnmacht) oder Synkope (Ohnmacht)
- neu aufgetretenen starken oder anhaltenden Kopfschmerzen
- einseitigen Wadenschmerzen oder einseitiger Beinschwellung
- ausgeprägter Muskelschwäche mit Beeinträchtigung des Gleichgewichts
- deutlich verminderten Kindsbewegungen
- anhaltendem Unwohlsein oder ungewöhnlicher Erschöpfung
Literatur
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