Einleitung
Gesichtsschmerzen (atypischer Gesichtsschmerz)

Gesichtsschmerzen (ICD-10 G50.1-: atypischer Gesichtsschmerz) können vielfältige Ursachen haben.

Man kann den typischen vom atypischen (untypischen) Gesichtsschmerz unterscheiden. Letzterer wurde nach der Neuauflage der IHS-Klassifikation Headache (Classification Committee of the International Headache Society 2004) als persistierender (anhaltender) idiopathischer (ohne erkennbare Ursache) Gesichtsschmerz bezeichnet. Dieser liegt vor, wenn der Gesichtsschmerz nicht die Charakteristika einer Neuralgie ("Nervenschmerz") besitzt und nicht durch eine andere Erkrankung bedingt ist.

Der anhaltende idiopathische Gesichtsschmerz (IHS 13184) muss folgende Kriterien erfüllen:

  • A. Der Gesichtsschmerz, der die Kriterien B und C erfüllt, ist täglich und über den größten Teil des Tages hinweg vorhanden.
  • B. Anfangs ist der Gesichtsschmerz auf eine umschriebene Region einer Gesichtshälfte beschränkt, sitzt tief und ist schlecht lokalisierbar.
  • C. Der Schmerz ist nicht begleitet von einem sensiblen Defizit oder anderen körperlichen Befunden
  • D. Untersuchungen einschließlich Röntgenaufnahmen des Gesichts und des Kiefers zeigen keine relevanten pathologischen (krankhaften) Befunde.

Der persistierende idiopathische Gesichtsschmerz liegt bei mehr als jedem zehnten Fall von Gesichtsschmerz vor. Häufig tritt dieser in Verbindung mit psychischen Veränderungen auf.

Häufigkeitsgipfel: Vom persistierenden idiopathischen Gesichtsschmerz sind Frauen, vor allem im mittleren und hohen Lebensalter, häufiger betroffen als Männer.

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) der persistierenden idiopathischen Gesichtsschmerzen beträgt ca. 4,4 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr [1]. 

Verlauf und Prognose: Sobald plötzliche und starke Schmerzen im Gesicht auftreten oder es zu immer wiederkehrenden Schmerzattacken kommt, sollte ein Arzt zur weiteren Abklärung aufgesucht werden.
Die Therapie des
persistierenden idiopathischen Gesichtsschmerzes gestaltet sich oft als schwierig. Eine Heilung gelingt häufig nicht. Im Vordergrund steht hier eine Linderung der Schmerzen.

Literatur

  1. Koopman JS, Dieleman JP, Huygen FJ et al.: Incidence of facial pain in the general population. Pain 2009; 147: 122-127

     
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