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Laser-Nasenmuschelverkleinerung (Laserconchotomie)

Bei der Laserconchotomie (Synonyme: Laser-Muschelreduktion, Laser-Muschelverkleinerung, Laser-Nasenmuschelverkleinerung) handelt es sich um operatives Verfahren zur Reduktion einer vergrößerten Nasenmuschel mit Hilfe eines speziellen Lasers.

Eine Nasenmuschelreduktion (Verkleinerung der Nasenmuschel) wird in der Regel notwendig, wenn eine Hyperplasie (Vermehrung von Zellen) als Anpassungsreaktion zu einer Verkleinerung des Umfanges der Atemwege in der Nase führt, sodass keine ausreichende Ventilation durch die Nase mehr möglich ist. Die Ursachen für die Vergrößerung der Conchae nasales (Nasenmuschel) können vielfältig sein. Von besonderer Wichtigkeit ist jedoch eine chronische Infektion im Muschelareal, die als Folge zu einer Vergrößerung der Muschel führt. Durch die dauerhafte Entzündung verändert sich die Gewebestruktur. Parallel hierzu erfolgt die Volumenzunahme der Muschel, sodass die Atemwege verkleinert werden. Auch bei einer akuten Infektion kommt es im Allgemeinen zu einer Volumenzunahme des Gewebes, da entzündungsbedingt ein Ödem (Ansammlung von Flüssigkeit) temporär auftreten kann.

Das Grundprinzip der Laserconchotomie basiert auf der Nutzung eines Diodenlasers. Mit Hilfe dieses Lasers ist es möglich, eine Reduktion der hyperplastischen Conchae nasales durchzuführen und so die Ventilation zu erleichtern. Die genutzte Wellenlänge des Diodenlasers liegt im Bereich von 980 nm und somit im Infrarotbereich. Vergleicht man die Durchführung einer konventionellen Conchotomie, die ohne Laserschnitttechnik durchgeführt wird, mit einer Laserconchotomie, so wird deutlich, dass durch die Verwendung des Lasers eine signifikante und in klinischen Studien nachgewiesene Reduktion der Schmerzen erreicht werden kann. Des Weiteren treten mit Hilfe des Lasers auch seltener Blutungskomplikationen auf, da der Laserstrahl beschädigte Blutgefäße direkt verödet. Somit wird auch das Risiko von Nachblutungen deutlich gesenkt und es besteht kein Bedarf für eine postoperative (nach der Operation) Tamponierung der Nase. Außerdem stellt das Verfahren eine schonendere Methode im Vergleich zur konventionellen Conchotomie dar, was zur Folge hat, dass die Regenerationszeit des Patienten nach dem Eingriff verhältnismäßig kurz ist.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Mukosahyperplasie – ein Überschuss an Nasenmuschelschleimhaut kann zur Folge haben, dass der Patient nicht mehr in der Lage ist, adäquat durch die Nase atmen zu können.
  • Trauma – Verletzung der Nasenmuscheln mit reflektorischer, kompensatorischer Hyperplasie des Gewebes. Allerdings ist es möglich, dass eine chirurgische Rekonstruktion der Nase notwendig wird, um dauerhaft eine Hyperplasie zu vermeiden.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Liegt eine akute Infektion vor, so sollte auf keinen Fall eine Laserconchotomie durchgeführt werden. Insbesondere Symptome im Hals-Nasen-Ohren-Bereich wie Schnupfen sollten als absolute Kontraindikationen angesehen werden.

Vor der Operation

  • Narkose – anders als bei der konventionellen Conchotomie ist bei der Laserconchotomie keine Vollnarkose notwendig. Auf Wunsch des Patienten wird jedoch anstatt der Lokalanästhesie eine Vollnarkose durchgeführt. Hierbei ist zu beachten, dass der Patient körperlich in der Lage sein sollte, diese zu kompensieren.
  • Gerinnungshemmung – obwohl die Laserconchotomie ein geringes Nachblutungsrisiko auf Grund der parallel zum Schnitt verlaufenden Verödung der Blutgefäße hat, ist es trotzdem notwendig, wenige Tage vor dem chirurgischen Eingriff Antikoagulantien (blutungshemmende Medikamente) wie Marcumar oder Acetylsalicylsäure (ASS) abzusetzen. Durch das kurzzeitige Aussetzen der Medikamenteneinnahme wird das Risiko für Nachblutungen deutlich minimiert, ohne dass eine signifikante Risikozunahme für den Patienten besteht. Sollten Krankheiten vorliegen, die das Blutgerinnungssystem beeinflussen können und diese dem Patienten bekannt sind, so muss dies dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden. Gegebenenfalls führt das Vorliegen einer solchen Erkrankung zum Aussetzen der Therapiemaßnahme.

Das Operationsverfahren

Die Durchführung der Laserconchotomie als zusätzliche Alternative zur konventionellen operativen Conchotomie zur Verkleinerung der Conchae nasales gewinnt seit mehreren Jahren immer mehr an Bedeutung, da ein verbessertes Komplikationsprofil vorliegt und des Weiteren die Resultate des Eingriffes mit denen der konventionellen Methode vergleichbar sind. Auch für den behandelnden Arzt stellt das Verfahren eine eindeutige Verbesserung dar, weil es verhältnismäßig leicht zu handhaben ist und der Eingriff ambulant erfolgen kann.

Die Laserconchotomie stellt jedoch ein Verfahren dar, welches sich in Abhängigkeit vom genutzten Material in den Behandlungserfolgen unterscheidet. Von entscheidender Bedeutung für die Behandlung ist der verwendete Laser. Bei der Durchführung des Verfahrens können sowohl der Kohlendioxid-Laser und der Argonlaser als auch der Diodenlaser zum Einsatz kommen. Bei allen aufgeführten Laservarianten lässt sich eine deutliche Verbesserung der subjektiven Nasenatmung feststellen. In einer klinischen Studie konnte gezeigt werden, dass sich mit Hilfe des Argonlasers eine Erfolgswahrscheinlichkeit in der Behandlung einer Muschelhyperplasie von 80 Prozent erreichen lässt.

Wie bereits beschrieben, erfolgt der Eingriff in der Regel unter einer Lokalanästhesie (örtlicher Betäubung). Zur Analgesie (Schmerzlosigkeit) werden mehrere Wattebäusche in die Nase eingelegt. Die platzierten Wattebäusche werden zuvor mit einem stark betäubenden und schwellungshemmenden Medikament versetzt. Zur optimalen Wirkung des Medikaments muss dieses in der Nase ungefähr 30 Minuten einwirken, bevor die chirurgische Intervention beginnen kann. Mit Hilfe eines Analgetikums (Schmerzhemmer) sind während des Eingriffes praktisch keine Schmerzen wahrnehmbar. Dennoch muss beachtet werden, dass gegebenenfalls ein leichtes Ziehen oder Brennen im Nasenareal wahrgenommen werden kann. Sollten entgegen der Erwartung dennoch Schmerzen auftreten, so besteht die Option, nachträglich eine zusätzliche Dosis Lokalanästhetikum zu applizieren. Die Schmerzen, die durch den Einstich entstehen, sind mit denen bei einer Anästhesie beim Zahnarzt zu vergleichen.

Nach der Operation

  • Da nach der Operation keine Nasentamponaden benutzt werden, ist die Anwendung spezieller Salben und Spülungen unabdingbar. Durch die Anwendung dieser Präparate im Bereich der Vernarbung konnte nach einigen Monaten sogar eine Regeneration des respiratorischen Epithels histologisch (mikroskopisch) nachgewiesen werden.
  • Eine Kontrolluntersuchungen einen Tag nach erfolgter Operation ist für den Ausschluss diverser Komplikationen und für die Beurteilung des Operationsverlaufes von großer Wichtigkeit.

Mögliche Komplikationen

  • Nachblutung – obwohl Nachblutungen nach einer Laserconchotomie weitaus seltener als bei einer konventionellen Conchotomie auftreten, ist das Risiko dennoch vorhanden. Es ist jedoch nicht notwendig, eine Nasentamponade einzusetzen.
  • Wundinfektionen – auch wenn prinzipiell kein Skalpell eingesetzt wird, besteht dennoch ein Infektionsrisiko.
  • postoperative Atemwegsinfektionen
  • Kopfschmerzen
  • Schmerzen im Operationsareal – während des Eingriffes kann der behandelnde Arzt bei Bedarf ein Lokalanästhetikum verabreichen und so konsequent die Schmerzen lindern. Postoperativ können jedoch Schmerzen auftreten, sodass die Einnahme eines Schmerzmittels gegebenenfalls notwendig werden kann. Durch das zusätzliche Lokalanästhetikum wird jedoch das Setzen einer Spritze notwendig, welches das Risiko für eine Verletzung von Nervenfasern erhöht. 
  • Empty Nose Syndrom (ENS) (Synonyme: Syndrom der leeren Nase, auch „Offene Nase“) – Bei diesem Syndrom handelt es sich um eine verstärkte Trockenheit im Nasenareal, welche durch die Entfernung des Muschelgewebes entstehen kann. Viele Patienten haben infolgedessen auch Verkrustungen und leiden unter Kurzatmigkeit. Dieses erscheint paradox, da nach einer Nasenmuschelverkleinerung mehr Platz für die ein- und ausströmende Luft vorhanden ist.
    Die Nasenmuscheln selbst dienen der Befeuchtung der Nase (Klimatisierung), sodass eine vermehrte Entfernung dieses Gewebes dazu führt, dass die Nasenmuscheln ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen können und somit die Nase austrocknet.
  • Ozaena (Stinknase) – In sehr seltenen Fällen kann es nach der Operation zu einer Ausbildung der sogenannten Stinknase kommen, die dadurch charakterisiert wird, dass sie sich mit trockenen Krusten zusetzt, die von Bakterien besiedelt werden. Trotz dieser relativ schweren Komplikation besteht die Möglichkeit der Abheilung innerhalb kurzer Zeit, da die Schleimhaut der Nasenmuscheln sehr regenerationsfähig ist.

Literatur 

  1. Delank KW: Berichte von der Aachener Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf und Hals-Chirurgie. HNO. 1999. 47. doi; 10.1007/s001060050525
  2. Zenner HP: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten. Schattauer Verlag 2008
  3. Strutz J, Mann WJ: Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Georg Thieme Verlag 2009
  4. Wolf SR: Aktuelle Aspekte der Laser-Anwendungen in der HNO-Heilkunde. HNO. 1997. 45:957-960
  5. Theissing J: HNO-Operationslehre. Georg Thieme Verlag 2006

     
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