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Lasik

LASIK (Synonym: Laser in situ Keratomileusis) ist derzeit das populärste Verfahren zur Behandlung einer vorhandenen Fehlsichtigkeit in der refraktiven Chirurgie (Augenlaseroperation zur Behandlung von Refraktionsanomalien – Kurz- und Weitsichtigkeit s. u.). Einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung der LASIK hatte der kolumbianische Professor José Ignacio Barraquer (1916-1998), der seit den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die refraktive Chirurgie immer weiterentwickelt hat. In der Behandlung einer Myopie (Kurzsichtigkeit) wird diese Methode in den USA und in Europa schon seit über 15 Jahren erfolgreich praktiziert.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Myopie – Kurzsichtigkeit; von 2-8 dpt
  • Hypermetropie – Weitsichtigkeit; bis 4 dpt
  • Astigmatismus – Abbildungsfehler des menschlichen Auges, der zu einer Minderung der Sehschärfe führt; bis 4 dpt

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Zu starker Korrekturbedarf bzw. zu große Abtragungsmasse der Kornea
  • Erkrankungen der Kornea – Keratitis (Hornhautentzündung)
  • bei fortgeschrittenem Glaukom – grüner Star; Erkrankung, die mit einer Erhöhung des Augeninnendruckes assoziiert ist
  • Diabetischer Retinopathie – Netzhauterkrankung, die durch einen Diabetes mellitus bedingt ist; Verschlechterung der Sehfähigkeit bis hin zur Erblindung

Das Operationsverfahren

Das moderne LASIK-Verfahren bietet die Möglichkeit, in einem weiten Spektrum von refraktiven Operationen eingesetzt zu werden und stellt eine direkte Weiterentwicklung der PRK dar (photorefraktive Keratektomie – älteste Technik in der Behandlung von Refraktionsanomalien). Ursprünglich sollte durch die Verwendung von LASIK die Gefahr einer Vernarbung, welche bei einer PRK als gefürchtete Komplikation in seltenen Fällen auftrat, beseitigt werden.

LASIK ist vor allem in der Behandlung einer Myopie (Kurzsichtigkeit – Fehlsichtigkeit, die sowohl auf einer Verlängerung des Bulbus (Augapfels) beruhen kann als auch auf einer erhöhten Brechkraft der vorderen Augenanteile) bis zu - 10 dpt (Dioptrien; Maß zur Festlegung der Brechkraft des Auges) von wichtiger diagnostischer Bedeutung und gilt als wissenschaftlich anerkanntes Verfahren. Gleiches gilt für Hypermetropie (Weitsichtigkeit – ebenfalls eine Fehlsichtigkeit, die auf einer Längenänderung des Bulbus beruht. Im Gegensatz zur Myopie ist in diesem Fall jedoch der Bulbus verkürzt, sodass das Verhältnis zwischen Brechkraft und Bulbuslänge in einer verminderten Sehfähigkeit resultiert) und Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) bis 3 dpt. Im Stadium der klinischen Erprobung befindet sich die Anwendung der LASIK bei Myopie über - 10 dpt und Hypermetropie über 5 dpt.

Obwohl die Anwendung der LASIK sehr effektiv und schonend für den Patienten ist, da dieser ambulant unter Lokalanästhesie (lokale Betäubung) des Auges operiert werden kann und daher die Narkoserisiken (Zahnschäden, Übelkeit, Erbrechen etc.) drastisch gesenkt werden, ist nicht jeder Patient für die Behandlung geeignet.

Der Ablauf des ambulanten Eingriffes stellt sich wie folgt dar:

  • Um als Augenarzt eine LASIK-Operation als Therapie einer Fehlsichtigkeit in Betracht ziehen zu können, müssen die oben genannten limitierenden Faktoren ausgeschlossen werden. Zur Bestimmung der Korneadicke wird mit einem Ultraschall-Pachymeter (Messung mittels Auflegen des Ultraschallkopfes auf die Hornhaut) eine Untersuchung des Patienten durchgeführt.
  • Zu Beginn des Eingriffes wird die Kornea mit Augentropfen betäubt, sodass eine Analgesie (Verhinderung einer Schmerzempfindung) erreicht wird.
  • Unter dieser Tropfanästhesie wird gewöhnlich mit Hilfe eines Mikrokeratoms (Hornhauthobel) ein zwischen 8 bis 10 mm runder Schnitt angelegt. Die ausgeschnittene Fläche wird als Flap bezeichnet und ist an einer Seite noch mit der Kornea verbunden (Hinge), sodass der Flap in eine Richtung "umgeklappt" werden kann.
  • Anschließend wird durch den Einsatz des Excimerlasers (die Excimer-Laser-Ablation beruht auf dem Prinzip der Erzeugung elektromagnetischer Strahlung zur operativen Behandlung von Refraktionsanomalien) das nun offen liegende Korneagewebe abgetragen und so die Hornhaut modelliert. Hierdurch wird eine Korrektur der Fehlsichtigkeit möglich. Durch das Abflachen der Kornea im Zentrum wird eine Myopie behoben und durch das ringförmige Abtragen Kornealen Gewebes um das Zentrum herum wird eine Hypermetropie korrigiert.
  • Nach Zurücklegen des Flaps wird die Schnittstelle mit Spülflüssigkeit gereinigt.
  • Auf Grund der Physiologie des Auges wird nach wenigen Minuten die zuvor ausgeschnittene Hornhautlamelle angesaugt und der Wundheilungsprozess des Auges ermöglicht ein rasches narbenfreies Verwachsen der Korneaanteile.

Mögliche Komplikationen

  • Mikroperforationen – geringfügige Durchlöcherung der Kornea durch die tiefe Schnittführung
  • Verzögerung der Wundheilung
  • Schmerzen während der Wundheilung
  • Schwankungen der Hornhautwölbung – dies führt zu Änderungen der Sehschärfe
  • Lichtempfindlichkeit und leichte Blendung
  • "Trockenes Auge" / Augentrockenheit
  • Doppelbilder *
  • "Glare" (übermäßige Lichtausbreitung von reflektierenden Objekten) *
  • "Halos" (Lichtringe um Lichtquellen) *
  • "Starburst“ (Strahlen um punktförmige Lichtquelle wie auf Fotos) *

*≥ 1 der Symptome wurde in der PROWL-1-Studie von 43 % und in der PROWL-2-Studie von 46 % der Patienten angegeben [6]

Ihr Nutzen

Als konsequente Weiterentwicklung der PRK stellt die LASIK ein schnelles und ambulant durchzuführendes Verfahren in der refraktiven Chirurgie dar. Die Vorzüge dieser Technik sind beispielsweise:

  • Computergesteuerte hochpräzise Laserbehandlung ohne Schädigung des darunterliegenden Gewebes
  • Gute Vorhersagbarkeit im oben genannten Anwendungsbereich bei Myopie, Hypermetropie und Astigmatismus
  • Schnelle und schmerzfreie Heilung
  • Sofortige Verbesserung des Visus' (Sehfähigkeit) und nur ein minimales Risiko für einen Verlust des Effektes einer erfolgreichen Laserbehandlung
  • Möglichkeit einer Wiederholung des Eingriffes bei nicht vollständig zufriedenstellenden Ergebnissen.
  • Noch seltener als der Bedarf einer Nachkorrektur ist das Vorkommen von Komplikationen, die mit einer Verschlechterung des Visus' assoziiert sind (0,1 % aller Operationen).

Literatur

  1. Kampik A, Grehn F: Augenärztliche Rehabilitation. Georg Thieme Verlag 2005
  2. Azar J, Azar T, Sandeep J: Lasek, Prk, and Excimer Laser and Stromal Surface Ablation (Refractive Surgery). Informa Healthcare 2004
  3. Wiemann K: Das MSD Manual der Diagnostik und Therapie. Elsevier, Urban & Fischer Verlag 2007
  4. Augustin AJ: Augenheilkunde. Springer Verlag 2007.
  5. Huber I: Augenlaser: Die Erfolgstherapie bei Fehlsichtigkeit / neueste Behandlungsmethoden / verständliche Darstellung des Behandlungsablaufs /Vorteile, Risiken und Kosten. Schlütersche Verlag 2005
  6. Kampik A, Grehn F: Augenärztliche Therapie. Georg Thieme Verlag 2002
  7. Eydelman M et al.: Symptoms and Satisfaction of Patients in the Patient-Reported Outcomes With Laser In Situ Keratomileusis (PROWL) Studies. JAMA Ophthalmol. Published online November 23, 2016. doi:10.1001/jamaophthalmol.2016.4587

     
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