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Symptome – Beschwerden
Störungen der Vestibularfunktion

Das Symptom Schwindel wird oftmals begleitet von verschiedenen anderen Symptomen:

  • Übelkeit
  • Nystagmus – unwillkürliche, aber schnelle rhythmische Augenbewegungen
  • Lagelabilität
  • Gangataxie (Gangstörungen)

Art des Schwindels

  • Systematischer Schwindel (gerichteter Schwindel)
    • Dauerschwindel
    • Drehschwindel
    • Höhenschwindel
    • Lagerungsschwindel
    • Lageschwindel
    • Liftschwindel
    • Schwankschwindel
  • Unsystematischer Schwindel (ungerichteter Schwindel, diffuser Schwindel)

Morbus Menière

Folgende Symptome und Beschwerden können auf Morbus Menière hinweisen:

Leitsymptome (Menière Trias)

  • Akut auftretender Dreh-/Schwankschwindel mit Nausea (Übelkeit)/Erbrechen 
  • Einseitiger Tinnitus (Ohrengeräusche)
  • Schallempfindungschwerhörigkeit (< 2.000 Hz, mindestens −30 dB)

Begleitsymptome

  • Diplakusis ‒ die Töne werden im betroffenen Ohr höher oder tiefer empfunden
  • Druck/Völlegefühl im betroffenen Ohr
  • Nystagmus ‒ unwillkürliche rhythmische Augenbewegungen (Augenzittern)

Der Schwindel dauert in der Regel Minuten (> 20 min.) bis 12 Stunden und wiederholt sich in unregelmäßigen Abständen.

Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel

Folgende Symptome und Beschwerden können auf den benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel (BPLS; Synonym: benigner peripherer paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPPV)) hinweisen:

Leitsymptome

  • Drehschwindelattacken, die nicht länger als 30 Sekunden (1 min.) andauern (beim Hinlegen, beim Drehen des Kopfes, beim Hoch- oder Runterschauen; häufiges Auftreten in der Nacht)

Begleitsymptome

  • Übelkeit kann zusätzlich auftreten
  • Oszillopsien (Scheinbewegungen der Umwelt) können zusätzlich auftreten

Neuritis vestibularis (NV)

Folgende Symptome und Beschwerden können auf die Neuritis vestibularis (NV; Synonym: Neuropathia vestibularis) hinweisen:

  • Dauerdrehschwindel, akut einsetzend; kann Tage bis Wochen andauern
  • Schwindel wird durch Kopfwendung verstärkt (vor allem morgens)
  • ipsilaterale Fallneigung mit Stand- und Gangunsicherheit
  • Nausea (Übelkeit/Erbrechen)
  • Oszillopsien (Scheinbewegungen der Umwelt)
  • Nystagmus (unwillkürliche rhythmische Augenbewegungen (Augenzittern)): richtungsbestimmter horizontal rotierender Spontannystagmus (SPN) zur nicht betroffenen Seite beim Blick in alle Blickrichtungen
  • Defizit des vestibulookulären Reflexes (VOR) bei Kopfdrehung zur betroffenen Seite bei Durchführung des Bedside-Kopfimpulstests des horizontalen Bogengangs.
    Hinweis: Der VOR ermöglicht als Hirnstammreflex eine stabile visuelle Wahrnehmung auch bei plötzlicher Kopfbewegung.

Das Hören ist nicht gestört.

Bilaterale Vestibulopathie (BV)

Folgende Symptome und Beschwerden können auf die bilaterale Vestibulopathie (BV) hinweisen:

  • Gang- und Standunsicherheit*
  • Bewegungsabhängiger Schwankschwindel
  • Oszillopsien (Scheinbewegungen der Umwelt) bei Kopfbewegungen
  • Standunsicherheit*
  • Störungen des Raumgedächtnisses

*Verstärken sich im Dunkeln und bei unebenem Boden

Vestibuläre Migräne

Die vestibuläre Migräne ist die häufigste Ursache für rezidivierende spontan auftretende Schwindelattacken.

Folgende Symptome und Beschwerden können auf die vestibuläre Migräne hinweisen:

Diagnostische Kriterien [1]

Sichere vestibuläre Migräne

A. Mindestens 5 Episoden mit vestibulären Symptomen (z. B.  (Dreh- oder Schwankschwindel, Gangunsicherheit, Benommenheitsgefühl)) mittlerer oder starker Intensität und einer Dauer von 5 Minuten bis 72 Stunden

B. Aktive oder frühere Migräne mit oder ohne Aura nach den Kriterien der ICHD*

C. Ein/mehrere Migränesymptome während mindestens 50 % der vestibulären Episoden: Kopfschmerzen mit mindestens 2 der folgenden Merkmale (einseitige Lokalisation, pulsierender Charakter, mittlere oder starke Schmerzintensität, Verstärkung durch körperliche Routineaktivitäten): Photophobie und Phonophobie und/oder visuelle Aura.

D. Nicht auf eine andere vestibuläre oder ICHD-Diagnose zurückzuführen

Wahrscheinliche vestibuläre Migräne

A. Mindestens 5 Episoden mit vestibulären Symptomen mittlerer oder starker Intensität und einer Dauer von 5 Minuten bis 72 Stunden

B. Nur eines der beiden Kriterien B und C der vestibulären Migräne trifft zu (Migräneanamnese oder Migränesymptome während der Attacke)

C. Nicht auf eine andere vestibuläre oder ICHD-Diagnose zurückzuführen

*ICHD International Classification of Headache Disorders

Vestibularisparoxysmie 

Folgende Symptome und Beschwerden können auf die Vestibularisparoxysmie hinweisen:

  • Mindestens 10 Sekunden bis zu einer Minute andauernde Dreh-/Schwankschwindelattacken (bis zu hundert Mal pro Tag; mindestens 10); häufig ohne Auslöser, können aber auch inkonstant durch bestimmte Kopf- oder Körperpositionen provoziert werden

Begleitsymptome (selten)

  • Einseitiger Tinnitus (Ohrensausen)
  • Taubheit/Druckgefühl im Bereich des Ohrs
  • Einseitige Hörminderung

Weitere Hinweise

  • Die Schwindelattacken treten spontan auf und können zum Teil durch Kopfbewegungen oder Hyperventilation getriggert werden.

Warnzeichen (red flags)

  • Anamnestische Angaben:
    • Chronischer Alkoholkonsum
    • Otitis media (Mittelohrentzündung), akute und chronische
  • Bei Patienten im Alter von 20 bis 40 Jahren mit episodenhaftem Schwindel und unklaren neurologischen Symptomen → denken an: Multiple Sklerose (MS)
  • Blickrichtungsnystagmus und/oder vertikale Abweichung der Achse beider Augen → denken an: Hirnstamminfarkt
  • Gangataxie → denken an: Transitorische ischämische Attacke (TIA) bzw. Apoplex (Schlaganfall)
  • Synkope (kurzzeitige Bewusstlosigkeit, die durch eine Minderdurchblutung des Gehirns bedingt ist und meist mit einem Verlust des Muskeltonus einhergeht)
  • Plötzlicher Hörverlust (innerhalb von 72 Stunden) oder progrediente (rasch fortschreitend) Symptomatik
    • mit /ohne plötzlichen Hörsturz (plötzlich eintretende, einseitige, fast vollständige Hörminderung) → denken an: Akustikusneurinom

Literatur

  1. Lempert T, Olesen J, Furman J et al.: Vestibular migraine: diagnostic criteria. J Vestib Res 2012;22(4):167-72. doi: 10.3233/VES-2012-0453.
     
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