Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Differentialdiagnosen
Schwindel (Vertigo)

Augen und Augenanhangsgebilde (H00-H59)

  • Sehstörungen (insb. vermindertes Sehvermögen) *

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Anämie (Blutarmut)

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Exsikkose * (Austrocknung)
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung)
  • Hypokaliämie * (Kaliummangel)
  • Hyponatriämie * (Natriummangel)

Herzkreislaufsystem (I00-I99) *

  • Herzkreislaufstörungen wie beispielsweise Hypertonie (Bluthochdruck), Hypotonie (niedriger Blutdruck)
  • Herzklappenfehler, nicht näher bezeichnet
  • Herzrhythmusstörungen, nicht näher bezeichnet
  • Hirnstamminfarkt
  • Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung)
  • Myokardinfarkt (Herzinfarkt)
  • Vertebrobasiläre Ischämie (Minderdurchblutung durch einen verminderten Blutfluss durch die Arteria vertebralis und die Arteria basilaris) [als DD bei zervikogenen Schwindel/zervikalen Schwindel]
  • Zerebrovaskuläre Störungen (Hirndurchblutungsstörungen)

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Syphilis (Lues; Geschlechtskrankheit)
  • Virale und bakterielle Infektionen *
  • Virusinfekte, nicht näher bezeichnet (→ Neuronitis vestibularis (Entzündung des Nervus vestibularis, die zu einer Störung des Gleichgewichtsorgans mit akutem Schwindel und Erbrechen führt) und Labyrinthitis (Infektion des Innenohrs, d. h. der Hörschnecke und des Gleichgewichtsorgans))

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Arthrose *
  • Degenerative Veränderungen des Bewegungsapparats *
  • Funktionsstörungen der Halswirbelsäule * (→ zervikogener Schwindel/zervikaler Schwindel; Video-Nystagmographie: vertikale Nystagmen (Augenzittern mit langsamer Bewegung in der einen und schneller nachfolgender Bewegung in der entgegengesetzten Richtung) bei Reklination (Rückwärtsneigen) des Kopfes; Schwindel bei Seitenneigung des Kopfes)
  • Zervikale und lumbale Spondylose (degenerative Veränderungen an Wirbelkörpern) *

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Akustikusneurinom (AKN) – gutartiger Tumor, der von den Schwanńschen Zellen des vestibulären Anteils des VIII. Hirnnerven, dem Hör- und Gleichgewichtsnerven (Nervus vestibulocochlearis), ausgeht und im Kleinhirnbrückenwinkel oder im inneren Gehörgang gelegen ist. Das Akustikusneurinom ist der häufigste Kleinhirnbrückenwinkeltumor. Mehr als 95 % aller AKN sind einseitig. Bei Vorliegen von Neurofibromatose Typ 2 tritt das Akustikusneurinom hingegen typischerweise beidseitig auf.
  • Hirntumoren
  • Meningeom – Tumor, der von den Meningen (Hirnhäuten) ausgeht

Ohren – Warzenfortsatz (H60-H95)

  • Akute periphere Vestibulopathie – akute Erkrankung des Gleichgewichtsorgans
  • Cholesteatom (Synonym: Perlgeschwulst) des Ohres – Einwucherung von mehrschichtig verhornendem Plattenepithel in das Mittelohr mit nachfolgender chronisch-eitriger Entzündung des Mittelohrs
  • Dysfunktion der Tuba auditiva ("Ohrtrompete"; Eustachische Röhre)
  • Labyrithitis – Entzündung des Labyrinths (Bogengänge im Innenohr), die zu Gleichgewichtsstörungen führen kann
  • Morbus Menière – das Innenohr betreffende Erkrankung mit den Symptomen Vertigo (Schwindel), einseitiger Tinnitus (Ohrgeräusche) und Schallempfindungschwerhörigkeit
  • Otitis media (Mittelohrentzündung), akute und chronische
  • Perilymphfistel – pathologische Verbindungen zwischen den einzelnen Räumen des Innenohrs
  • Schwerhörigkeit *
  • Zoster oticus – Sonderform des Herpes zoster (Gürtelrose), die das Ohr betrifft (Entzündung der Ganglienzellen des VII. und VIII. Hirnnerven)

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Agoraphobie – Angst vor weiten Plätzen
  • Alkoholabusus (starker Alkoholkonsum)
  • Angststörungen *
  • Depression *
  • Drogenkonsum
  • Epilepsie (Fallsucht; Krampfleiden)
  • Hirnstammläsionen
  • Kleinhirnerkrankungen *
  • Migräne
  • Morbus Parkinson *
  • Multiple Sklerose (MS)
  • Myelopathie (Rückenmarkerkrankungen)
  • Panikattacke
  • Periphere Neuropathie * – Oberbegriff für bestimmte Erkrankungen des peripheren Nervensystems, die mehrere Nerven betreffen und zu Nervenschäden führen (z. B. diabetische Polyneuropathie)
  • Psychogener somatoformer Schwindelwird seit dem Jahr 2017 international als "funktioneller Schwindel" benannt; dazu gehört u. a. der phobische Schwankschwindel oder „persistent postural-perceptual dizziness“
  • Somatoforme Störung (z. B. Hyperventilation)
  • Subclavian-Steal-Syndrom (Synonyme: Vertebralisanzapfsyndrom) – es handelt sich um ein sogenanntes Anzapfsyndrom. Damit wird ein Zustand bezeichnet, bei dem es infolge einer örtlich begrenzten Blutströmungsumkehr zu einem Blutentzug in einem bestimmten Areal kommt.
  • TIA (transitorische ischämische Attacke) – plötzlich auftretende Durchblutungsstörung des Gehirns, die zu neurologische Störungen führt, die sich innerhalb von 24 Stunden zurückbilden
  • Vestibuläre Neuritis – Entzündung der zum Gleichgewichtsorgan zählenden Nerven

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Drehschwindelsymptome mit Nystagmus (Schleudertraumen der HWS, d. h. Irritation des vestibulären Systems)  [als DD bei zervikogenen Schwindel]
  • Hyperventilation – um eine über den Bedarf gesteigerte Lungenbelüftung durch zu schnelle und tiefe Atmung 

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Reisekrankheit
  • Schädelfrakturen
  • Schädelhirntrauma (SHT) – Verletzung des Schädels mit Hirnbeteiligung

Medikamente

  • Siehe unter Anamnese (Krankengeschichte) *

Umweltbelastungen – Intoxikationen (Vergiftungen)

  • Alkoholkonsum, chronischer
  • Drogenkonsum
  • Kohlenmonoxid
  • Tetrachlormethan
  • Quecksilber

* Schwindel bei älteren Patienten

Krankheiten und deren typische Schwindelformen

Krankheiten Schwindelformen
Bilaterale Vestibulopathie (BV; beidseitige Schädigung des Gleichgewichtsorgans; 17,1 %), phobischer Schwankschwindel (15 %) Dauerschwankschwindel
Neuritis vestibularis (8,3 %), zentrale Hirnstammläsion Dauerdrehschwindel
Paroxysmaler Lagerungsschwindel (häufigste vestibuläre Schwindelerkrankung.) Drehschwindel bei Kopf-/Körperlageänderung
Vestibularisparoxysmie (neurovaskuläres Kompressionssyndrom des achten Hirnnerven; 3,7 %) Häufige, kurzdauernde Schwindelattacken
Vestibuläre Migräne (Schwindel ist dabei Teilsymptom der Migräne; 11,4 %), M. Menière (10,1 %) Spontane, wiederholte Schwindelattacken

 

     
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