Folgende Risikofaktoren sind bei chronischer Niereninsuffizienz von Bedeutung
Biographische – unveränderbare – Risikofaktoren
- Alport-Syndrom (auch progressive hereditäre Nephritis genannt) – vererbbare Erkrankung mit fehlgebildeten Kollagenfasern, die zur Nierenerkrankung, Innenohrschwerhörigkeit und verschiedenen Augenerkrankungen wie beispielsweise einen Katarakt (grauer Star) führen kann
- Dysplastische Nieren – Fehlentwicklung der Nieren
- Genetische Belastungen durch Eltern, Großeltern
- Harnwegsmissbildungen
- Polyzystische Nierenerkrankung – Nierenerkrankung aufgrund multipler Zysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume)
Behandelbare Risikofaktoren – Erkrankungen
- Abakterielle chronische interstitielle Nephritis – chronische Entzündung des Bindegewebes (Gewebe zwischen Glomeruli (Nierenkörperchen) und Tubuli) der Niere
- Amyloidose – Systemerkrankung mit Ablagerungen von Proteinen (Eiweißen) in den verschiedensten Organsystemen
- Diabetes mellitus
- Glomerulonephritis – Nierenerkrankung mit Entzündung der Glomeruli (Nierenkörperchen)
- Hämolytisch-urämisches Syndrom – vor allem im Kindesalter auftretende akute Anämie (Blutarmut) mit gleichzeitiger Niereninsuffizienz (Nierenversagen)
- Hypertonie (Bluthochdruck)
- Kollagenosen – Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise der Systemische Lupus erythematodes (Antikörperbildung gegen das eigene Gewebe)
- Leukämie (Blutkrebs)
- Obstruktive Nephropathien – Nierenerkrankungen aufgrund von Verengungen oder Verschlüssen der ableitenden Harnwege
- Paraproteinämie – Proteine aus unkontrolliert vermehrten Zellen treten bei verschiedenen Erkrankungen vermehrt im Blut auf wie beispielsweise dem Plasmozytom (bösartige Systemerkrankung)
- Polyzythämie – krankhafte Vermehrung von Blutzellen (insbesondere betroffen sind Erythrozyten, in geringerem Maße auch Thrombozyten und Leukozyten); stechender Juckreiz nach Kontakt mit Wasser (Aquagener Pruritus)
- Pyelonephritis (Nieren-Nierenbeckenentzündung)
- Sichelzellanämie – erbliche Erkrankung der roten Blutkörperchen (Bildung eines abnormen Hämoglobin (roter Blutfarbstoff), wodurch sich die Erythrozyten (roten Blutzellen) insbesondere bei Sauerstoffarmut zu sichelförmigen Gebilden verformen)
- Vaskuläre Nephropathie – Nierenerkrankung aufgrund von Veränderungen an den Nierengefäßen, meist Arteriosklerose (Arterienverkalkung)
Nicht behandelbare Risikofaktoren – Erkrankungen
- HIV-Nephropathie – Nierenerkrankung durch die HIV-Infektion
Labordiagnosen – Laborparameter, die als unabhängige Risikofaktoren gelten
- Hyperkalzämie – zu hohe Kalziumwerte im Blut
- Hyperurikämie – zu hohe Harnsäurewerte im Blut
Medikamente
- ACE-Hemmer – Antihypertonikum (Medikament gegen Hypertonie – Bluthochdruck)
- Analgetika – Schmerzmittel wie beispielsweise Acetylsalicylsäure (ASS)
- Antibiotika – Medikamente gegen bakterielle Entzündungen wie beispielsweise Penicillin
- Gold – wird vor allem in der Therapie der chronischen Polyarthritis (Rheuma) benutzt
- Kontrastmittel – Mittel zu besseren Darstellung verschiedener Strukturen in den bildgebenden Verfahren; Bedeutung haben hier gadoliniumhaltige Magnetresonanztomographie (MRT)-Kontrastmittel
- Lithium – Medikament, welches bei affektiver Psychose (manisch-depressive Erkrankung) verordnet wird
- Nicht-Steroidale Antirheumatika (NSAR) – Medikamente gegen Schmerzen und Entzündungen wie beispielsweise Ibuprofen
- Penicillamin – wird vor allem in der Therapie der chronischen Polyarthritis (Rheuma), bei Kollagenosen (systemische Autoimmunerkrankungen) oder bei Metallvergiftungen benutzt
- Zytostatika – Medikamente, die bei Krebserkrankungen eingesetzt werden wie beispielsweise Cisplatin












Arztsuche
Newsletter
Expertenrat
Ansprechpartner



