Rohköstler

Rohköstler sind Menschen, die sich vegan (rein pflanzlich), vegetarisch oder omnivor (allesfressende Ernährung; eher selten) ernähren. Entscheidend dabei ist, dass die verzehrte Nahrung nicht hitzebehandelt wird.
Zur veganen Rohkost gehören Obst, Gemüse und Früchte sowie Oliven, Öl, Nüsse und Samen. Dazu zählen auch milchsauervergorene Lebensmittel wie beispielsweise Sauerkraut. Der sich vegetarisch ernährende Rohköstler verzehrt häufig noch Rohmilchkäse und weitere Rohmilchprodukte sowie Eier.
Zur nicht-vegetarischen Rohkost zählen tierische Produkte, d.h. Fisch (Bismarckhering, Matjes, Lachs, Thunfisch etc. ggf. zubereitet als Sushi oder als Sashimi) und Fleisch (Carpaccio, Tatar, Schinken).

Rohköstler verzehren die Nahrung deshalb nicht hitzebehandelt, weil Sie den Vorteil der ungekochten Nahrung darin sehen, dass Enzyme und hitzeempfindliche Vitamine, die beim Kochen verringert werden, so erhalten bleiben.

Der Begriff Rohkost-Ernährung umfasst viele verschiedene Kostformen, welche sich in ihrer Nahrungsmittelauswahl und praktischen Gestaltung teilweise deutlich voneinander unterscheiden [3]. Dabei kann es bei ausgeprägten Rohköstlern aufgrund der einseitigen Ernährung neben einem Mikronährstoffmangel (Vitalstoffmangel) auch zu einer unzureichenden Zufuhr von Energie kommen [1]. Viele Menschen, die sich in Form von vegetabiler Rohkost ernähren, weisen mäßiges bis ausgeprägtes Untergewicht (> 57 %; Gießener Rohkoststudie) auf.

Mehr als 30 % der Frauen unter 45 Jahren hatten keine Menstruation (Regelblutung) mehr, litten also unter Amenorrhoe (Ausbleiben der Menstruation) bzw. waren bereits im Klimakterium (Wechseljahre der Frau). Dieses ist wahrscheinlich bedingt durch die entstandene Unterernährung.

Die Zufuhr von Vitamin D und Vitamin B12, Calcium, Zink und Jod waren mangelhaft. Obwohl die Zufuhr von Magnesium über die Nahrung ausreichend war, lagen trotzdem die Serumspiegel (Blutwerte) unter den Normwerten. Grund dafür ist die schlechtere Bioverfügbarkeit von Magnesium aus pflanzlicher Kost, welches dann von Rohköstlern nicht optimal vom Körper aufgenommen wird. Wie zu erwarten war, ist außerdem die Zufuhr an Eisen ungenügend, sodass 43 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen an einer Anämie (Blutarmut) litten. Sie wurde um so häufiger festgestellt, je länger ein Studienteilnehmer bereits Rohköstler war [2].

Fazit: Eine Ernährung, die fast ausschließlich auf Rohkost basiert, ist aus gesundheitlichen Gründen nicht zu empfehlen.

Literatur

  1. Kasper H: Ernährungsmedizin und Diätetik. Kapitel 20, 488, Urban & Fischer Verlag; München/Jena 2000
  2. Gießener Rohkoststudie (1996 bis 1998) Fachbereich Ernährungswissenschaft der Universität Gießen, unter Leitung von Claus Leitzmann
  3. Leitzmann C: Vegetarismus, Grundlagen, Vorteile, Risiken; Verlag C.H. Beck, 2. Auflage 2007
     
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